https://www.faz.net/-gv6-nzq3

Beteiligungsgesellschaften : Warren Buffett - die Überrendite scheint abzunehmen

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET

Warren Buffett, zweitreichster Mann weltweit, hat in den vergangen 40 Jahren mit seinem Beteiligungsunternehmen Berkshire Hathaway deutliche Überrenditen erzielt und seinen Aktionären zu einem Vermögen verholfen. Tendenz: abnehmend.

          Von vier auf 74.129 Dollar in 40 Jahren - so läßt sich die Anlageleistung des bekannten Anlegers und Investors Warren Buffet in Kürze beschreiben. In den Jahren 1965 bis 2005 kam er so auf eine durchschnittliche Jahresrendite von 28 Prozent, rechnet er in seinem viel beachteten, jährlich im März erscheinenden „Brief an die Aktionäre“ vor.

          Das kann sich sehen lassen, auch wenn die Durchschnittsrendite in den vergangenen zehn Jahren mit einem Plus von13 Prozent pro Jahr „unterdurchschnittlich“ ausfiel. Auf diese Weise dürfte sich einerseits die zwischenzeitliche Börsenbaisse bemerkbar machen. Auf der anderen bestätigen sich möglicherweise auch seine wiederholten Aussagen, es ließen sich noch attraktive Anlagemöglichkeiten finden.

          Hohe Durchschnittsrenditen mit abnehmender Tendenz ...

          Warren Buffett, Multimilliardär und Vorstandschef von Berkshire Hathaway, investiert jedoch nicht nur in Wertpapiere, sondern setzt vor allem auch auf reale Unternehmen, die übernommen und gehalten werden. Und hier kann sich die operative Entwicklung sehen lassen. Denn das durchschnittliche Gewinnwachstum der Beteiligungsunternehmen lag in den Jahren 1965 bis 2005 bei 17,2 Prozent und in den Jahren 1995 bis 2005 sogar bei 30,2 Prozent. Auf diese Weise wurde die „unterdurchschnittliche“ Wertentwicklung des Investmentportfolios in der jüngeren Zeit durch zunehmende Gewinne zumindest in der Tendenz kompensiert.

          Bei allem Glanz der Zahlen sollte man als Anleger den kritischen Blick nicht völlig ablegen. Denn blickt man auf die historische Entwicklung, so hat die erzielte Überrendite gegenüber dem Markt in der Tendenz leicht abgenommen. Gleichzeitig wird sie bei Bershire Hathaway am Buchwert gemessen. Und dieser ist nicht unmittelbar verknüpft mit der Kursentwicklung der Aktie an der Börse. So stagniert die A-Aktie nun schon seit dem Jahr 1989 auf hohem Niveau.

          Das kann einerseits damit zusammenhängen, daß Berkshire Hathaway zu einem Konglomerat geworden ist, das sich nur schwer überblicken läßt. Solche Unternehmen werden an der Börse in der Regel mit einem Abschlag bewertet, obwohl man davon im Moment mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 29 und knapp 21 auf Basis der Gewinnschätzungen für das vergangene und das laufende Geschäftsjahr kaum reden kann. Abgesehen davon mögen gewisse Bedenken über die weitere konjunkturelle Entwicklung eine Rolle spielen.

          ... können sie auch in Zukunft erzielt werden?

          Ein wichtiger Faktor kann jedoch auch das Alter Warren Buffets selbst sein. Immerhin war und ist er maßgeblich für die Entwicklung des Unternehmens verantwortlich. Was würde jedoch passieren, wenn er dazu nicht mehr in der Lage sein sollte? In seinem aktuellsten Aktionärsbrief hat er auch auf diese Frage reagiert. Der Aufsichtsrat der Investmentholding habe einen Nachfolger für den Fall ausgesucht, daß Buffett ausfallen sollte, schrieb das „Orakel von Omaha“.

          Ob dieser dann in der Lage sein wird, die Erfolge Buffets zu wiederholen, dürfte man angesichts der Trends der vergangenen Jahre - abnehmende Überrendite bei Buffet selbst - etwas skeptisch hinterfragen können. Alleine schon die Unternehmensgröße macht eine überdurchschnittliche Entwicklung immer unwahrscheinlicher.

          Aus diesem Grund mag die Berkshire Hathaway „der Vergangenheit“ ein gutes Beispiel dafür sein, welche Renditen Anleger erzielen können, wenn sie sich gut gewählte Werte mit deutlich überdurchschnittlicher Performance ins Depot legen. Ob das auch noch in Zukunft in dieser Größe möglich sein wird, dürfte offen bleiben.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.