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Biotechnologie : Ist der Einstieg jetzt lukrativ?

  • -Aktualisiert am

Garbe: „Die großen Biotechs sind noch hoch bewertet” Bild: @unit mit Bildmaterial von comchem.de

Während die großen US-Biotechs noch immer hoch bewertet sind, hält GZ-Bank Analyst Garbe die zweite Reihe für attraktiv.

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          Der März war der schlechteste Monat für amerikanische Biotechs seit 1993. Seit Jahresbeginn verlor der Nasdaq Biotech Index 24,8 Prozent, zeigte aber bereits erste Gegenbewegungen Die ehemaligen Highflyer leiden unter der allgemeinen Marktschwäche, aber auch unter einigen Rückschlägen bei der Zulassung von biotechnologischen Produkten. Ist der Boden im Biotechnologiesektor bereits erreicht oder stehen in den nächsten Monaten noch weitere Kursverluste ins Haus?

          Rückschläge drohen insbesondere dann, wenn die Erwartungen der Analysten nicht erfüllt werden. Die Quartalsergebnisse der großen amerikanischen Biotechnologieunternehmen Amgen, Biogen, Genentech, Genzyme trafen auf den ersten Blick die Prognosen der Wall Street. Genentech konnte mit seinem Quartalsergebnis für eine kleine Überraschung sorgen, denn der Gewinn stieg um 20 Prozent. Bei Genzyme (siehe Link: Genzyme General) rechnen Analysten auf Grund neuer Produkte mit einer zukünftigen Ergebnissteigerung von 13 bis 15 Prozent. IDEC Pharmaceuticals übertraf sogar mit dem Quartalsergebnis die Erwartungen der Analysten.

          Noch immer hohe Bewertungen

          Das dynamische Kurs-Gewinn-Verhältnis (PEG) signalisiert jedoch, dass der Markt keine Ausrutscher duldet. Jedes Produkt, das sich in der Entwicklungspipeline der Unternehmen steckt, muss ein Volltreffer werden. Denn die Biotech-Riesen weisen mit einem PEG von 2,4 immer noch ein sehr hohes Bewertungsniveau auf. Da der Unterschied zu hoch profitablen Pharmakonzernen in der Zukunft weiter schwinden könnte, sollte sich im Laufe diese Jahres ein PEG von zwei einstellen. Das bedeutet ein Rückschlagspotenzial von 20 bis 30 Prozent im Bewertungsniveau der großen Biotechnologieunternehmen

          Immer wieder Rückschläge

          Wie anfällig die Unternehmen im Biotechnologiesektor gegenüber Rückschlägen sind, machten jüngst Genentech und Actelion deutlich. Genentech entwickelt ein Herzmedikament zusammen mit dem schweizerischen Unternehmen Actelion. Als Actelion ein enttäuschendes Ergebnis des Medikamentes in der klinischen Phase III meldete, was das gesamte Produkt in Frage stellt, verlor die Aktie an einem Tag über 60 Prozent und die Titel von Genentech zehn Prozent. Auch IDEC (siehe Link: Porträt IDEC Pharmaceuticals) musste mit schlechten Nachrichten an die Öffentlichkeit treten. Denn die amerikanische Zulassungsbehörde FDA hat noch offene Fragen zu dem in der Zulassung befindlichen Produkt Zevalin, einer Weiterentwicklung von Zevalin. Die zusätzlichen Fragen der FDA können das Zulassungsverfahren von Zevalin verzögern und damit zu einer Korrektur der bisherigen Erwartungen der Analysten führen.

          Vielversprechende Ergebnisse in der zweiten Reihe

          Aus dem Bereich der Unternehmen, die sich gemessen an der Höhe ihrer Marktkapitalisierung im Mittelfeld befinden, sind häufig Produkteinführungen erst in den nächsten zwei bis drei Jahren zu erwarten. Bei diesen Unternehmen stehen die Forschungs- und Entwicklungsbudgets und die Professionalität der klinischen Studien im Mittelpunkt. Eine Vielzahl dieser Unternehmen schreibt auch in absehbarer Zukunft rote Zahlen. Der Wert dieser Unternehmen wird hauptsächlich von positiven Meldungen aus dem Bereich der Forschung und Entwicklung getragen. Human Genome Sciences meldete hervorragende Ergebnisse ihres ersten potenziellen Produktes Repifermin in der klinischen Phase IIa. Auch Protein Design Labs (siehe Link: Porträt: Protein Design Labs) hat eine Vielzahl von Produkten aus dem Bereich der Antikörpertherapie in der Pipeline (Phase II). Myriad Genetics hat das Potenzial in den nächsten Jahren ein wichtiges Unternehmen in der Bestimmung der Proteininteraktionen zu werden. So arbeitet Myriad Genetics mit Oracle und Hitachi an dem Aufbau einer Proteindatenbank. Das Wissen über die Proteine wird die Medikamentenentwicklung wesentlich effizienter gestalten können.

          Mittelfeld ist gute Option

          Der Markt bietet bei Unternehmen aus dem Mittelfeld eine gute Investmentoption. Aber auch IDEC ist ein interessanter Wert. Jedoch muss generell bei Investments in der Biotechnologie sehr viel Geduld und eine hohe Risikobereitschaft mitgebracht werden. Jedoch kann insbesondere bei den Medikamentenentwicklern das Eingehen eines hohen Risikos in der Zukunft durch eine satte Rendite belohnt werden.

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