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Biotech : Qiagen blamiert manche Analysten

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Mit pfiffigen Produkten will Qiagen wachsen Bild: dpa

Das Treffen stark reduzierter Erwartungen ist nicht sonderlich prickelnd. Dafür müsste Qiagen schon mehr bieten.

          Nach der jüngsten Umsatz- und Gewinnwarnung konnte das Ergebnis von Qiagen kaum noch überraschen. Mit einem Gewinn pro Aktie von fünf Cents und einem Umsatz von 72,7 Millionen Euro lagen die Ertragszahlen des zweiten Quartals im Rahmen der Erwartungen.

          Damit dürfte sich die Aktie auf Grund dieser Nachricht kaum bewegen. Interessanter dürfte deswegen schon die Frage sein, wie der Blick nach vorne aussieht. Und da scheint Qiagen nicht viel Prickelndes zu bieten zu haben. Im Gegenteil. Der Ausblick fehlte und wird hoffentlich in einer Telefonkonferenz nachgeholt.

          Wenig Grund zum Optimismus

          Rückwärts gewandt heißt es „die Geschäftszahlen von Qiagen für das zweite Quartal litten unter einem erheblichen Rückgang der Forschungsausgaben in der US-Pharmabranche", erklärte Vorstandschef Metin Colpan. Der Rückgang der Forschungsausgaben in dem Industriezweig traf vor allem die Qiagen-Geschäftsbereiche Instrumente und synthetische DNA.

          Im Bereich universitärer Forschungseinrichtungen, der die Hälfte des Kundenstamms bei Qiagen ausmache, sei im vergangenen Quartal ein starkes Wachstum zu verzeichnen gewesen. Das Kerngeschäft mit Produkten zur Trennung und Aufreinigung von Nukleinsäuren sei schneller gewachsen als erwartet, hieß es weiter und habe rund 72 Prozent zum Umsatz des Quartals beigetragen.

          Das klingt zwar optimistisch. Aber wirklich Mut machen dürfte das kaum. Denn angesichts der prekären Lage des Biotech-Sektors speziell und der Wirtschaftsentwicklung im Allgemeinen dürfte kein Grund bestehen, optimistisch zu sein.

          Große „Knaller“ sind nicht zu erwarten

          Das beruhigenste dürfte sein, dass das Unternehmen im Gegensatz zu vielen anderen der Branche einen Gewinn erzielt. Allerdings dürfte das Steigerungspotenzial begrenzt bleiben. Denn im Prinzip handelt es sich bei Qiagen lediglich um einen „Zulieferbetrieb“, der vom Wohl und Wehe der Forschungsaktivitäten abhängt. Während bei forschenden Unternehmen immerhin die Wahrscheinlichkeit vorhanden ist, dass es irgendwann auf einen „betriebswirtschaftlichen Knaller“ stoßen könnte, so ist diese Fantasie bei Qiagen so gut wie nicht vorhanden.

          Bewertungsmäßig sieht das Papier mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwas mehr als 17 für das Jahr 2003 nicht allzu teuer aus. Bedenklich stimmt dabei nur, dass die Anpassungen der Gewinnschätzungen in der jüngeren Vergangenheit alle nach unten gingen. Immerhin sieht es zumindest charttechnisch so aus, als ob die Aktie bei sechs Euro einen Boden gefunden haben könnte.

          Ein Einstieg dürfte trotz allem erst dann ratsam sein, wenn sich generell die Börsenstimmung verbessert hat und wenn sowohl aus der Branche als auch aus dem Unternehmen handfeste positive Nachrichten abzeichnen.

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