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Biotechnologie : Morgan Stanley siebt bei Biotech-Titeln aus

  • Aktualisiert am

Biotech-Aktien haben in den vergangenen Monaten eine Renaissance erlebt. Einige solcher Aktien sind arg gut gelaufen, meint Morgan Stanley. Und kündigt an, „Geld vom Tisch zu nehmen“ - aber nicht generell.

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          Seit Mitte vergangenen Jahres war die Biotechnologie eine der besten Branchen an den amerikanischen Börsen. Der Nasdaq Biotech-Index hat seitdem um rund 21 Prozent zugelegt. Wie die Investmentbank Morgan Stanley meint, sind die Wertsteigerungen bei Biotech-Aktien durch ein strammes Gewinnwachstum bei großen Unternehmen wie Amgen, das den Gewinn je Aktie im ersten Quartal um 31 Prozent steigerte, die Zulassung neuer Medikamente und Fortschritte bei der Forschung getrieben worden.

          Nun habe eine Reihe von Aktien von Unternehmen, die von Morgan Stanley beobachtet und analysiert werden, das von den Analysten gesteckte Preisziel für dieses Jahr schon erreicht oder seien nahe dran. Die Bewertung spiegele bereits die erwarteten Zulassungen von Neuentwicklungen ebenso wider wie einkalkuliertes Gewinnwachstum. Zudem sehen die Analysten allgemein die Wachstumskurven in der Branche vor dem Abflachen und stufen die Aussichten auch profitabler Biotech-Unternehmen, stark zu wachsen, als gering ein.

          Konsequenz: „Wir glauben, es ist an der Zeit, Geld vom Tisch zu nehmen“, urteilt Morgan Stanley. Welche Aktien davon betroffen sind, behält die Investmentbank zwar für sich. Dafür listet sie aber auf, welche Titel sie weiter als empfehlenswert ansieht.

          Weitere „Meilensteine“ erwartet

          Zu diesen Aktien zählt weiterhin das Papier von Amgen, einem „Kernwert“ der Biotech-Branche in Amerika. Gleich von drei schon zugelassenen Medikamenten verspricht sich Morgan Stanley steigende Gewinne, weil das jeweilige Marktpotential noch längst nicht ausgeschöpft sei. Deshalb haben die Analysten ihre Gewinnerwartungen für dieses Jahr auf 1,90 Dollar je Aktie heraufgesetzt, das seien fünf Cents mehr als die Konsensschätzung.

          Als bestes Stück auf der Biotech-Plattform sieht Morgan Stanley Human Genome Sciences an. Für das zweite Halbjahr erwartet die Analysten, daß zwei bis drei neue Medikamente auf den Weg gebracht werden und das Unternehmen „Meilensteine“ erreicht, die den Aktienkurs weiter antreiben könnten. Seit Anfang März hat sich der Kurs an der Technologiebörse Nasdaq schon von 6,50 auf 15,1 Dollar verbessert - ein Plus von 132 Prozent.

          Trotz Kursverdoppelung noch „bedeutendes Aufwärtspotential“

          In den vergangenen anderthalb Wochen stark gestiegen ist auch der Wert der Aktie von AtheroGenics, dem Morgan Stanley nach einem Kursaufschlag von knapp 100 Prozent seit Mitte Januar auf 12,72 Dollar noch ein „bedeutendes Aufwärtspotential“ bescheinigt. Ein in der zweiten klinischen Phase befindliches neues entzündungshemmendes Medikament könnte zu einem Durchbruch bei der Bekämpfung der konoraren Herzkrankheit, einer weit verbreiteten Krankheit und Todesursache, führen. Zudem hält Morgan Stanley es für möglich, daß das Unternehmen im zweiten Halbjahr einen Vertriebspartner für seine Entwicklungen gewinnt.

          Um 50 Prozent gestiegen ist seit März der Kurs der Gilead-Aktie. Das Unternehmen hat vor gut zwei Jahren ein Medikament auf den Markt gebracht, dessen Umsatz die Erwartungen stetig übertroffen habe. Von einem voraussichtlich im Juli auf den Markt kommenden Aids-Mittel verspricht sich Morgan Stanley ebenfalls Aufwärtspotential. Allerdings hinkt das Unternehmen noch deutlich hinter den geschätzten Spitzenumsätzen hinterher. Dabei ist es mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 64,5 ambitioniert bewertet, aber im Gegensatz zu AtheroGenics und Human Genone immerhin profitabel.

          Anlegervertrauen muß gestützt werden

          Insgesamt sollten die Risiken nicht aus den Augen verloren werden, die der Biotech-Branche weiter anhaften. Arlene Weintraub weist in einem Beitrag für Businessweek Online auf mehrere Schwachpunkte hin. Die Biotechnologen müßten besser als bisher die Ursachen von Krankheiten decodieren, statt sich auf ein bestimmtes Gen zu konzentrieren. Der Informationszufluß sei ungenügend und manche Fabrikationsmethode noch zu verbessern.

          Nicht zuletzt gelte es, das Vertrauen der Anleger in die Branche zu erhalten und zu unterstützen. Denn dies ist eine Vorbedingung, daß Biotech-Aktien eine Zukunft haben. In den vergangenen Jahren sind indes viele Anleger abgeschreckt worden, weil nicht nur die Kurse in den Keller rauschten, sondern auch weil sich manche Manager unlauter verhalten hatten.

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