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Bilanz : Allianz weiter auf Kurs

  • -Aktualisiert am

Bild: dpa

Die guten Quartalszahlen für den Zeitraum Januar bis März 2012 des Münchner Finanzkonzerns waren keine Eintagsfliege. Das unterstreicht nun die Bilanz für das zweite Quartal. Die Allianz ist trotz Schuldenkrise auf Kurs, die Aktie kommt wieder in Fahrt.

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          Die Allianz hat sich im zweiten Quartal überraschend gut geschlagen. Der operative Gewinn stieg um knapp 3 Prozent auf 2,36 Milliarden Euro, unter dem Strich blieben 1,32 (Vorjahr 1,07) Milliarden hängen. Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Überschuss von 1,19 Milliarden Euro gerechnet. Im Vorjahr hatten noch Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen die Bilanz von Europas größtem Versicherer verhagelt. Ähnlich hohe Sonderlasten fielen dieses Mal nun nicht mehr an. Außerdem profitierten die Münchner von höheren Wertpapierverkäufen und geringeren Wertkorrekturen auf Aktien.

          Stabiles operatives Geschäft

          Der Dax-Konzern konnte somit eindrucksvoll aufzeigen, wie gut das Unternehmen die aktuellen Schwierigkeiten rund um die europäische Staatsschuldenkrise meistern konnte, während einige Finanzinstitute unter ihren Folgen sehr stark zu leiden hatten. „Unsere kontinuierlich guten Ergebnisse zeigen, dass wir die widrigen Marktbedingungen erfolgreich meistern. Unser operatives Geschäft ist stabil und bleibt auf Kurs“, sagte dementsprechend Michael Diekmann, Vorsitzender des Vorstands der Allianz SE, zu den erreichten Ergebnissen im zweiten Quartal.

          Aufgrund der ordentlichen Geschäftsentwicklung blieb der Konzern bei seiner Prognose für das Gesamtjahr: „Unser operatives Geschäft ist stabil und bleibt auf Kurs“, sagte Diekmann weiter. Er bekräftigte das Ziel, im Gesamtjahr 2012 operativ 7,7 bis 8,7 Milliarden Euro verdienen zu wollen.

          Sparte Leben trägt Ergebnis

          Getragen wurde das operative Ergebnis von steigenden Gewinnen in der Lebensversicherung und der Vermögensverwaltung von jeweils gut 20 Prozent. Die Kernsparte Schaden/Unfall schnitt dagegen von April bis Juni 16 Prozent schlechter ab als im Jahr zuvor.

          Die Belastung aus Naturkatastrophen lag mit 174 Millionen Euro in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Zu den größten Einzelschäden gehörten das Erdbeben in der norditalienischen Region Emilia-Romagna, Hagel-Unwetter in Deutschland und ein Tornado in den Vereinigten Staaten. Außerdem mussten für die Überschwemmungen in Thailand zusätzliche Rückstellungen von etwa 120 Millionen Euro gebildet werden.

          Markt honoriert Bilanz

          Alles in allem ist es aber ein Quartalsergebnis, das die Börsen positiv überrascht hat. Die Gewinne der Aktie von mehr als 3,5 Prozent im Freitaghandel spiegeln dies wider. Überhaupt scheint das Allianz-Papier wieder mehr Fans in den vergangenen Monaten bekommen zu haben:

          Seit Mitte September 2009, als die Aktie ein Mehrjahrestief bei 57 Euro markiert hatte, geht es kontinuierlich gen Norden. Sollte die positive Nachrichtenlage die Allianz-Aktie nachhaltig über die Zone von 81 bis 84 Euro hieven, könnten in der Folge durchaus kurzfristig weitere Kurssteigerungen bis in die Region 90 bis 93 Euro realistisch sein. In diesem Bereich befindet sich auch das bisherige Jahreshoch vom März bei 94,94 Euro. In wie weit darüber dann die Aktie bis in die Region um 100 Euro stoßen kann, bleibt abzuwarten. Diverse Widerstände wären erst einmal aus dem Weg zu räumen.

          Attraktive Dividendenrendite

          Wer als Anleger jedoch nicht zu sehr auf die Charttechnik achtet, sondern lieber die fundamentalen Daten zu Rate zieht, der könnte sich bei einem Engagement in die Allianz-Aktie einer attraktiven Dividendenrendite sicher sein. Für 2013 stehen immerhin über 6 Prozent zu Buche, bei einem KGV von knapp 12. Eine durchaus noch günstige Bewertung einer Finanz- und Versicherungsaktie, die in den kommenden Monaten und Quartalen durchaus das Potenzial hat, wieder an alte Stärke anzuknüpfen.

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