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Wochenausblick : Neue Sommertiefs im Dax?

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Händler an der New Yorker Börse Bild: Reuters

Anleger müssen in der neuen Börsenwoche weiterhin mit einem schwankenden Verlauf rechnen. Viele Analysten halten den Dax als zu teuer bewertet. Auch unter Charttechnikern mehrt sich Skepsis.

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          Experten zufolge müssen Anleger in der neuen Börsenwoche weiterhin mit einem schwankenden Verlauf rechnen. „Die Agenda bietet viel Stoff für eine wieder steigende Volatilität an den Finanzmärkten", heißt es etwa im Wochenausblick der Privatbank Merck Finck. Wie zuletzt dürften auch der starke Euro und die Ölpreise ihren Beitrag dazu leisten, dass sich der Dax in die ein oder andere Richtung bewegt.

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          Von seinem Mitte Juni erreichten Höchststand bei 12.951 Punkten hat sich der deutsche Leitindex mittlerweile deutlich nach unten abgesetzt - für manche Experten kein in gutes Omen. Sie verweisen nebem dem Euro als Belastung auch auf eine schlicht teure Bewertung. Das Thema „Korrektur“ könnte in den kommenden Wochen noch weitergehen - der deutsche Leitindex hat immerhin binnen 15 Monaten 4000 Punkte drauf gepackt, die erst einmal verarbeitet werden müssen, so ein Marktteilnehmer.

          Charttechniker sind skeptisch

          Unter Charttechnikern mehrt sich ebenfalls Skepsis. Das Börsenstatistik-Magazin Index-Radar etwa hält es für angebracht, vor den statistisch schwachen Sommerwochen auf fallende Kurse zu setzen. Einen Grund dafür, dass „die Bären die Kontrolle übernehmen", sehen sie in ihrer Beobachtung, dass kurze Erholungen in den vergangenen Wochen von Anlegern immer wieder zum Ausstieg genutzt wurden. Für den Dax sei es so eine große Herausforderung, über wichtige Widerstände zu steigen.

          Auch ein Ende der Euro-Stärke ist nach dem bisherigen Lauf in diesem Jahr und dem höchsten Niveau seit fast zwei Jahren nicht absehbar. Allerdings dürfte auch die Gemeinschaftswährung nicht in den Himmel steigen: „Der Euro stößt aus technischer Sicht spätestens bei 1,20 Dollar an Grenzen", sagt etwa Börsenbrief-Autor Hans Bernecker. Auch die BayernLB hält den jüngsten Anstieg für überzogen. „Wir sehen für die nächsten Tage Korrekturpotential", schrieb
          Devisenanalyst Manuel Andersch.

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          In geldpolitischen Fragen kehrt nach dem jüngsten Entscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) keine Ruhe ein. Schon am Mittwoch wartet der nächste Zinsentscheid der US-Kollegen. Da der Markt noch nicht mit einem weiteren Schritt rechnet, sollten vor allem die begleitenden Aussagen der Fed - etwa zum Abbau der aufgeblähten Bilanz - im Mittelpunkt stehen. „Sie dürfte sich vor der Sommerpause hinsichtlich der im Herbst zu erwartenden Entscheidungen ähnlich zurückhaltend äußern wie die EZB", erwartet Chefstratege Robert Greil von Merck Finck.

          Thema wird zudem der Kartellverdacht bei den deutschen Autobauern sein. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" sollen Vertreter von VW, Audi, Porsche, BMW und Daimler sich schon seit den1990er-Jahren gemeinsam über Technik, Kosten und Zulieferer verständigt haben. Die EU-Kommission prüft solche Hinweise, wie sie am Samstag mitteilte. Politiker aller Couleur fordern eine schnelle Aufklärung.

          Berichtssaison kommt ins Rollen

          Richtig ins Rollen kommt zudem die Berichtssaison. Zu Beginn bleiben die Blicke hier zwar noch nach Übersee gerichtet, wo am Montag der Google-Mutterkonzern Alphabet und tags darauf eine Flut an Dow-Unternehmen berichten. In Deutschland beginnt der Zahlenreigen am Dienstag mit Covestro, Hochtief und Aixtron. Aktionäre von Drillisch und United Internet werden dann gespannt nach Frankfurt schauen, wo die Drillisch-Aktionäre über die geplante Fusion abstimmen.

          BASF

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          Am Mittwoch legen dann die ersten Dax-Unternehmen ihre Karten auf den Tisch. Bei Daimler rechnet UBS-Experte Patrick Hummel mit einer schwungvollen Entwicklung, er sieht nach dem bereits angehobenen Ausblick aber keinen Raum für höhere Unternehmensprognosen. Auch bei der Deutschen Börse  wird trotz des ruhigen Finanzmarktumfelds und der geplatzten Fusion mit der Londoner Börse mit einem ordentlichen zweiten Quartal gerechnet.

          Der erste Höhepunkt in dieser Saison ist der Donnerstag, wenn neben BASF und der Deutschen Bank auch Volkswagen und Bayer ihr Zahlenwerk offenlegen. Für Anleger der Deutschen Post und von Linde dürften dann außerdem Resultate des amerikanischen Logistikers UPS und des Linde-Fusionspartners Praxair  von größerem Interesse sein. Der Handelsriese Amazon  rundet die Tagesagenda am Donnerstagabend in den Vereinigten Staaten ab.

          Auch auf Konjunkturseite hat die Agenda einiges zu bieten. Hierzulande dürfte vor allem der Ifo-Index am Dienstag im Mittelpunkt stehen: Nachdem das Stimmungsbarometer zuletzt auf Höchststände gestiegen war, will die Postbank eine weitere Rekordjagd nicht ausschließen. Sie glaubt jedoch an einen geringfügigen Rückgang von 115,1 auf 115,0 Punkte. In Amerika stehen am Freitag vor allem aktuelle BIP-Zahlen im Mittelpunkt.

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