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Beteiligungsgesellschaften : Drohende Gontard-Schieflage lastet auf Gold-Zack

  • Aktualisiert am

Gold-Zacks neues Sorgenkind Bild: dpa

Auf Beteiligungsfirmen zu setzen, nähert sich zu Zeiten schon einem Glücksspiel an. Siehe Gold-Zack.

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          Ein neuer Schatten über Gold-Zack: Die zu rund 44 Prozent von der Beteiligungsfirma gehaltene Gontard & Metallbank AG steckt nach Informationen der “Börsen-Zeitung“ in akuten Schwierigkeiten. Die Gold-Zack-Aktie reagiert im frühen Geschäft mit einem Abschlag von über elf Prozent auf 2,70 Euro.

          In den vergangenen Tagen sollen intensive Bemühungen der Bank stattgefunden haben, ein offenbar im Kreditgeschäft aufgerissenes Loch durch Beschaffung zusätzlicher Sicherheiten zu schließen. Der Vorstand habe intensiv um das Testat des Wirtschaftsprüfers KPMG für den Abschluss 2000/01 (30. September) gekämpft. Am Montag soll es die Bilanzpressekonferenz der Bank geben. Experten erwarten einen Fehlbetrag von über 25 Millionen Euro.

          Gold-Zack konnte sich noch nicht beweisen

          Die offenbar drohende Schieflage der Beteiligung setzt den Schlusspunkt unter ein weiteres durchwachsenes Jahr bei Gold-Zack. Schon mit seinem Emissionsgeschäft am Neuen Markt hatte das Beteiligungshaus kein glückliches Händchen bewiesen: Seine an die Börse begleiteten Schützlinge haben insgesamt schlechter als der Markt abgeschnitten.

          Nach dem IPO-Debakel kündigte Gold-Zack seine Umstrukturierung zum „Investment-Haus“ mit einer breiteren Ausrichtung auf verschiedene Geschäftsfelder der Firmenbeteiligung an. Bislang konnte das Management die Börse allerdings nicht von seiner diesbezüglichen Expertise überzeugen. Auch der Teilverkauf der Tochtergesellschaft Altium Capital an deren Management Mitte September hatte nicht die erhoffte Wirkung auf den Aktienkurs.

          Lauter Hoffnungen

          Das hatten schließlich aber Spekulationen auf ein entsprechend erhöhtes Quartalsergebnis im November, als die Aktie kurzzeitig über 3,80 Euro sprang. Immerhin präsentierte Gold-Zack dann für die ersten neun Monate auch einen Konzernüberschuss von 7,2 Millionen Mark.

          Dazu kam der Ausblick des Gold-Zack-Chefs Christian Stolorz auf einen "Rekordgewinn" für 2002 wegen der dann möglichen steuerfreien Beteiligungsverkäufe. Dazu nützte dem Titel natürlich die Hoffnung auf verbesserte Kapitalmarktbedingungen, die auch eine Wiederaufnahme des IPO-Geschäfts möglich machen würden.

          Anleger auf Zuverlässigkeit des Managements angewiesen

          Allerdings ist der Fall Gontard & Metallbank nicht dazu angetan, das Vertrauen der Anleger nachhaltig zu stützen. Und wie es eben ist bei Beteiligungsfirmen: Die Ergebniszahlen schwanken stark, sind nur schwer zu interpretieren und unmöglich in die Zukunft fortzuschreiben.

          Zudem ist das Portfolio der meist nicht börsennotierten Beteiligungen auch durch Wirtschaftsprüfer nur unvollkommen zu bewerten, und die Aktionäre sind auf die Verlässlichkeit des Managements und seiner Prognosen verwiesen. Die von Stolorz im September erwartete Kurssteigerung der Aktie "von 100 bis 200 Prozent" bis zum Jahresende wird nun allerdings mit einiger Wahrscheinlichkeit ausfallen.

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