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Kartellverdacht : Anleger trennen sich von Autoaktien

  • Aktualisiert am

Die Vorstandsvorsitzenden Dieter Zetsche (Daimler AG), Harald Krüger (BMW) und Matthias Müller (Volkswagen) und ihre Autokonzerne stehen unter Druck. Bild: dpa

Die deutschen Autohersteller geraten wegen des Kartellverdachts mit möglichen Schäden für Kunden und Zulieferer immer stärker unter Druck. Anleger verkaufen an der Börse ihre Autoaktien.

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          Die Anleger am deutschen Aktienmarkt sind angesichts der Sorgen um die deutschen Autobauer erst einmal vorsichtig geblieben. Am Montag muss der Dax weitere Abschläge hinnehmen. So verlor der Index am Vormittag weitere 0,36 Prozent auf 12.195,43 Punkte.

          Gesprächsthema am Markt bleibt der Kartellverdacht bei den deutschen Autoherstellern, deren Aktien an ihren Abwärtstrend vom Freitag anknüpften. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hatte am Freitag über den Verdacht jahrelanger illegaler Absprachen zu Lasten von Verbrauchern und Zulieferern berichtet.

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          Deutsche Autowerte waren daraufhin unter Druck geraten. Am Montag sackten die Anteile der im Dax notierten Hersteller Volkswagen, BMW und Daimler als schwächste Index-Vertreter um bis zu dreieinhalb Prozent ab.

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          Der Ruf nach rascher Aufklärung wird immer lauter - sowohl aus dem Gewerkschaftslager und von Betriebsräten als auch aus Politik und Forschung mehren sich entsprechende Stimmen. IG-Metall-Chef Jörg Hofmann, der auch Mitglied des VW-Aufsichtsrats ist, sagte in der „Welt": „Wir verlangen eine vollumfängliche Aufklärung der Vorgänge. Klar ist, dass das deutsche und europäische Kartellrecht nicht verletzt werden darf und Absprachen zu Lasten von Verbrauchern sowie des Klima- und Umweltschutzes völlig inakzeptabel wären."

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          Der Autoindustrie droht wegen des mutmaßlichen Kartells der großen Hersteller eine Klagewelle. Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, sagte der „Süddeutschen Zeitung", er rechne mit zehntausenden Verfahren, in denen Autokäufer Schadenersatz für überteuerte Fahrzeuge verlangen werden. Viele Kunden hätten einen „möglicherweise viel zu hohen Preis" für ihre Autos gezahlt. 

          Müller verwies auf die Selbstanzeigen, die Daimler und Volkswagen bei den Wettbewerbsbehörden gestellt haben sollen. Der vzbv drängt nun darauf, per Gesetz eine Musterklage möglich zu machen, damit mutmaßlich betrogene Kunden nicht einzeln vor Gericht gehen müssen, sondern sich zusammentun können. Das gehöre zu den ersten Aufgaben der künftigen Regierung nach der Bundestagswahl im September, so Müller weiter.

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