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Beteiligungsgesellschaften : Indus-Aktie überholt SDax und stößt ans Fünfjahreshoch

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Bild: FAZ.NET

Die Indus Holding hat im dritten Quartal einen Gewinnsprung verzeichnet und mit den Zahlen das Wohlwollen von Analysten erreicht. Die Aktie ist günstig bewertet, bietet eine Dividenderendite von 4,3 Prozent und liegt direkt am Fünfjahreshoch.

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          Beteiligungsgesellschaften zählen gemeinhin nicht zu den Lieblingen von Anlegern. Ihr Aufbau ist schwieriger zu durchschauen und zu bewerten als etwa die Struktur von Arzneimittelherstellern oder Autobauern. So werden sie an der Börse meistens mit einem Abschlag gehandelt.

          Dies mag erklären, warum sich die Aktie der auf mittelständische Unternehmen aus den Branchen Bau, Automobile, Maschinenbau und Konsumgüter spezialisierte Indus Holding im Mehrjahresvergleich hinter dem SDax herhinkt (siehe Grafik 1). Während der Index in den vergangenen fünf Jahren um gut 36 Prozent zugelegt hat, steht bei Indus bisher ein Kursgewinn von 16,6 Prozent zu Buche.

          Dieser Abstand galt tendenziell auch bis weit in dieses Jahr hinein - doch in den jüngsten drei Monaten hat Indus den Kleinwerteindex deutlich hinter sich gelassen (Grafik 2). Der SDax konnte sich nur noch um gut 1,6 Prozent verbessern, während die Aktie der Beteiligungsgesellschaft um fast 14 Prozent hochgelaufen ist.

          Dazu paßt der jüngste Geschäftsverlauf: Im dritten Quartal konnte Indus den Gewinn stärker steigern als den Umsatz. Das Analysehaus Independent Research (IR) hat deshalb die Gewinnschätzungen für dieses Jahr leicht und die Prognose für 2006 kräftig angehoben. Die Indus-Aktie ist günstig bewertet und bietet eine schöne Dividendenrendite. Nach dem seit Mitte September verzeichneten Aufstieg stößt de Notiz allerdings an einen hartnäckig erscheinenden technische Widerstand in Gestalt des Fünfjahreshochs aus dem Jahr 2001 bei gut 18 Euro. Ein Sprung darüber wäre als Kaufsignal zu interpretieren.

          Quartalsergebnis mehr als verdoppelt

          Indus hat im dritten Quartal von der guten Entwicklung seiner Beteiligungsunternehmen profitiert. Wie das Unternehmen am Mittwoch bei Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal und die ersten neun Monate mitteilte, verlief auch die Entwicklung der beiden Neuakquisitionen Selzer und Migua wie erwartet positiv.

          Der Konzernumsatz hat sich demnach im dritten Quartal um 24,5 Prozent auf 204,5 Millionen Euro erhöht, was unter anderem auf die erstmalige Einbeziehung von Selzer und Migua zurückzuführen war. Doch auch die bestehenden Beteiligungen haben sich mehr als zufrieden stellend entwickelt, wie Vorstandsvorsitzender Helmut Ruwisch sagte.

          In den ersten neun Monaten hat der Umsatz leicht auf 521,6 Millionen von 520,3 Millionen Euro zugelegt. Damit sei der Effekt aus der Entkonsolidierung von Okin - dieses Unternehmen habe im Jahr 2004 noch rund 48 Millionen Euro Umsatz beigetragen - mehr als ausgeglichen worden, so der Vorstand.

          Wie Indus weiter mitteilte, stiegen die Beteiligungserträge in der AG in den ersten neun Monaten um 6,7 Prozent auf 60,2 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern wuchs um 7,1 Prozent auf 34,7 Millionen Euro und der Periodenüberschuß um 3,5 Prozent auf 32,2 Millionen Euro. Damit habe das Ergebnis je Aktie bei 1,79 Euro gelegen nach 1,73 Euro im Vorjahr.

          Beeindruckend fällt der Quartalsvergleich aus. Im dritten Quartal erreichte Indus ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 17,8 Millionen Euro nach 7,4 Millionen Euro in der gleichen Vorjahresperiode. Der Konzern profitierte nach Erläuterungen von Independent Research (IR) durch einen geringeren Kostenanstieg bei Materialen wie Personal.

          Dividendenrendite bei 4,3 Prozent

          „Die steuerliche Situation bleibt dagegen weiterhin schwierig“ angesichts einer Steuerquote von 49 Prozent im dritten Quartal und 56,8 Prozent in den ersten neun Monaten verglichen mit einem Wert von 47,1 Prozent im vergangenen Jahr, wie IR-Analyst Matthias Engelmayer anmerkt. Dessenungeachtet hat er seine Ergebnisschätzungen mit Blick auf die Beiträge von Selzer und Migua angehoben. Für dieses Jahr erwartet er nun einen Gewinn je Aktie von 2,65 Euro statt 2,59 Euro und für das nächste Jahr 3,35 Euro statt 2,80 Euro. Daraus errechnen sich Kurs-Gewinn-Verhältnisse von 10,5 und 8,3, womit IR etwas optimistischer ist als der Durchschnitt der Analysten.

          Das ändert aber nichts an der grundsätzlich günstigen Bewertung. Für sich hat die Aktie auch die Dividendenrendite von 4,3 Prozent, die nach Schätzungen der Analysten im nächsten Jahr etwas steigen soll. Auch sieht das Kursbild vorteilhaft aus. Um sich weiteres Potential zu erschließen, muß die Notiz aber das Fünfjahreshoch nehmen. Das durch dieses Ereignis ausgelöste Investmentsignal könnte erfahrungsgemäß zu weiteren Kursgewinnen von rund 15 Prozent führen; allerdings lauert bei etwa 29 Euro eine Widerstandszone.

          IR hat im übrigen das Kursziel 28,50 Euro auf 32,50 Euro angehoben. FirstBerlin sieht den fairen Wert bei 31 Euro, das Bankhaus Lampe bei 28,50 Euro.

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