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Der Dax 1998/1999 : Die Russland-Krise

Russlands stellvertretender Finanzminister Sergej Ignatiew (l) Finanz-Staatssekretär Caio Koch-Weser unterzeichnen am 26.07.2000 das deutsch-russische Umschuldungsabkommen. Bild: picture-alliance / dpa

Die Zahlungsunfähigkeit Russlands stürzte den Dax 1998 in seine schwerste Baisse. Im Durchschnitt fielen die Kurse täglich um 0,8 Prozent.

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          Schwerer als die Asienkrise gut 12 Monate zuvor wirkte sich 1998 die Russlandkrise auf den Dax aus. Von dem am 21. Juli erreichten, damaligen Allzeithoch bei 6184 Punkten fiel der Index bis zum 9. Oktober auf nur noch 3861,89 Zähler. Dieses Minus von rund 38 Prozent war mit einem durchschnittlichen Kursverlust von 0,81 Prozent pro Tag die schwerste Baisse, die der Dax in seiner Geschichte erlebte. Selbst während der Finanzkrise fielen die Kurse täglich nur um 0,26 Prozent. Das ist ein für Dax-Baissen eher typischer Wert.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der russische Rubel war schon mit der Asienkrise unter Druck geraten, als Anleger auch aus Russland Kapital abzogen. Zur Zuspitzung kam es durch eine fehlerhafte Wirtschaftspolitik. Aufgrund des hohen Haushaltsdefizits konnten die zahlreichen defizitären Staatsbetriebe keine Rechnungen, geschweige denn Abgaben bezahlen. Aufgrund der räuberischen Privatisierung gab es aber auch kaum Steuern aus dem privaten Sektor.

          Der IWF verordnete im Gegenzug für Kreditzusagen einen strengen Sparkurs. Die Zinsen für russische Anleihen stiegen im Mai 1998 auf 80 Prozent, derweil die Reformen nicht vorankamen. Im August kam es dann zu Spekulationen um eine massive Abwertung des Rubel, die wenig später eingeleitet wurde.

          Am 21. August fiel der Dax um knapp 6 Prozent auf 5163,51 Punkte, nachdem Russland einen Zahlungsaufschub von 90 Tagen für die Bedienung der Auslandsschulden angekündigt hatte. Deutsche Banken waren die größten Gläubiger Russlands. Verstärkt wurde die Krise an den Börsen dadurch, dass sich der große amerikanische Hedgefonds LTCM verspekuliert hatte und vor dem Zusammenbruch stand. LCTM  wurde am 23. September gerettet – ein Vorläufer der Rettungsaktionen der Jahre 2008 und 2009. Die Märkte reagierten damals wie heute negativ: Der Dax fiel am 1. und 2. Oktober um 5,5 bzw. 6,25 Prozent. Neben der akuten Russlandkrise verstärkten Konjunktur- und Deflationssorgen den Abwärtstrend.

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