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Beteiligungsfirmen : Gesco-Aktie günstig und gut in Form

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Der Chart zeigt den Kursverlauf der Gesco-Aktie Bild:

Mit dem Kauf einer profitablen Stanztechnik-Firma aus dem Sauerland stockt die Gesco AG ihr Beteiligungs-Portfolio auf. Die Aktie leidet etwas unter der Möglichkeit einer Kapitalerhöhung. Trend, Bewertung und Dividendenrendite stimmen aber.

          Die in Wuppertal ansässige Beteiligungsfirma Gesco AG stockt ihr Portfolio mit dem Kauf einer mittelständischen Firma aus dem Sauerland auf. Die erworbene Dömer Gruppe aus Lennestadt ist in der Stanz- und Umformtechnik sowie in der Fertigung von entsprechenden Werkzeugen für diese Branche engagiert. Die Transaktion paßt nach Einschätzung des Bankhauses Lampe, das die Aktie seit längerem zum Kauf empfiehlt, genau zum Geschäftsmodell.

          Wie ein Gesco-Sprecher zu FAZ.NET sagte, ist die Dömer Gruppe in den vergangenen Jahren trotz eines schwierigen Umfelds gewachsen und profitabel. Der Kaufpreis liegt nach seinen Worten deutlich unter dem zuletzt erzielten Jahresumsatz von zehn Millionen Euro.

          Die Gesco-Aktie reagiert auf die jüngste Nachricht mit leichten Abgaben; sie verliert 0,5 Prozent auf 29,25 Euro. Dies dürfte mit der Aussage zusammenhängen, das Gesco-Management behalte sich wegen der Dömer-Transaktion eine Kapitalerhöhung von bis zu zehn Prozent des gegenwärtigen Grundkapitals unter Ausschluß des Bezugsrechts der Aktionäre vor. „Die Hauptversammlung 2004 hatte ein entsprechendes Recht genehmigtes Kapital geschaffen“, teilte die Firma mit, die bisher an neun Unternehmen beteiligt gewesen ist, die mehrheitlich in Nordrhein-Westfalen sitzen.

          Investorenrendite zuletzt bei 57 Prozent

          Gesco ist regelmäßig auf der Suche nach „Perlen des Mittelstands“, wie der Sprecher sagte. Das Unternehmen kaufe ausschließlich profitabel wirtschaftende Firmen und mithin keine Sanierungsfälle. Die Dömer Gruppe sei einer der zahlreichen Fälle, in denen die Firmengründer in der Familie und im Betrieb keine Nachfolger gefunden hätten, um in den Ruhestand gehen zu können. Die Dömer-Gründer legten Wert auf die dauerhafte Fortführung ihrer Gesellschaft. Dies passe zu dem Geschäftsmodell von Gesco, sich längerfristig zu beteiligen statt Firmen zu filetieren und die Teile weiterzuverkaufen. „Wir sind nicht mit Private Equity zu vergleichen und verfolgen keine sogenannte Exit-Absicht“, sagte der Sprecher weiter.

          In den vergangenen Jahren ist Gesco mit dieser Strategie gut gefahren. Umsatz und Ergebnis sind seit 2002/2003 stetig gestiegen, der Gewinn mehr als die Erlöse. Im abgelaufenen Geschäftsjahr steigerte Gesco den Überschuß von 4,2 Millionen Euro auf 6,2 Millionen Euro und hob die Dividende von 70 Cent auf 90 Cent an, woraus sich eine nette Dividendenrendite von 3,1 Prozent errechnet. Zusammen mit dem Jahreskursgewinn von gut 54 Prozent ergibt dies eine Investorenrendite von stolzen 57 Prozent.

          Analyst: Gewinne und Dividende dürften weiter steigen

          Lampe-Analyst Roland Könen rechnet mit weiter steigenden Gewinnen bei Gesco; die Dömer-Transaktion wird nach Angaben des Gesco-Sprechers positiv zum Gewinn beitragen. Angesichts dessen kalkuliert Könen mit einer auf einen Euro erhöhten Dividende für 2005/06. Denn: Gesco gehöre keinem Index an und müsse deshalb den Anlegern etwas bieten, um vermehrte Aufmerksamkeit zu erhalten, argumentiert er.

          Das Bankhaus Lampe hat die Gesco-Aktie zuletzt im Juli zum Kauf empfohlen, als die Aktie rund 26 Euro kostete. Seitdem ist der Kurs um fast 13 Prozent gestiegen. Und wer schon der Kaufempfehlung vom Februar gefolgt war, kann sich über ein Plus von gut 27 Prozent freuen. Könen sieht den Titel bei 30 Euro als fair bewertet und nun als Halte-Position an. Schließlich bewegt sich die Notiz ganz nahe am Kursziel und zudem auf Rekordniveau; die Bestmarke steht bei 29,60 Euro und damit vom 24. August.

          Derzeit scheint der Titel durchschnaufen zu wollen und bei 29,60 Euro einen technischen Widerstand auszubilden. Ein ähnliches Bild bot sich von Ende Mai bis Ende Juni an der Marke von knapp 25 Euro, bevor die Aktie wieder deutlich nach oben lief. Sofern Gesco künftig keine schlechten Nachrichten liefert, dürfte die Aktie auch mittelfristig steigen. Denn mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11,1 ist sie nicht teuer. Die Dividendenrendite dürfte den Kurs zudem ganz gut nach unten absichern. Unter dem Strich wirkt das Papier also weiter recht attraktiv.

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