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Biotechnologie : Biotech-Gigant Amgen verblüfft die Analysten

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Der weltgrößte Biotechwert Amgen scheint auf alte Wachstumspfade zurückzukehren. Allerdings ist die Aktie schon nicht mehr billig.

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          Meldet sich der Biotech-Gigant Amgen zu Wort, bebt die Branche. Am Donnerstag gab das weltgrößte Biotech-Unternehmen seinen viel beachteten Ausblick auf das kommende Jahr, und übertraf wie in alten Zeiten die Prognosen der Wall-Street-Analysten. Außerdem passte Amgen sein Umsatzziel für dieses Jahr leicht nach oben an. Die Aktie reagiert im frühen Handel an der Nasdaq mit einem Plus von 5,7 Prozent auf 49,95 Dollar, und stützt den gesamten Sektor.

          Für 2003 sagt Amgen einen Gewinn je Aktie von 1,70 bis 1,80 Dollar voraus sowie einen Umsatz von 7,3 Milliarden bis 7,8 Milliarden Dollar. Die Gewinnschätzung schließt die Integrationskosten für die im Juli übernommene Immunex aus, die sich auf 20 Cents je Aktie belaufen sollen. Von Thomson First Call beftragte Analysten rechneten bislang im Schnitt mit nur 1,65 Dollar Gewinn je Aktie. Amgen habe sich für ein „äußerst kräftiges Jahr 2003“ positioniert, meinte Konzernchef Kevin Sharer dazu.

          Analysten beeindruckt

          Dieses Jahr will Amgen 1,37 bis 1,39 Dollar pro Aktie verdienen und erwartet ein Umsatzplus von etwas über 40 Prozent. Die bisherige Prognose lautete auf etwas unter 40 Prozent Wachstum. Beim Gewinn pro Aktie rechneten die Analysten bisher durchschnittlich mit 1,37 Dollar.

          „Das sieht großartig aus, und ist fast alles, was man wissen muss“, kommentierte Eric Schmidt von SG Cowen. „Die sagen ein Umsatzwachstum von 39 bis 49 Prozent voraus. Das ist ziemlich beeindruckend“, begründete der Analyst seine Einschätzung. Fondsmanager Jon Fisher von der Fifth Third Bank haut in dieselbe Kerbe: „Das Wachstum ist phänomenal. Nächstes Jahr rechne ich mit weiteren Prognoseanhebungen im Jahresverlauf.“

          Enbrel und Aranesp im Fokus

          Dreh- und Angelpunkt der Prognosen sind die beiden Blockbuster-Medikamente Aranesp und Enbrel. Das Arthritis-Präparat Enbrel, das Amgen mit Immunex übernahm, soll allein 1,2 bis 1,4 Milliarden Dollar in Amgens Kassen spülen. Eine neue Fabrik in Rhode Island soll den Angebotsengpass beheben, der die Umsätze in diesem Jahr gedeckelt hat. Die Prognose basiert auf der Annahme, dass die Fabrik im ersten Quartal ihre Produktionzulassung erhält.

          Die kombinierten Erlöse aus dem Medikament gegen Blutarmut, Epogen, und dessen Nachfolgeprodukt Aranesp erwartet Amgen mit 3,2 bis 3,4 Milliarden Dollar. Aranesp kommt noch eine jüngst veröffentlichte Studie zu Gute, die eine gleiche Wirksamkeit gegenüber dem Konkurrenzprodukt Procrit von Johnson & Johnson bei geringeren Kosten festgestellt hat.

          Doch die Prognosen sind nicht unumstritten: Die Analysten von UBS Warburg etwa sind deutlich skeptischer als das Unternehmen und erwartet für Enbrel lediglich 1,1 Milliarden Umsatz sowie für Aransp nur 825 Millionen Dollar. Daraus ergibt sich eine deutlich unter dem Konsens liegende Gewinnschätzung von 1,53 Dollar je Aktie.

          Aktie hat sich schon kräftig erholt

          Aber auch die bisherigen Konsensschätzugen der Analysten ergeben laut Bloomberg ein aktuelles Kurs-Gewinn-Verhältnis von 34,3 für dieses und 33,2 für nächstes Jahr, womit die Aktie schon wieder fast zu früheren Bewertungsniveaus aufgeschlossen hat. Von seinem Jahrestief bei 30,57 Dollar hat sich das Papier seit Juli schon wieder mit über 60 Prozent Plus erholt.

          Zudem signalisiert das wichtigste Branchenbarometer, der Nasdaq Biotech Index, mit seinem Abprallen an der Widerstandszone zwischen 550 und 580 Punkten gewisse Ermüdungserscheinungen. Der Branche machen außerdem Ungereimtheiten in der Bilanz von Bristol-Myers Squibb neue Sorgen. Ein Einstieg bei Amgen drängt sich auf dem erreichten Niveau also nicht mehr auf.

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