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Dax schwächer : Starker Euro dämpft Anlegerstimmung

  • Aktualisiert am

Gewinnmitnahmen sorgen an der Börse für Verluste. Bild: Reuters

Europas Anleger fassen am Mittwoch Aktien nur mit spitzen Fingern an. Zu groß ist die Unsicherheit vor der EZB-Ratssitzung am Donnerstag. Aber auch Donald Trump spielt eine Rolle auf dem Parkett.

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          Der Dax kämpft nach seinen jüngsten Verlusten um eine Stabilisierung. Zwar stützten Beobachtern zufolge die überwiegend freundlichen asiatischen Aktienmärkte und die jüngsten Kursgewinne an der amerikanischen Technologiebörse Nasdaq den deutschen Leitindex. Vor der morgigen Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) dürfte der Dax aber Mühe haben, in Schwung zu kommen, schrieb Marktanalyst Milan Cutkovic von AxiTrader.

          DAX ®

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          Um die Mittagszeit stand der Dax 0,06 Prozent im Plus bei 12.437,80 Punkten. Nach einem verhaltenen Wochenauftakt hatte er am Dienstag sichtbar unter dem anziehenden Eurokurs gelitten, der tendenziell die Exportchancen europäischer Unternehmen in Ländern außerhalb des Währungsraums beeinträchtigt: Mit minus 1,25 Prozent stand der größte Tagesverlust seit Ende Juni zu Buche. Bei weiteren Dax-Abschlägen sehen Börsianer die nächste Unterstützungszone um die 12 300 Punkte. Bis auf fast diese Marke war der Index jüngst bereits zweimal gefallen.

          Die EZB dürfte sich etwas optimistischer zeigen und signalisieren, dass ein Ende der konjunkturstützenden Geldpolitik „nicht mehr allzu weit entfernt ist", glaubt Cutkovic. Dennoch werde der Euro wohl gefragt bleiben. Zuletzt schwächelte die Gemeinschaftswährung zwar etwas, behauptetet sich aber klar über 1,15 Dollar.

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          Die gestrige Euro-Rally sei knapp unter 1,16 erst einmal ausgelaufen, fasste Commerzbank-Analystin Esther Reichelt zusammen. „So kurz vor der EZB-Sitzung bekommen Euro-Händler in Sichtweite des 2016er-Hochs bei 1,1616 leicht kalte Füße." Vorsicht sei angebracht, denn die EZB scheine zwar zu einer weniger expansiven Geldpolitik zu neigen. "Doch diese Wende wird langsam und überaus vorsichtig vorgenommen."

          Laut Analysten will EZB-Chef Mario Draghi vermeiden, dass die Märkte die Straffung der Geldpolitik schon vorwegnehmen. Dann könnten Euro und Anleihe-Renditen zu stark steigen. Vermutlich werde Draghi aber den Märkten einen verbalen Hinweis auf einen Kurswechsel geben.

          Allerdings war der Euro am Dienstag auch aufgrund der innenpolitischen Entwicklung in den Vereinigten Staaten gestiegen, wo eine erneute Schlappe von Donald Trump bei der Gesundheitsreform dem Dollar zusetzte. „Marktteilnehmer zweifeln immer mehr an der Reformfähigkeit der Trump-Administration, wo die längst versprochene Steuerreform weiter auf sich warten lässt und wohl auch weniger radikal als geplant ausfallen wird", sagte LBBW-Analyst Frank Klumpp.

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