https://www.faz.net/-gv6-2y7v

Beteiligungsgesellschaften : Augusta enttäuscht zum zweiten Mal

  • Aktualisiert am

Morgen- oder Abenddämmerung? Augusta-Interessierte sollten abwarten Bild: dpa

Nach der Gewinnwarnung ist bei Augusta Technologies erst einmal abwarten angesagt.

          Die Beteiligungsgesellschaft Augusta Technologies hat aufgrund der konjunkturellen Abschwächung am Donnerstag ihre Prognosen für 2001 erneut gesenkt. Schon Mitte des Jahres musste das Unternehmen seine Zahlen nach unten revidieren. Der Kurs bricht am Donnerstag um über sieben Prozent auf 6,40 Euro ein.

          Der Umsatz werde sich im Gesamtjahr voraussichtlich nur auf 285 Millionen Euro und nicht wie geplant auf 316 Millionen Euro belaufen, teilte das Unternehmen am Mittwoch nach Börsenschluss mit.

          HypoVereinsbank hält an Kaufempfehlung fest

          „Die Planrevision kann im konjunkturellen Umfeld nicht überraschen“, sagt Peter Rothenaicher von HypoVereinsbank Research und hält an seiner 'Buy'-Empfehlung fest. Wenn das Unternehmen das angepeilte Jahresergebnis von einem Euro je Aktie vor Goodwillabschreibungen erreicht, sei dies ein ganz respektabler Wert, meint der Analyst. Er sieht die Augusta-Aktie derzeit deutlich unterbewertet, obwohl die Ertragszahlen unter seinen Erwartungen liegen.

          Das Ergebnis nach Goodwillabschreibungen werde mit 0,20 bis 0,30 Euro je Aktie geringer ausfallen als geplant. Dies ergibt ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp zehn. Analysten waren von einem Gewinn von 0,50 Euro je Aktie ausgegangen.

          Pandatel-Zahlen entscheidend?

          Augusta hält 58,5 Prozent an Pandatel. Die Augusta Holding wird in enger Abhängigkeit vom Geschehen auf den Märkten des Telekommunikations-Equipments gesehen. Deshalb sind die Blicke auf den Telefonausrüster Pandatel gerichtet. Der Netzzugangs- und Übertragungstechnologie-Konzern Pandatel will aber keine Aussagen mehr zu seinen Planzahlen machen. Erst bei Vorlage der Kennziffern im November wolle Pandatel dann seine Prognosen konkretisieren und Aussagen dazu treffen, in welche Richtung sie gehen. Die Spannung bleibt erhalten, jedoch sind gute Zahlen auf Grund der konjunkturellen Aussichten nicht zu erwarten.

          „Der Ergebniseinbruch von Pandatel ist schon im Kurs enthalten“, sagt Rothenaicher. Er erwartet keinen großen Einfluss auf die Bewertung von Augusta, wenn die Zahlen am 12. November auf dem Tisch liegen. Bereits im Juni hatte Augusta auf Grund der Belastungen durch die im Nemax 50 gelistete Tochter Pandatel ihre Planzahlen nach unten korrigiert und dabei für 2001 einen Umsatz von 316 Millionen Euro und ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 27 Millionen Euro prognostiziert. Die herunter revidierten Zahlen von Augusta lassen vermuten, dass Pandatel doch mit größeren operativen Problemen zu kämpfen hat.

          Hoffen auf Neuemissionen

          Ein positiver Aspekt, der der Aktie in Zukunft Auftrieb verleihen könnte, sind Neuemissionen. Wenn eine Neuemission durch Augusta an die Börse gebracht wird, dann steigt die Bewertung von Augusta, meint Oliver Graf Wrangel vom Bankhaus Merck Finck. „Die Augusta-Bewertung steht und fällt mit einer Neuemission. Ein neues IPO wird sich positiv auf Augusta auswirken.“ Aussichtsreichster Kandidat für eine Neuemission ist der amerikanische Display-Spezialist Data Display.

          Fazit: Erst einmal abwarten, heißt die Devise, nachdem Augusta mit ihren Zahlen nicht gerade glänzen konnte. Pandatel könnte nach Veröffentlichung schlechter Neunmonatszahlen am 12. November weiter auf den Magen der Mutter Augusta drücken. Eine Neuemission an einer von Augusta gehaltenen Gesellschaft wäre jedoch ein positiver Aspekt. Doch beim derzeit schlechten Marktumfeld ist es nicht angezeigt, auf eine baldige Neuemission aus dem Hause Augusta zu hoffen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          „Fridays for Future“-Demonstration vom vergangenen Freitag in Berlin

          „Fridays for Future“ : Glaube an die eigene Macht

          Eine Studie zeigt, wie die Demonstranten der „Fridays for Future“-Proteste ticken. Was ihre Motive sind, welchen sozialen Hintergrund sie haben – und für welche Parteien sie stimmen würden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.