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Börsen : Wall Street erholt sich nicht weiter

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Hatten sich die US-Börsen am Donnerstag vom „Worldcom-Schock“ erholt, so kam diese Phase am Freitag wieder zum Stillstand.

          Die New Yorker Aktienmärkte haben sich am Freitag trotz der Bilanzmanipulation bei Xerox widerstandsfähig präsentiert und wenig verändert geschlossen. Die Anleger gingen offenbar davon aus, dass nach dem WorldCom-Schock schlechte Nachrichten über die Bilanzpraktiken weiterer Unternehmen bereits in den Kursen enthalten seien, sagten Händler.

          Der Dow Jones lag zum Handelsschluss 0,33 Prozent im Minus bei 9.239,25 Punkten, die Nasdaq stieg um 0,24 Prozent auf 1.462,63 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index fiel 0,12 Prozent auf 989,41 Punkte.

          Unerwartet positive Konjunkturdaten hätten den Markt gestützt, sagten Händler. Die Universität von Michigan revidierte ihren Index zur Entwicklung des US-Verbrauchervertrauens für Juni auf 92,4 Punkte von 90,8 Punkten. Analysten hatten einen unveränderten Wert erwartet, nachdem der Index im Mai bei 96,9 Punkten gelegen hatte. „Angesichts des Schlages, den wir in dieser Woche erlitten haben, geben die Konjunkturdaten ein bisschen Hoffnung", sagte Joseph Dorillo, Leiter des Handelsbereiches bei der Investmentfirma ING. „Vielleicht ist es genau das, was die Leute brauchen, etwas worauf sich sich stützen können.“

          Andere Stimmen argumentierten, am Ende des Quartals hätten sich große institutionelle Anleger am Aktienmarkt engagiert. Die Anlageberater versuchten offenbar, ihre Portfolios zu bereinigen. „Es ist schwer zu sagen, was die Investoren unternehmen und wie, aber erfahrungsgemäß führt es zu großer Volatilität und zu einem positiven Übergewicht am Markt", sagte Jeff Kleintop, Chefinvestment-Stratege bei PNC Advisors.

          Xeros frischt Bilanzsorgen auf

          Im frühen Geschäft hatten vor allem die Nachrichten über Xerox die Stimmung getrübt. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, in den neu verfassten Zahlenwerken für die vergangenen fünf Jahre insgesamt zwei Milliarden Dollar Umsatz weniger auszuweisen als in den bisherigen Bilanzen. Bereits vor Monaten hatte die US-Börsenaufsicht SEC bei Xerox nicht korrekt bilanzierte Umsätze beanstandet, worauf das Unternehmen seine Umsatzberichte für die betreffenden Jahre überarbeitete.

          Die Xerox-Aktie, umsatzstärkster Wert an der New York Stock Exchange, verlor zeitweise fast ein Viertel ihres Börsenwertes und notierte zum Schluss rund 13 Prozent schwächer als am Donnerstag bei 6,97 Dollar.

          Das Bekanntwerden von Falschbuchungen in Milliardenhöhe beim US-Telekommunikationskonzern WorldCom vor einigen Tagen hatte an der Wall Street vorübergehend zu einem Kursrutsch geführt. Die Anpassung von Unternehmenszahlen treffe zwar immer den Nerv der Anleger, sagte Händler James Park von Brean Murray & Co mit Blick auf die Xerox-Nachrichten. Aber der Markt habe mittlerweile eine gewisse Widerstandskraft entwickelt. „Wenn man immer wieder geschlagen wird, tut es nach einer Weile nicht mehr so weh", sagte Park.

          Insgesamt deutet zwar mittlerweile Vieles darauf hin, dass sich die US-Konjunktur langsam wieder berappelt. Die entscheidende Frage dürfte aber sein, mit welcher Geschwindigkeit. Sollte die zusammen mit der Gewinnentwicklung enttäuschen, könnte es an den Märkten noch einmal schwierig werden. Damit dürfte die Volatilität der vergangenen Tage weiter anhalten.

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