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Beteiligungsgesellschaften : Arques Industries kommt in den MDax - aber das Risiko bleibt

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Arques glänzt mit Zahlen Bild: dpa

Es gibt wenige, die mit Arques Industries bislang nicht reich geworden sind. Mit gerade 10.000 Euro Einsatz konnten es Aktionäre zum Millionär bringen. Doch das Geschäftsmodell hat seine Risiken.

          Es gibt wenige, die mit Arques Industries bislang nicht reich geworden sind. Zu den größten Profiteuren gehört Peter Löw, der fünf Jahre nach der Gründung seiner Beteiligungsgesellschaft Kasse machte und sich aus dem Unternehmen ins Privatleben zurückzog - mit 46 Jahren und einem geschätzten Erlös von mehr als 100 Millionen Euro. Nicht zu vergessen diejenigen Aktionäre, die es mit einen Einsatz von gerade 10.000 Euro in wenigen Jahren zum Millionär brachten.

          Arques Industries ist kein Zockertitel, zumindest kein reinrassiger. Die Aktie wird zum 1. Oktober in den MDax aufgenommen, wie die Deutsche Börse am Mittwoch bekanntgab. Sie ersetzt dort die Depfa-Bank, die von Hypo Real Estate übernommen wurde. Der MDax ist immerhin der Index, der die 50 größten börsennotierten Firmen nach den Dax-Unternehmen beinhaltet - mit so klingenden Namen wie Beiersdorf, Hochtief und Hugo Boss.

          Kurssprünge wie am Neuen Markt

          Umso überraschender, dass ein Unternehmen wie Arques solche Kurszuwächse hinbekommt, die an die Übertreibungen des seligen Börsensegmentes Neuer Markt erinnern und die man allenfalls von Spekulantenpapieren kennt. Aber die im bayerischen Starnberg ansässige Gesellschaft streitet selbst gar nicht ab, dass ihr Geschäft ein risikoreiches ist: „Eine Beteiligung an der Arques Industries AG hat spekulativen Charakter“, heißt es im Wertpapierprospekt, den das Unternehmen im August 2006 anlässlich einer Kapitalerhöhung veröffentlichte.

          Wer sich als Aktionär an Arques beteiligt, beteiligt sich an einem Unternehmen, dessen Geschäft darin besteht, wiederum Beteiligungen an anderen Firmen einzugehen. Es handelt sich um eine „Holding-Gesellschaft ohne wesentlichen eigenen Geschäftsbetrieb“, präzisiert der Prospekt. Geschäfte betreiben die anderen.

          Inzwischen befinden sich mehr als 20 Unternehmen im Arques-Portfolio. Zu Arques gehören Firmen wie der von der Otto-Gruppe übernommene IT-Großhändler Actebis (Umsatz 2,5 Milliarden Euro), die Sparte AVS des Automobilzulieferers Woco (2.400 Mitarbeiter) sowie die Nachrichtenagentur ddp. Alleine im ersten Halbjahr 2007 hat Arques sieben Firmen mit Umsätzen von 310 Millionen Euro übernommen. Die bislang letzte Transaktion: Mitte September die Übernahme der defizitären Sparte AVS des Automobilzulieferers Woco - ein Unternehmen mit weltweit 2.400 Mitarbeitern und einem Umsatz von mehr als 250 Millionen Euro.

          Eine kleine Heuschrecke?

          Man könnte Arques also als kleine Heuschrecke bezeichnen. Denn genau das ist der Kern des Geschäftsmodells: Firmen billig kaufen - und teuer wieder verkaufen. Die Starnberger unterscheiden sich allerdings in einigen Details von den typischen Beteiligungsgesellschaften und ihrem Geschäftsgebaren. Im Unterschied zu Franz Münteferings Lieblingsfeinden bürdet Arques den übernommenen Firmen keine hohen Schulden auf, um damit den Übernahmedeal zu finanzieren.

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