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Beteiligungsgesellschaften : Rückbesinnung auf alte Werte hilft der Gesco-Aktie

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Für den Ausflug in den Technologie-Bereich haben die Gesco-Aktionäre teuer bezahlt. Doch seitdem sich der Vorstand der Beteiligungsfirma wieder auf seine Stärken besinnt, finden Anleger wieder Gefallen an dem Titel.

          „Schuster, bleib bei deinen Leisten“. Wie treffend dieser Spruch oftmals ist, haben die Verantwortlichen und die Aktionäre der Gesco AG schmerzvoll erfahren müssen. Denn die im Juni 2000 getroffene Entscheidung, das Geschäftsfeld Neue Technologien zu gründen und Minderheitsbeteiligungen in diesem Bereich einzugehen, hat sich im Zuge der fast gleichzeitig einsetzenden Talfahrt an den Börsen als verlustreicher Fehlschlag erwiesen.

          Die Strafe folgte mit einem rasend fallenden Aktienkurs auf dem Fuß und auch die Bilanz für das Geschäftsjahr 2002/2003 war noch mit dem Makel eines Verlusts von 1,29 Euro je Aktie behaftet. Doch der Vorstand hat längst die Reißleine gezogen, die Gesko Technologie AG verkauft und den folgenschweren Ausflug in das neue Geschäftsfeld somit beendet.

          Damit kann sich die Beteiligungsgesellschaft wieder auf das konzentrieren, was sie wirklich kann. Und zwar auf den Erwerb profitabler und strategisch interessanter Unternehmen des industriellen Mittelstands (im Bereich Werkzeug- und Maschinenbau sowie Kunststofftechnik ) sowie deren Weiterentwicklung und der Steigerung ihres Unternehmenswertes.

          Vorstand hebt die Prognosen an

          Die erfolgreiche Rückkehr auf den Pfad der Tugenden wird auch durch die neueste Unternehmensmitteilung unterstrichen. Angaben vom Mittwoch zufolge kann nach einer guten Entwicklung in den ersten neun Monaten die Umsatz- und Gewinnprognose für das zum 31. März endende Geschäftsjahr 2003/04 angehoben werden. Auf Basis der Neunmonatszahlen wird nun für das Gesamtjahr ein Umsatz, der leicht über der Planzahl von 166 (Vorjahr 153) Millionen Euro liegt, erwartet. Der Überschuß soll die Prognose von 3,2 (minus 3,2) Millionen Euro sogar um mehr als zehn Prozent übertreffen.

          An der Börse wurde diese Botschaft erfreut nur Kenntnis genommen und auch am Donnerstag profitiert der Wert in Form weiterer Kursgewinne davon. Der aktuelle Kurs von 15,85 Euro bedeutet nicht nur ein neues 31-Monatshoch, sondern der Anstieg kommt gegenüber dem im Oktober 2002 markierten Rekordtief von 8,20 Euro fast einer Kursverdoppelung gleich.

          Charttechnik und Bewertung passen

          Zudem ist es dem Titel zuletzt gelungen, den langfristigen Abwärtstrend zu überwinden, was charttechnisch gesehen sehr vorteilhaft zu werten ist. Das spricht dafür, daß der Wert als nächstes als Kursziel ein Niveau von um die 20 Euro anvisieren wird. Fundamental betrachtet wäre das dann zu rechtfertigen, wenn die Rückkehr zu alter Ertragskraft gelingt, wovon längerfristig durchaus auszugehen ist.

          Denn dann würde sich die Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von um die zehn und einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 0,25 sehen lassen können. Zumal sich der Vorstand prinzipiell verpflichtet fühlt, die Ausschüttungspolitik aktionärsfreundlich zu gestalten. So wurde den Aktionäre schon jetzt für 2003/2004 mindestens eine Dividende auf Vorjahreshöhe von 0,50 Euro in Aussicht gestellt. Und wenn der Turnaround anhält, spricht sicherlich nichts dagegen, daß dieser Satz kontinuierlich angehoben wird.

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