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Berkshire Hathaway : Warren Buffett kommt in den S&P 500

  • -Aktualisiert am

Jetzt im S&P 500: Investorenlegende Warren Buffett Bild: AP

Der S&P 500 diente Investorenlegende Warren Buffett bisher immer als Messlatte für den eigenen Erfolg. Jetzt wird seine Gesellschaft Berkshire Hathaway erstmals selbst in das vielbeachtete amerikanische Börsenbarometer aufgenommen.

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          Der amerikanische Standardwerteindex S&P 500 diente dem Investor Warren Buffett bisher immer als Messlatte für die Ergebnisse seiner Holding-Gesellschaft Berkshire Hathaway. Jetzt wird Berkshire erstmals selbst in das vielbeachtete amerikanische Börsenbarometer aufgenommen. Der Indexbetreiber Standard & Poor's teilte am Dienstag mit, dass Berkshire die Eisenbahngesellschaft Burlington Northern Santa Fe im S&P 500 und auch im enger gefassten S&P 100 ablösen wird. Ein genaues Datum für den Wechsel wurde nicht genannt. Berkshire hatte im November den Kauf von Burlington Northern angekündigt.

          Norbert Kuls

          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Berkshire, unter deren Dach sich mehr als 70 Unternehmen wie der Autoversicherer Geico oder der Textilhersteller Fruit of the Loom tummeln, war trotz seines vergleichsweise hohen Börsenwertes von rund 160 Milliarden Dollar bisher nicht im S&P 500 vertreten. Der Grund: Die Aktien wurden wegen ihres hohen absoluten Kurses nur wenig gehandelt, sie waren also nicht liquide genug, wie es im Börsenjargon heißt. Die A-Aktie von Berkshire kostete zuletzt mehr als 100 000 Dollar. Auch die B-Aktien, sogenannte Baby-Berkshires, wurden vor kurzem mit 3300 Dollar pro Stück gehandelt. Nur 57 Aktien an großen amerikanischen Börsen kosten mehr als 100 Dollar.

          Baby-Aktien für 3300 Dollar

          Ausreichende Liquidität ist eine Voraussetzung für die Aufnahme in den S&P 500, in dem 500 führende amerikanische Unternehmen vertreten sind und der gemessen am Börsenwert drei Viertel des amerikanischen Aktienmarktes repräsentiert. Im Rahmen der Übernahme von Burlington rang sich Buffett zu einem Aktiensplit für die B-Aktien im Verhältnis von 50 zu 1 durch. Buffett wollte damit Kleinaktionären von Burlington Steuernachteile ersparen.

          Jetzt kosten Baby-Berkshires um 70 Dollar. "Liquidität ist kein Thema mehr", sagte David Blitzer, der Vorsitzende des Indexausschusses bei Standard & Poor's. Buffett hatte sich bisher gegen eine Teilung der Aktien ausgesprochen, weil er auf langfristige Investoren Wert legt. Kurzfristig orientierte Anleger könnten "erratische Preisschwankungen akzentuieren, die nichts mit den zugrundeliegenden Geschäftsentwicklungen zu tun haben", schrieb Buffett schon vor 27 Jahren.

          Aktienkurs steigt um 7 Prozent

          Der Aktienkurs der Berkshire-Aktien reagierte an der New Yorker Börse mit Kursgewinnen von zeitweise 7 Prozent auf die Mitteilung über die Aufnahme in den S&P 500. Investmentfonds, die den Index abbilden, müssen die Berkshire-Aktien nun erwerben. Der Aktienkurs der B-Aktien war schon seit einer Woche, als die Berkshire-Aktionäre in einer außerordentlichen Versammlung den Aktiensplit ratifizierten, um 2 Prozent gestiegen. Anleger haben nach Einschätzung von Händlern an der Wall Street bereits auf eine Aufnahme von Berkshire in den Index spekuliert. Nach Schätzungen von Standard & Poor's sind mehr als 3,5 Billionen Dollar in Investmentfonds investiert, die den Index als Messlatte benutzen. Auf Indexfonds entfallen dabei rund 915 Milliarden Dollar, also etwa ein Viertel der Gesamtsumme.

          Berkshire wird nach der Aufnahme in den S&P 500, gemessen an der Marktkapitalisierung der frei handelbaren Aktien, 1,1 Prozent des Börsenbarometers stellen. Allein Indexfonds, die den S&P 500 abbilden, müssten also Berkshire-Aktien im Wert von rund 10 Milliarden Dollar erwerben. "Ich glaube, es ist über die Zeit ein kleines Plus für die Aktionäre", sagte Buffett vor einer Woche auf die Frage nach der Aufnahme in den S&P 500.

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