https://www.faz.net/-gv6-7n3k7

Blick auf den Aktienmarkt : SMA-Solar steigt seit Jahresbeginn um 118 Prozent

Produktionshalle von SMA Solar in Kassel Bild: dpa

Mit Nordex setzt auch die zweite Aktie aus dem Bereich der erneuerbaren Energien im F.A.Z.-Index im Februar ihre kräftige Kurserholung fort.

          Danfoss ist hierzulande vor allem wegen seiner Heizungsventile bekannt. In vielen Haushalten prangt der Schriftzug des dänischen Unternehmens an dem Drehknauf zur Heizungsregulierung. Am Aktienmarkt ist die Bekanntheit des nicht börsennotierten Familienunternehmens zuletzt sprunghaft gestiegen. Die Dänen steigen als Großaktionär beim größten verbliebenen Solarunternehmen am deutschen Aktienmarkt ein. 300 Millionen Euro lässt sich Danfoss seine Beteiligung von 20 Prozent an SMA Solar kosten. Die Vereinbarung von Ende Februar war bislang das i-Tüpfelchen auf einer außerordentlich guten Kursentwicklung des Weltmarktführers für Wechselrichter in der Solarindustrie aus Niestetal bei Kassel. Der Aktienkurs stieg am Donnerstag auf bis zu 50 Euro. Zu Jahresbeginn waren es nur knapp 23 Euro, ein Jahr zuvor kaum mehr als 15 Euro. Allein seit Jahresanfang beläuft sich das Kursplus mittlerweile auf 118 Prozent.

          Daniel Mohr

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

          Die Analysten stimmen in der Mehrzahl nicht in die geradezu euphorische Stimmung des Marktes für SMA Solar ein. Eine Ausnahme stellt die Deutsche Bank dar. Analyst Alexander Karnick hob vergangene Woche sein Kursziel von 40 auf 50 Euro an und bekräftigte seine Kaufempfehlung. Die Kooperation mit Danfoss - neben der Kapitalbeteiligung wird auch im operativen Geschäft zusammengearbeitet - sei sinnvoll und schaffe Synergien. Einsparungen gelten in einer Branche, die von starkem Konkurrenzdruck geprägt ist, als überlebenswichtig. Andere Analysten heben in ihren Einschätzungen stärker auf diese schwierige Situation der Branche ab. Equinet-Analyst Stefan Freudenreich lobte die Kooperation ausdrücklich und hob sein Kursziel an. Allerdings von 23 auf 26 Euro und damit weit unterhalb des aktuellen Kurses. Er rät den Anlegern weiterhin zum Verkauf der SMA-Aktien. Das mittelfristige Gewinnpotential gilt Freudenreich als zu wenig präzise vorhersagbar. Der Preisdruck in der Solarbranche gilt als hoch und der Marktanteil von SMA Solar schrumpft.

          Auch Christopher Rodler, Analyst bei M.M. Warburg hob sein Kursziel wegen der Vereinbarung mit Danfoss zwar von 24 auf 31 Euro an, bleibt aber bei seiner Verkaufsempfehlung. Der aktuelle Aktienkurs sei nicht gerechtfertigt. Sven Diermeier von Independent Research hob hingegen seine Verkaufsempfehlung auf und rät nun zum Halten der Aktie. Die Zusammenarbeit mit Danfoss sei in vielerlei Hinsicht positiv. Im laufenden Geschäftsjahr könne SMA Solar in die Gewinnzone zurückkehren. Konkurrent Power One hat die Krise nicht in Eigenständigkeit überlebt und wurde vom schweizerischen Energietechnikkonzern ABB übernommen. Großunternehmen wie Schott, Bosch und Siemens hatten angesichts hoher Verluste keine Geduld mehr und ziehen sich aus dem Solargeschäft zurück. Viele kleinere Anbieter - vor allem Hersteller von Modulen - sind zahlungsunfähig geworden.

          Insgesamt raten vier Analysten zum Kauf der Aktie von SMA Solar, drei zum Halten und fünf zum Verkauf, teilweise mit Kurszielen von nur 15 Euro (Main First). Doch das Bild war zu Jahresbeginn nicht besser, als die Aktie zu ihrem jüngsten Höhenflug ansetzte. Mittlerweile beträgt der Börsenwert gut 1,7 Milliarden Euro. Im Jahr 2010 war es aber zeitweise noch fast das Doppelte.

          Bankaktien unter regulatorischem Einfluss

          Doch SMA Solar ist nicht die einzige Aktie aus dem Bereich der erneuerbaren Energien, die im F.A.Z.-Index zuletzt immer wieder mit hohen Kursgewinnen auffiel. Nordex, der Gewinner des Jahres 2013, ist im Februar mit einem Kursplus von 19 Prozent schon wieder die zweitbeste der 100 Aktien und gehört seit Jahresanfang mit einem Plus von nun 27 Prozent zu den stärksten Werten. Das Unternehmen überzeugte nicht nur mit einigen Großaufträgen, sondern konnte für 2013 auch wieder einen Gewinn vermelden. Solche harten Fakten erfreuen Börsianer. Zwar leben sie zu einem Gutteil von Erwartungen und Prognosen. Wenn dann aber optimistische Annahmen erfüllt oder gar übertroffen werden, stellt dies die Kursentwicklung auf eine stabilere Basis. Vier der sechs Analystenstudien der vergangenen Tage raten daher zum Kauf der Nordex-Aktie.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wahl von der Leyens : Eine pragmatische Lösung

          Das Europäische Parlament ist über seinen Schatten gesprungen und vermeidet mit der Wahl von der Leyens den Machtkampf mit dem Europäischen Rat. Der Erfolg der CDU-Politikerin sichert auch das Überleben der großen Koalition – fürs Erste.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.