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Biotechnologie : Im Biotechbereich bieten sich vereinzelt Chancen

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Neben der Technologie- ist auch die Biotechblase geplatzt. Nun bieten sich allerdings vereinzelt interessante Chancen, besagt eine Studie der DZ Bank.

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          In den vergangenen zwei Jahren ist nicht nur die Blase bei Technologie- und Telekommunikationswerten geplatzt, sondern auch die Biotechnologiebranche kam völlig unter die Räder. Der Nemax Biotech-Index beispielsweise erreichte sein Hoch von 263,39 Zählern am 13. März des Jahres 2000 und verlor bis zum Tief bei 23,83 Punkten am achten Oktober 2002 knapp 92 Prozent seines Wertes, bevor er sich wieder leicht erholte.

          Neben der allgemeinen Marktschwäche haben dazu auch die spektakulären Rückschläge bei der Entwicklung von Produkten beigetragen. Das führt dazu, dass einige Unternehmen zwar viel Geld für die Erforschung und Entwicklung von Produkten verwendet haben, aber trotzdem keine Chance, in absehbarer Zeit Gewinne zu erzielen. Nicht wenige davon werden folglich von der Insolvenz bedroht sein.

          Technologie, Pipeline und Finanzen als Erfolgskriterien

          Sollte man unter diesen Umständen trotzdem in die Branche investieren, fragten sich die Analysten der DZ-Bank in einer Studie und konzentrierten sich dabei auf ausgewählte produktentwickelnde europäische Biotech-Unternehmen. Bei der Beurteilung der Geschäftsmodelle haben sie sich auf die Technologie-Plattform, die Qualität der Produktpipeline und die Finanzsituation als kritische Erfolgskriterien konzentriert.

          Beim Blick auf die Finanzsituation ließen sie sich von den Erfahrungen in den USA leiten, nach denen erfolgreiche Biotechunternehmen erst zehn Jahre nach der Gründung oder sieben Jahre nach dem Börsengang die Gewinnschwelle erreichten. Übertragen auf Europa führt das dazu, dass der Betrachtungszeitraum ausgedehnt werden muss. Da keines der betrachteten Unternehmen über ausreichende liquide Mittel verfügt und gleichzeitig die Refinanzierung nur alle zwei bis drei Jahre möglich erscheint, dürften viele der Unternehmen zumindest rein rechnerisch die Gewinnschwelle nicht erreichen können. Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg ist damit auch die Erfahrung des Managements, so eine Entwicklung rechtzeitig erkennen und meistern zu können.

          Gute und schlechte Karten werden verteilt

          Von acht untersuchten Unternehmen erfüllen die französische NicOx SA und schweizer Actelion die Erfolgskriterien am besten und sind auf dem aktuellen Kursniveau fundamental unterbewertet, lautet das Resultat. NicOx überzeuge durch seine innovative Technologie und den hohen Gegenwartswert seiner Produktpipeline. Actelion mit der Erfolgsstory Tracleer und der Vielzahl von Indikationen, für deren Therapie die Wirkstoffe eingesetzt werden können.

          Schlechte Karten haben dagegen GPC Biotech und Morphosys. Nach dem Scheitern der Fusion mit British Biotech und einem unerwartet schnellen Verbrauch der Finanzmittel dürfte Morphosys zur Jahresmitte des Jahres 2003 in Liquiditätsschwierigkeiten geraten. Bei GPC spielt die Qualität der Technologie bei der Unternehmensbewertung eine große Rolle. Da sich jedoch Pharmafirmen zurzeit mit Engagements bei Forschungsprojekten in einem frühen Stadium zurückhalten, erscheinen Umsatzprognosen unsicher zu sein. Denn GPC konnte bisher gerade in diesem Bereich seine Erfolge erzielen.

          Insgesamt lautet das Fazit: Bei Biotechunternehmen, die Medikamente entwickeln, stehen großen Chancen hohe Investitionen und Ausfallrisiken gegenüber. Die damit verbundene Unsicherheit führt zu einer höheren Volatilität der Werte, die sogar zu erratischen Kursbewegungen führen kann. Nach dem starken Kursverfall könnten sich für den langfrisitg orientierten Anleger interessante Einstiegsgelegenheiten bieten. Dabei muss er allerdings die Aktien sorgfältig auswählen oder sich einem spezialisierten Fonds mit Erfolgsausweis anvertrauen.

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