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Übernahme der BMW-Kooperation? : SGL-Aktie auf neuem Jahreshoch

  • Aktualisiert am

Bearbeitet die extrem feinen Fasern: die Carbonfaser-Flechtmaschine Bild: SGL Kümpers

Übernimmt der Kohlefaserspezialist SGL seine Kooperation mit BMW zur Gänze? Entsprechende Spekulationen treiben am Montag den Aktienkurs.

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          Die Aktie der SGL Group hat am Montag mit 11,665 Euro ein neues 14-Monats-Hoch erreicht. Der Aktienkurs des Kohlefaserspezialisten klettert damit um mehr als 6 Prozent. Anlass sind Gedankenspiele zur Übernahme des Gemeinschaftsunternehmens mit dem Autobauer BMW . „Ich gehe davon aus, dass BMW kein Hersteller von Carbonfasern werden möchte", hatte Vorstandschef Jürgen Köhler der Wirtschaftszeitung „Euro am Sonntag“ gesagt.

          Die Exklusivitätsvereinbarung zur Belieferung der Münchener sei ausgelaufen. „Wir können die Carbonfaser-Materialien in gleicher Ausprägung oder modifiziert jedem anderen Automobilhersteller weltweit anbieten und tun das bereits."

          SGL CARBON

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          Unter anderem hat SGL den Autobauer Volvo als Kunden an Land gezogen, der mit seinen SUV-Fahrzeugen erfolgreich ist. Bis 2020 soll SGL die Fertigung von Blattfedern für solche Familiengeländewagen auf 500.000 Stück pro Jahr ausbauen.

          Der Konzern und der Münchener Autobauer aus dem Dax hatten 2009 ein Gemeinschaftsunternehmen für leichte Kohlefaserbauteile gegründet. „Für uns sind Carbonfasern ein Kernelement der Strategie und essenzieller Bestandteil der Wertschöpfungskette. Die Übernahme könnte eine Option sein“, sagte Köhler.

          Dies gibt den Anlegern neue Hoffnung. Die angestammte Sparte für Graphitelektroden, die unter anderem zur Schrottschmelze in Stahl-Hochöfen eingesetzt werden, war in den vergangenen Jahren unter heftigen Preisdruck geraten. Der Umsatz des Konzerns, der 2012 noch 1,7 Milliarden Euro betragen hatte, hatte sich 2016 auf nur noch 1,2 Milliarden Euro belaufen - einschließlich des zum Verkauf  vorgesehenen Geschäfts mit eben jenen Graphitelektroden.

          Dieses sollte eigentlich schon 2016 verkauft werden. Im Mai wiederum hieß es bei Vorlage der Quzartalszahlen, ein Abschluss werde für Mitte 2017 erwartet, an anderer Stelle derselben Pressemitteilung, man wolle noch in diesem Jahr eine Verkaufsvereinbarung erreichen. Das bestätigte Köhler auch gegenbüber der „Euro am Sonntag“.

          Da das Geschäft rechtlich verselbständigt wurde, belief sich der berichtete Umsatz der SGL Group 2016 auf nur 770 Millionen Euro. SGL verspricht sich eine bessere Entwicklung durch die Konzentration auf Leichtbauteile aus Kohlefaser.

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