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Börsen-Performance : Die pakistanische Börse schlägt alle

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Wer als Anleger in Südamerika oder den Industriestaaten engagiert war, musste schwere Verluste hinnehmen. Gewinne gab es mit „Exoten“.

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          Mit starken Kursgewinnen am ersten Oktober hat das vierte Quartal für Aktionäre überaus positiv begonnen. Die meisten werden sich wünschen, das gesamte Jahr hätte sich so entwickelt.

          Denn der Rückblick sieht für „Otto-Normalanleger“ wahrlich verheerend aus. Es sei denn, er hätte Anfang des Jahres auf exotische Märkte gesetzt.

          Südamerika zeigt auf Jahressicht Schwäche

          Mit den politischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Südamerika ist es wenig verwundern, wenn sich der argentinische Merval und der brasilianische Bovespa seit Jahresbeginn mit Kursverlusten von 67,7 und 65,41 Prozent an letzter Stelle der Performancetabelle befinden. Dann allerdings folgt unmittelbar der Nasdaq 100 mit einem Minus von 52 Prozent.

          Die US-Technologiewerte reihen sich damit ein in die „schwachen“ Schwellenländer. Denn der türkische National 100 Index und der venezolanische Markt haben sich leicht besser geschlagen. Gefolgt vom schwedischen OMX, dem Dax, dem Nasdaq Composite und schließlich dem Dow Jones Euro Stoxx 50. Der hat seit Jahresbeginn etwas mehr als 42 Prozent seines Wertes abgegeben.

          „Exotische“ Märkte legen zu

          Freuen kann sich dagegen, wer anfang des Jahres auf „Exotisches“ gesetzt hat. Denn die pakistanische Börse legte bis Ende September satte 45 Prozent zu, gefolgt von der Bombay-Stock Exchange mit einem Plus von 36 Prozent, der Prager Börse mit einem Plus von 17 Prozent, dem russischen RTS - plus 15,7 Prozent und dem indonesischen Jakarta Composite mit plus elf Prozent.

          Mit einem Stand von 2.029 Zählern hat der pakistanische KSE allerdings mittlerweile ein Niveau erreicht, von dem er in den vergangenen sechs Jahren regelmäßig eingebrochen ist. Wer sich für den Markt interessiert, sollte folglich vorsichtig sein.

          Blickt man allein auf die Entwicklung im September, so fällt die schwache Entwicklung des Dax Index auf. Mit einem Minus von 25,4 Prozent ist er der Zweitschwächste unter den 82 „wichtigsten“ Benchmarks bei Bloomberg. Lediglich der brasilianische Bovespa hat sich im Vorfeld der Wahlen mit einem Verlust von 35,36 Prozent auf Monatssicht noch schlechter entwickelt.

          Brasilien entpuppt sich als Krisenherd

          Das hängt mit dem immer mehr absehbaren Wahlsieg des linkspopulistischen Kandidaten Luiz Inacio Lula da Silva zusammen. Er verspricht der Bevölkerung „das Blaue vom Himmel“, ohne sich offensichtlich um die schwierige finanzielle Situation des Landes zu kümmern.

          Aber wer auch immer die Wahl in Brasilien gewinnt, er erbt große Probleme. Die Talfahrt brasilianischer Anleihen, Aktien und des Real ist kaum aufzuhalten. Brasilien ist mit 335 Milliarden Dollar fast drei mal so hoch verschuldet wie das Nachbarland Argentinien. Sollte der neue Mann am Steuer einen Teil der brasilianischen Schulden nicht mehr bedienen, wird das weite Kreise an den Finanzmärkten ziehen. Bei einem Zahlungsausfall drohen nicht nur den Anleiheinhabern Verluste, auch der Gewinn zahlreicher US-Unternehmen dürfte darunter leiden.

          So ist Brasilien neben der Irakkrise und der sowieso schwächlich dahindümpelnden Weltkonjunktur eine zusätzliche Belastung für die internationalen Finanzmärkte. Auf Monatssicht ließ sich mit den Börsen in Costa Rica, Venezuela, Pakistan, Argentinien und den Philippinen etwas verdienen. Wobei sich Venezuela und Argentinien lediglich etwas von den herben Kursverlusten seit Jahresbeginn erholen konnten.

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