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Beteiligungen : Gute Zahlen geben Gesco-Aktie neue Chancen

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET

Nach einer wunderbaren Rally hat die Aktie der Beteiligungsgesellschaft Gesco in diesem Jahr deutlich konsolidiert. Allein am Montag ging es zehn Prozent nach unten. Doch die am Mittwoch vorgelegten Ergebnisse machen Hoffnung auf eine Trendumkehr.

          Das Jahrzehnt war bislang für viele deutsche Unternehmen recht schwierig. Zahlreiche Firmen kamen zu Beginn der Dekade unter Druck. Doch eine ebenso große Zahl hat es vermocht, sich in den vergangenen beiden Jahren deutlich zu erholen.

          Dazu gehört auch die Beteiligungsgesellschaft Gesco. Der operative Gewinn der Gesellschaft entwickelte sich zwischen 1998 und 2003 eher seitwärts und auch der Umsatz wollte nach dem Verkauf des Büroartikelherstellers Elba im Jahr 2000 nicht mehr so recht vorankommen.

          Seit drei Jahren wieder im Aufwärtstrend

          Die Aufgabe des Geschäftsfelds „Neue Technologien“ drückte im Geschäftsjahr 2002/2003 nach zwei Jahren schrumpfender Reingewinne die Gesellschaft vorläufig in die roten Zahlen. Im selben Zeitraum ging die Eigenkapitalquote deutlich von 36,5 Prozent im Geschäftsjahr 2000/2001 bis auf 21,3 Prozent im Jahr 2002/2003 zurück.

          Doch mittlerweile sieht es deutlich besser aus. Schon das Geschäftsjahr 2003/2004 brachte eine deutliche Erholung der Umsatz- und Ertragslage. In dem im März 2005 zu Ende gegangenen Geschäftsjahr 2004/2005 stieg der Umsatz um 12,3 Prozent auf 192,26 Millionen Euro, vornehmlich im Ausland. Das operative Ergebnis legte leicht überproportional um 12,1 Prozent auf 20,1 Millionen Euro zu. Dank sinkender Steuerquote und eines positiven Finanzergebnisses legte der Jahresüberschuß sogar um 48,4 Prozent auf 6,23 Millionen Euro zu.

          An diese guten Ergebnisse hat die Beteiligungsgesellschaft nach vorläufigen Zahlen auch in dem im März abgelaufenen Geschäftsjahr 2005/2006 anknüpfen können und konnte die zuletzt im Dezember angehobene Planung noch übertreffen. Der Konzernumsatz liegt mit 234 Millionen Euro rund 22 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Konzernjahresüberschuß wuchs um rund 50 Prozent auf 9,3 Millionen Euro (Vorjahr 6,2 Millionen Euro).

          Rekordergebnisse im vergangenen Geschäftsjahr

          Sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis sind dies die besten Werte der Unternehmensgeschichte, die über den Analystenprognosen liegen. Auf Basis der vorläufigen Zahlen geht der Vorstand von einem Dividendenvorschlag in Höhe von 1,25 Euro je Aktie aus, ein Plus von rund 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr (0,90 Euro). Damit liegt auch die Ausschüttung auf einem Rekordniveau.

          Gesco beteiligt sich vornehmlich an mittelständischen Industrieunternehmen, mit dem propagierten Ziel, diese langfristig zu halten und weiterzuentwickeln. Die bei weitem größte Beteiligung ist mit einem Jahresumsatz von 90,3 Millionen Euro und 482 Mitarbeitern (Stand 2004) die Gießerei Dörrenberg Edelstahl GmbH, die im Bergischen Land ansässig ist und Edelstahlprodukte unter anderem für die Automobilindustrie herstellt. Dörrenberg dürfte in den vergangenen Jahren von der Stahlkonjunktur profitiert haben.

          Die anderen Gesco-Töchter sind bei weitem kleiner. Typischerweise lag deren Umsatz im Jahr 2005 zwischen sieben und zehn Millionen Euro und die Beschäftigtenzahl knapp unter 100, wie etwa bei der Haseke GmbH aus Porta Westfalica. Haseke stellt Golfcaddys her.

          Geringe Gewinndynamik, attraktive Dividende

          Nach Analystenprognosen soll der Umsatz in den kommenden Jahren weiter steigen. Allerdings rechnen die Experten für das laufende Geschäftsjahr mit einem etwas schwächeren operativen Ergebnis. Dennoch soll der Gewinn je Aktie weiter stiegen, so daß sich für das laufende und kommende Geschäftsjahr Bewertungen mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von knapp unter zehn ergeben. Das ist zwar durchaus preiswert, indes ist die Gewinndynamik nicht sonderlich ausgeprägt.

          Wenig dynamisch zeigte sich auch in diesem Jahr der Aktienkurs. Nach einer beeindruckenden Rally, die den Kurs von einem Allzeittief bei 8,20 Euro Ende 2002 auf wein Allzeithoch von 39,95 Euro Ende Februar trug, geriet das Papier in einen Konsolidierungstrend, der sich im Zuge der jüngsten Korrektur beschleunigte. Allein am Montag verlor das Papier zehn Prozent, konnte aber am Dienstag mit einem Plus von 4,4 Prozent wieder einen Teil der Verluste wettmachen.

          Darin liegt nach den guten Ergebnissen auch die Chance, daß die Korrektur eine Trendumkehr ermöglicht. Ein erstes Signal wäre das Überwinden der Jahrestiefstände unter 35 Euro, der nächste Schritt der Sprung über das Maihoch von 37,90 Euro. Kein schlechtes Argument ist auch die Dividendenrendite, die aktuell bei 3,8 Prozent liegt.

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