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Biotechnologie : Biotech-Sektor weiter unter Druck

  • -Aktualisiert am

Biotech-Experte Christian Garbe Bild: @unit mit Bildmaterial von comchem.de

War das Jahr 2001 schon kein Highlight für Biotech-Unternehmen, so scheint sich die Misere im laufenden Jahr fortzusetzen.

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          Der Biotechnologiesektor enttäuschte im Jahr 2001 die Investoren. Dieser Trend setzte sich auch in den ersten drei Monaten des Jahres 2002 fort. So verlor der Nasdaq-Biotechnologie Index im ersten Quartal 15,94 Prozent. Zum Vergleich: auch schon im ersten Quartal des Jahres 2001 verlor der Index 16,08 Prozent.

          Obwohl die fundamentalen Daten der Biotechnologie weiterhin in Takt sind, wie beispielsweise das stetige Wachstum in der Nachfrage von Medikamenten für die Behandlung der Erkrankung des zentralen Nervensystems oder von Atemwegserkrankungen zeigt, kommen zunehmend Bedenken auf. Die Zahl der Rückfragen von der amerikanischen Zulassungsbehörde oder auch der Nichtzulassung von Produkten ist angestiegen. Auslöser für diese Ereignisse waren Fehlschläge und zweifelhafte Zulassungsdossiers wie beispielsweise bei Imclone, Sepracor und Protein Design Labs. Die Werte der genannten Unternehmen drittelten oder halbierten sich in den letzten Monaten.

          Biotechs werden zu Übernahmeobjekten

          Die schwache Performance der Biotechnologieunternehmen wird vermehrt dazu führen, dass die Biotechnologieunternehmen zu Übernahmekandidaten für die Pharmaindustrie werden. So will Schering Collateral Therapeutics akquirieren und Johnson & Johnson steht vor einer Übernahme des belgischen Unternehmens Tibotec-Virco. Die Pharmaunternehmen können durch derartige Übernahmen nun zu einem relativ günstigen Preis die eigene Pipeline aufbessern. Ob der Trend zu den Übernahmen sich verstärken wird, dürfte von der Performance der Biotechnologieunternehmen in den kommenden Monaten abhängen. Bleibt der Biotechnologiesektor weiterhin unter Druck, könnte die Zahl der Übernahmen signifikant steigen.

          Die Quartalsergebnisse der ersten großen Biotechnologieunternehmen aus den USA machen jedoch deutlich, dass der Sektor zwar billiger, aber noch nicht günstig geworden ist. Es drohen noch zahlreiche Probleme, wie am Dienstag durch das Beispiel Genentech wieder deutlich wurde. Genentech, ein Veteran der Biotechnologieindustrie, hängt am Tropf weniger Produkte. Neue Zulassungen lassen auf sich warten, weil die Zulassungsbehörde vermehrt zusätzliche Anforderungen stellt.

          Besorgnis bei IDEC Pharmaceuticals

          Am 18. April wird IDEC Pharmaceuticals die Quartalsergebnisse vorlegen, die Vorankündigung lässt einige Besorgnis aufkommen. Denn das Produkt Rituxan, das zusammen mit Genentech vertrieben wird, scheint die gesteckten Wachstumsziele nicht zu erreichen. Auch bei Biogen sind die Erwartungen für das erste Quartal sehr hoch gesteckt. Besonders problematisch ist, dass der Umsatz des Unternehmens zu 91 Prozent von Avonex abhängt. Dadurch exisitiert zwangsläufig ein hohes Rückschlagspotenzial, wenn der Produktverkauf ins Stocken geraten sollte.

          Insgesamt dürfte damit das erste Quartal des Jahres 2002 andeuten, ob sich der Abwärtstrend der Biotechnologie an den Kapitalmärkten fortsetzt oder ob eine Umkehr gelingt.

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