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Biotechnologie : Käufer der Actelion-Aktie bauen auf starkes Wachstum

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Die Actelion-Aktie befindet sich im Aufwind. Die Umsatz- und Gewinnprognosen sind optimistisch, die technischen Signale sind positiv. Allerdings hängt vorerst am Erfolg eines einzelnen Medikaments.

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          Von der jüngsten Börenrallye konnten auch die Biotechnologiewerte profitieren. So liegt der Bloomberg Europe Biotechindex seit März des laufenden Jahres mit 45 Prozent im Plus, der Nasdaq Biotech Index kann sogar einen Kursgewinn von 65 Prozent vorweisen. Und das, obwohl man bei manchen Firmen ziemlich weit und ziemlich optimistisch in die Zukunft blicken muß, um die Kursgewinne fundamental zu rechtfertigen. Denn viele Unternehmen haben außer Ideen und innovativen Ansätzen zunächst nicht viel zu bieten.

          Aber an der Börse ist es manchmal wie Ebbe und Flut. Kommt das Wasser in Form steigender Kurse an die Küste zurück, so nimmt es zunächst einmal alle Boote mit nach oben. Es sei denn, das Leck ist zu offensichtlich. In diesem Umfeld ist auch der Aktie des schweizer Biotechunternehmens Actelion deutlich gestiegen. Von März bis Ende Mai legte das Papier knapp 70 Prozent zu, bevor es in eine Handelsspanne zwischen 85 und 100 Franken überging. In den vergangenen Tagen ist es dem Papier sogar gelungen, diesen Bereich nach oben zu überwinden und mit Kursen von bis zu knapp 110 Franken den Raum für weitere Kursgewinne aus technischer Sicht frei zu machen. Und das, obwohl die Bewertung bezogen auf die Gewinnschätzungen für das Jahr 2003 mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 125 extrem hoch ist.

          Hohe Umsatzerwartungen führen zu hoher Bewertung ...

          Allerdings relativiert sich diese Bewertung mit einem Blick in die weitere Zukunft. Denn dort zeigt sich, was die Phantasie der Anleger bei Biotechnologiewerten immer wieder aufs Neue anregt: Bei der erfolgreichen Entwicklung von marktfähigen Produkten explodieren Umsätze und Gewinne. Und das ist bei Actelion der Fall. Denn das Unternehmen hat in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres die Gewinnschwelle erreicht und verzeichnet bei einer strikten Kostenkontrolle steigende Umsätze. Dafür ist vor allem das Medikament Tracleer, ein Medikament in Tablettenform zur Behandlung von Hochdruck in Blutgefäßen der Lunge, verantwortlich, das in immer mehr Ländern auf den Markt kommt.

          Es ist bisher das erste Medikament des Unternehmens, das einen nennenswerten kommerziellen Erfolg verbucht. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich groß, daß weitere - wie Veletri oder Zavesca - folgen werden. Auf dieser Basis wird der Umsatz nach durchschnittlichen Analystenschätzungen von 300 Millionen Franken im Jahr 2003 um 83 Prozent auf 550 Millionen Franken im Jahr 2005 zulegen. Der Gewinn je Aktie soll sich im selben Zeitraum von 77 Centimes auf fünf Franken mehr als versechsfachen. Selbst dann wäre die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 22 immer noch relativ teuer. Das Unternehmen soll allerdings auch danach weiter deutlich wachsen.

          ... die Prognosen basieren auf dem Erfolg eines einzelnen Medikaments

          Und deswegen sind die Analysten weitgehend optimistisch. 14 von 20 Analysten empfehlen das Papier zum Kauf, die restlichen sechs stellen sich neutral. Martin Wales von der UBS hat erst vor wenigen Tagen das Kursziel auf 150 Franken erhöht. Er ist ziemlich zuversichtlich, daß das auch erreicht werden kann. Bei allem Optimismus sollten Anleger allerdings die Risiken der Biotechbranche nicht verkennen. Denn die sind groß. Vor allem auch dann, wenn die Umsatz- und Gewinnprognosen zumindest vorerst auf einem einzigen Produkte basieren. Denn da kann jederzeit etwas schief gehen.

          Ein Blick auf die Aktie von Schwarz Pharma zeigt das überdeutlich. Denn dort hat sich der Kurs der Aktie beinahe halbiert als bekannt wurde, daß der Hauptumsatzträger des Unternehmens Konkurrenz erhält. In diesem Sinne dürfte es ratsam sein, solche Werte in einem Portfolio nur beizumischen und nicht größere Wetten darauf abzuschließen.

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