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Beteiligungsbranche : DBAG-Aktie hat noch Potential

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Bild: FAZ.NET

Nach einem Rekordergebnis im vergangenen Geschäftsjahr hat die Aktie der Deutschen Beteiligungs AG den Nettoinventarwert übersprungen. Das günstige Kurs-Gewinn-Verhältnis und der Chart sprechen weiter für die Aktie.

          Die Suche nach Schnäppchen ist an Deutschlands Börsen schwierig geworden. Aktien mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von weniger als zehn sind inzwischen eine Seltenheit. Doch selbst unter den Nebenwerten im SDax, der schon häufig als „überteuert“ bezeichnet wurde, findet sich ein Wert: die Deutsche Beteiligungs AG aus Frankfurt (DBAG, Isin DE0005508105).

          Obwohl die Aktie in den vergangenen Monaten ordentlich zugelegt und auch den SDax geschlagen hat, ist das Papier vergleichsweise günstig bewertet: Auf Basis der Gewinnschätzung für das laufende Geschäftsjahr beträgt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) 9,1, für das kommende Geschäftsjahr berechnet sich ein KGV von 9,6. Auch verglichen mit anderen Holdings wie Arques (Isin DE0005156004, KGV 10,6) oder Gesco (Isin DE0005875900, KGV 11,9) ist das Papier noch günstig.

          Rekordgewinn, Dividende verdoppelt

          Zieht man den Gewinn je Aktie des vergangenen Geschäftsjahres heran, errechnet sich sogar ein KGV von 7,6. Dieses Geschäftsjahr, das im Oktober endete, konnte DBAG nämlich mit einem Rekordjahresüberschuß von 41,3 Millionen Euro abschließen, das ist ein Plus von mehr als 300 Prozent. Das liegt an insbesondere an erfolgreichen Beteiligungsverkäufen, darunter Babcock Borsig Service und Schlott.

          Einen Teil des Geldregens setzte DBAG für Aktienrückkäufe ein. Außerdem können sich die Aktionäre auf eine Dividende freuen, die von 33 Cent auf 66 Cent verdoppelt werden soll. Die Dividendenrendite beträgt damit etwa 3,8 Prozent. Die Kredite bei den Banken, im Vorjahr noch 28 Millionen Euro, sind inzwischen vollständig getilgt. Und immer noch stehen mehr als 40 Millionen Euro freie Liquidität in der Bilanz, mit denen DBAG auf Einkaufstour gehen kann.

          Neuer Beteiligungsfonds schon wieder geschlossen

          Im vergangenen Jahr hat die Gesellschaft gemeinsam mit dem „DBAG Fund IV“ zwei Unternehmen erworben, einen Zulieferer für Kraftwerke und einen Pumpenhersteller. Auch in Zukunft will DBAG gemeinsam mit ihren Private-Equity-Fonds, für die die Frankfurter als Fondsmanager tätig ist, Mehrheitsbeteiligungen an aussichtsreichen Unternehmen eingehen.

          Der jüngste Beteiligungsfonds, der „DBAG Fund V“, wurde bereits nach wenigen Wochen wieder geschlossen. Das „Nebenwerte-Journal“ lobt diese Strategie, die Fonds nicht zu groß werden zu lassen und weiter nur in das mittlere Marktsegment zu investieren: „Zwar hat mit dem besseren Marktumfeld auch die Zahl der Anlagemöglichkeiten zugenommen, vielfach werden bei den Transaktionen aber schon wieder Preise gezahlt, die das Erreichen der von der DBAG angestrebten Rendite erschweren.“

          Neues Zwölf-Monats-Hoch nicht weit

          Auch wenn das Rekordergebnis nicht leicht zu überbieten sein wird, blickt das Management optimistisch in die Zukunft: „Der Vorstand der Deutschen Beteiligungs AG erwartet, einen Teil der erzielten Wertsteigerungen von Beteiligungen im laufenden Geschäftsjahr durch Veräußerungen oder durch teilweise Rückführungen realisieren zu können. Für den Konzern wird wiederum ein positiver Jahresüberschuß erwartet“, heißt es im Geschäftsbericht.

          Nach Vorlage der Geschäftszahlen stieg der Aktienkurs Anfang Februar auf ein neues Zwölf-Monats-Hoch von 17,35 Euro. Ein neues Hoch ist nicht weit entfernt, am Donnerstag nachmittag notierte die Aktie bei 17,25 Euro. Das Rekordhoch vom Frühjahr 2000 bei 43,75 Euro freilich scheint in unendlicher Ferne.

          Kurs überspringt den Nettoinventarwert

          Nicht nur das günstige Kurs-Gewinn-Verhältnis, sondern auch der Chart spricht für die Aktie, schließlich ist der langfristige Aufwärtstrend intakt. Vor einigen Wochen hat der Aktienkurs zudem den Net Asset Value (NAV, Nettoinventarwert) überschritten, den die Gesellschaft zum Ende des Geschäftsjahres mit 14,64 Euro angegeben hat. Damit ist das Unternehmen jetzt höher bewertet als die Summe seiner Beteiligungen. Unter diesen Wert sollte die Aktie so schnell nicht mehr fallen.

          DBAG scheint gut positioniert in einem interessanten Markt tätig zu sein. Wenn das Management seinen guten Blick für aussichtsreiche Beteiligungen nicht verliert, sollte auch die Aktie noch Potential nach oben haben.

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