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Unter Druck : Börsenaufsicht ermittelt wegen Hackerangriffen gegen Yahoo

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Yahoo! heißt nicht mehr lange Yahoo!, aber Yahoo! wird es weiter geben, nur Verizon gehören. Bild: reuters

Als ob Yahoo! nicht genug Probleme hätte: Jetzt ermittelt auch noch die Börsensicht, warum der Konzern die Hackeranhgriffe so spät gemeldet hat.

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          Der Internetpionier Yahoo ist wirklich gebeutelt. Ende der neunziger Jahre noch das führende Einstiegsportal für das Internet, verlor er gegen Google zunehmend an Relevanz. Mittlerweile zweifeln nicht nur Internetnutzer an der Existenzberechtigung.

          Alle Maßnahmen dagegen schlugen bislang fehl. Weder Gründer Jerry Yang noch der von Google kommenden Hoffnungs Marissa Mayer gelang die Wende.

          Dann machte das Unternehmen im September durch Hackerangriffe von sich reden, bei denen im Jahr 2014 die Daten von 500 Millionen Nutzerkonten gestohlen wurden. Im Dezember gab Yahoo dann bekannt, dass bereits 2013 sogar mehr als eine Milliarde Nutzerkonten von einer Hackerattacke betroffen waren.

          Just diese Verzögerung bei der Mitteilung sorgt jetzt für neues Ungemach. Die amerikanische Börsenaufsicht SEC untersucht, ob das Unternehmen die Öffentlichkeit zu spät über die Vorfälle informiert habe. Das berichtete das „Wall Street Journal“ am Sonntag unter Berufung auf informierte Kreise. Die SEC habe Yahoo deswegen schon im Dezember um Unterlagen zu den Hackerattacken gebeten.

          Die SEC wolle herausfinden, warum bis zur Bekanntgabe der Angriffe mehrere Jahre vergingen. Über die Einleitung eines formalen Verfahrens sei indes noch nicht entschieden worden. Nach geltendem amerikanischem Recht müssen Unternehmen, die Opfer eines Cyberangriffs werden, umgehend die Öffentlichkeit informieren.

          Die Aktienmärkte scheinen dies aber nicht tragischer zu nehmen als all das, was den darbenden Konzern schon jetzt belastet. Das Minus von rund einem Prozent ist keine dramatische Kursreaktion.

          Es wurde kein Wertpapier gefunden!

          Das dürfte auch nicht zuletzt daran liegen, dass sich Yahoo in einem Übergangsprozess befindet. Ein Verkauf des Kerngeschäfts aus Suchmaschine, Internetdienste News und Mail sowie Werbung an den Telekommunikationskonzern Verizon harrt nur noch der Genehmigung.

          Vorausgesetzt, dass alles geht wie geplant wird Yahoo! dann nicht mehr Yahoo gehören. Klarer gesagt: der markenname Yahoo! wird den Diensten erhalten bleiben, aber Verizon gehören.

          Das Unternehmen, das heute noch Yahoo heißt, wird künftig den Namen Altaba (kurz für: „Aternative Alibaba“) und aus einem 15-Prozent-Anteil an Alibaba, einem 35-Prozent-Anteil an Yahoo Japan und einem kleinen Patentportfolio namens Excalibur bestehen.

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