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Berichtssaison : FMC nach Zahlen schwach, Lufthansa gefragt

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FMC betreut weltweit mehr als 250.000 Dialysepatienten Bild: dapd

Einschnitte im amerikanischen Gesundheitswesen und Preiskürzungen in China haben die Zahlen und den Aktienkurs von FMC belastet. Lufthansa waren dagegen gefragt.

          Der Aktienkurs von Fresenius Medical Care (FMC) stand am Dienstag nach Vorlage der Quartalszahlen unter Druck und ist um 2,6 Prozent gefallen. Kürzungen im amerikanischen Gesundheitssystem drückten den Gewinn im ersten Quartal um 9 Prozent auf 205 Millionen Dollar. Amerika bezahlt seit April 2013 2 Prozent weniger für die Behandlung staatlich krankenversicherter Patienten, die den Großteil der FMC-Kundschaft ausmachen.

          Anfang 2014 wurde die Dialysevergütung abermals gekürzt. Dies wurde zwar durch einen gleichzeitig gewährten Inflationsausgleich nahezu kompensiert, belastete das Ergebnis angesichts gestiegener Kosten aber trotzdem.

          Um gegenzusteuern, hat FMC-Chef Rice Powell ein mehrjähriges Sparprogramm aufgelegt, mit dem er die Kosten 2014 um bis zu 60 Millionen Dollar drücken will. Die Analysten der Berenberg-Bank gehen davon aus, dass sich die FMC-Gewinnmargen im Laufe des Jahres verbessern werden. Die Hoffnungen der Investoren, FMC könne seine im Februar ausgegebenen Ziele übertreffen, seien nach dem schwachen ersten Quartal aber fürs erste verflogen, so die DZ Bank und die  Commerzbank.

          Der Kurs der FMC-Muttergesellschaft Fresenius konnte sich dagegen etwas erholen und ging wenig verändert aus dem Handel, obwohl der bereinigte Betriebsgewinn um 8 Prozent auf 643 Millionen Euro gesunken ist und damit deutlich geringer als von Analysten erwartet.

          Derweil notiert der Aktienmarkt nach zunächst leicht freundlichem Start leicht im Minus. Der Dax gab 0,7 Prozent auf 9468 Punkte nach. Der marktbreite F.A.Z.-Index verlor 0,5 Prozent auf 1968 Stellen.

          Linde gaben nach Zahlen um 2,5 Prozent nach. Die Zahlen seien wegen der verhaltenen Entwicklung in Asien und Nordamerika schwächer als erwartet ausgefallen, schreibt Equinet-Analystin Nadeshda Demidova. Sie stufte den Wert auf „Hold“ von „Accumulate“ herab. Nach Ansicht des DZ-Bank-Experten Peter Spengler lagen die Resultate im Rahmen seiner Prognosen. Allerdings sei das organische Wachstum im Gasegeschäft etwas schwächer als erwartet ausgefallen.

          Dank des Sparprogramms und gesunkener Treibstoffkosten startete die Lufthansa mit einem geringeren Verlust in das Jahr 2014. Der Aktienkurs stieg um knapp 3 Prozent.  Im ersten Quartal konnte die Lufthansa ihren Nettoverlust um 45 Prozent auf 252 Millionen Euro eindämmen. Der operative Verlust verringerte sich etwa wie von Analysten berechnet um 32 Prozent auf 245 Millionen Euro. Der Umsatz ging wegen des starken Euro um 2,5 Prozent auf knapp 6,5 Milliarden Euro zurück. Für das laufende Jahr peilt Finanzchefin Simone Menne weiter einen operativen Gewinn von 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro an. Einen abermaligen Pilotenstreik hält die Managerin nicht für ausgeschlossen.

          Licht und Schatten gab es bei BMW. Das Finanzergebnis fiel stark aus, doch in der Autosparte blieben Umsatz und operatives Ergebnis etwas hinter den Prognosen zurück. Der Kurs fiel um 0,35 Prozent.

          Continental gaben erste starke Kursgewinne ab und gewannen 0,7 Prozent. Die Erholung auf Europas Reifenmärkten und eine steigende Autoproduktion verhalfen dem Reifenhersteller zu einem starken ersten Quartal, wie die endgültigen Geschäftszahlen deutlich machten. Mit einer Umsatzrendite von 11,4 Prozent im Rücken legte Conti nun die Latte für diese Marge im Gesamtjahr höher.

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