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Biotechnologie : Serono zählt zu den soliden Biotech-Aktien

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Die im Geschäftsjahr 2003 verbuchten deutlichen Zuwachsraten bei Umsatz und Gewinn machen es wieder einmal deutlich. Der größte europäische Biotechwert Serono gehört zu den solidesten Vertretern in der Branche.

          Biotechnologie ist wieder angesagt an der Börse und davon profitiert auch die Serono-Aktie. In weniger als einem Jahr hat der größte europäische Biotechnologiekonzern jedenfalls einen Kursgewinn von fast 70 Prozent verbucht.

          Mit einem Schlußstand von 951 Schweizer Franken notierte der Titel am Montag zum Börsenschluß zwar noch meilenweit entfernt vom ehemaligen Rekordhoch vom 15. August 2000 bei 2.146 Franken. Doch der Titel befindet sich charttechnisch auf einem guten Weg, insbesondere dann, wenn es demnächst noch gelingt, um das aktuelle Kursniveau lauernde Charthürden zu nehmen. Vor allem wäre es wichtig, den bei rund 1.000 Franken laufenden langfristigen Abwärtstrend zu überwinden.

          Schöne Wachstumsraten

          Ob diese Aufgabe schon kurzfristig gelöst werden kann, bleibt zwar abzuwarten. Denn die neuesten Geschäftszahlen waren mit einer Punktlandung beim Reingewinn gemessen an den Erwartungen der Analysten nicht der absolute Knaller. Aber wenn sich die kleine Enttäuschung darüber gelegt hat und sich die Anleger auf die im Grunde genommen dennoch ansehnlichen Wachstumsraten konzentrieren, sollte dieses Unterfangen mittelfristig kein unlösbares Problem sein.

          Die im Geschäftsjahr 2003 eingefahrene Verbesserung beim Reingewinn um 21,6 Prozent auf 390,0 Millionen Dollar und erst Recht der Anstieg des Reingewinns unter Auschluß von einmaligen Aufwendungen um 31,3 Prozent auf 2,02 Milliarden Dollar kann sich jedenfalls sehen lassen. Zumal auch in diesem Jahr mit einem Wachstum beim Nettoergebnis von 15 bis 20 Prozent gerechnet wird, wobei bei dieser Prognose bereits die Kosten für die Markteinführung des Psoriasis-Medikaments Raptiva berücksichtigt sind.

          Multiple Sklerose-Medikament Rebif verkauft sich gut

          Der Umsatz wuchs im Vorjahr um 31,3 Prozent auf 2,02 Milliarden Dollar, was in lokalen Währungen einem Plus von 20,9 Prozent entspricht. In diesem Jahr soll diese Größe um zwölf Prozent oder mehr in lokaler Währung zulegen. Wachstumstreiber ist und bleibt dabei das Multiple Sklerose-Medikament Rebif, dessen Umsatz sich in lokalen Währungen um 34,1 Prozent auf 819,4 Millionen Dollar erhöhte. Laut Serono war Rebif 2002 in Amerika die am stärksten wachsende MS-Therapie und hat seinen Marktanteil im Jahresverlauf mehr als verdoppelt, wobei in diesem Bereich allerdings mit Konkurrenten wie Pfizer, Biogen Schering und Teva ein sehr harter Wettbewerb herrscht.

          Wie das Wachstum zeigt, scheint Serono hier aber gut positioniert zu sein, und man traut sich bis zum Jahr 2006 sogar zu. Marktführer Pfizer abzulösen. Und auch in den anderen Therapiegebieten Wachstum und Stoffwechsel sowie Fruchtbarkeit, in denen Serono tätig ist, scheint die Gesellschaft relativ gut aufgestellt oder in der Lage zu sein, sich mit Zukäufen gezielt zu verstärken.

          Aktie ist hoch bewertet

          Was den Aktionären dagegen weniger Gefallen dürfte ist die Beteiligung an der Fluglinie Swiss, aus der im vierten Quartal eine Wertberichtigung in Höhe von 16,1 Millionen Dollar resultierte. Hier wäre es aus Sicht der Anleger sicherlich wünschenswert, wenn man sich von dieser Position trennen würde.

          Nicht selbst in der Hand hat Serono dagegen einen weiteren Nachteil. Gemeint ist die bei einem im Vorjahr verdienten Gewinn je Aktie von 24,63 Dollar bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 24 nicht gerade günstige Bewertung, die sich zudem auch in einer gemessen am Umsatz hohen Marktkapitalisierung von deutlich über elf Milliarden Franken ausdrückt.

          Doch das ist zwar ein Manko, aber solange das wiedererwachte Interesse der Anleger an Biotechwerten anhält und Serono mit überzeugenden Zuwachsraten aufwartet, sollte dies den Kurs trotzdem nicht von einem weiteren Anstieg abhalten.

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