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Berkshire Hathaway : Gute Börsenjahre sind nichts für Warren Buffett

  • Aktualisiert am

Warren Buffett Bild: REUTERS

Die Aktie von Warren Buffett hat in den vergangenen Jahren wenig Gewinn gebracht. Das stört Buffett wenig. Der Gewinn seiner Firma steigt. Und Buffett gibt Tipps für Investoren.

          2 Min.

          Verliert Investorenlegende Warren Buffett sein Händchen für den Aktienmarkt? Darüber haben sich Aktionäre in den vergangenen Monaten Sorgen gemacht, weil der Kurs seiner Aktie Berkshire Hathaway in den vergangenen fünf Jahren langsamer gestiegen war als der Aktienindex S&P 500. Doch daran will sich Buffett nicht messen lassen, wie er am Samstag in seinem Jahresbericht deutlich machte.

          Warren Buffett lobte sich lieber für die Kursgewinne in den vergangenen sechs Jahren: Die seien über dem Aktienindex gelegen. „Wir erwarten, dass wir das auch in Zukunft über ganze Konjunkturzyklen schaffen“, schrieb er in seinem Brief an die Aktionäre. „Falls wir dieses Ziel verfehlen, haben wir unser Gehalt nicht verdient.“

          Es seien die schlechteren Börsenjahre, in denen Berkshire Hathaway seine Überrendite machen müsse. In guten Börsenjahren dürften die anderen Aktien auch mal mehr Rendite bringen. Er messe sich zudem daran, ob der Buchwert von Berkshire Hathaway schneller wächst als der Aktienindex.

          Nur einen Fehler gibt Buffett zu: Die Investition in den texanischen Versorger „Energy Future Holdings“, der höchst angeschlagen ist und beim Verkauf im vergangenen Jahr 873 Millionen Dollar Verlust gebracht habe. Diese Investition habe er nicht mit seinem Partner Charlie Munger abgesprochen. „Die meisten von Ihnen haben noch nie von Energy Future Holdings gehört“, schreibt Buffett. „Schätzen Sie sich glücklich; ich wünschte auch, ich hätte nichts von ihnen gehört.“

          Der Gewinn stieg im vergangenen Jahr trotzdem kräftig: Nach Steuern verdiente Buffetts Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway 19,5 Milliarden Dollar, rund ein Drittel mehr als im Jahr 2012. Das liegt vor allem an Buffetts Versicherungsbeteiligungen. In dieses Geschäft setzt er noch mehr Hoffnungen - vor allem in eine neue Sparte für Unternehmensversicherungen. „Sie wird ein wichtiges Plus für Berkshire“, schreibt Buffett, „sie wird in wenigen Jahren Milliarden an Geschäft bringen.“

          Tipps für Investoren

          Wer Warren Buffetts Investitionsstil nachahmen möchte, den interessieren auch die Aktienkäufe der Gesellschaft. Im vergangenen Jahr hat Berkshire nicht nur den Ketchuphersteller H.J. Heinz und den Energieversorger NV Energy komplett übernommen, sondern auch die Anteile an American Express, Coca Cola, IBM und Wells Fargo aufgestockt.

          Buffett selbst gibt Tipps für Investoren:

          1. Man muss kein Experte sein, um ordentliche Renditen zu erwirtschaften. Aber wer kein Experte ist, muss seine Grenzen kennen - der schnelle Gewinn ist nicht drin, man darf sich nicht locken lassen.
          2. Es kommt auf die Kosten an. Wer seine Geldanlagen gut verteilt und die Kosten gering hält, der kann ordentliche Renditen erwirtschaften.
          3. Ständig Kaufen und Verkaufen bringt keinen Gewinn. Investoren sollten das Geplapper von den Beratern ignorieren, die am Kaufen und Verkaufen verdienen.
          4. Bei jeder Investition: Denken Sie über die tatsächlichen Gewinnchancen in der Zukunft nach. Wenn Sie die nicht einschätzen können - lassen Sie's bleiben. Wer Ihnen nur auf Kursgewinne schielt, der spekuliert nur. Das ist ok, aber nur wenige können es - Buffett zählt sich selbst nicht dazu.
          5. Es ist Zeitverschwendung, sich über die Wirtschaftslage Gedanken zu machen. Das lenkt nur von den anderen, wichtigeren Dingen ab.

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