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Berichtssaison : Costco & Monsanto geben ein freundliches Vorspiel

  • Aktualisiert am

Mehr Schub für die Wirtschaft Bild: REUTERS

Die Anleger warten auf die Zahlen von Alcoa, gelten sie doch als Eröffnung der Berichtssaison. Costco und Monsanto berichteten schon vorbörslich. Und werden dafür belohnt. Was kümmert's, dass die Aktien teuer sind.

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          Wenngleich der Quartalsbericht des Aluminiumkonzerns Alcoa traditionell als Eröffnung der Berichtssaison gilt, so gibt es doch Vorläufer, auch unter größer kapitalisierten Werten. Vor Börsenstart in Amerika legten am Mittwoch der wegen seines Einsatzes von Gentechnik weltweit umstrittene Saatguthersteller Monsanto sowie der Discounter Costco Wholesale Geschäftszahlen vor.

          Die Reaktionen fielen zunächst unterschiedlich aus: Costco verzeichnen einen Aufschlag von 3,4 Prozent auf 59,90 Dollar. Denn die Einzelhandelskette verdiente im vierten Quartal zwar etwas weniger als vor einem Jahr, übertraf damit aber die Erwartung der Experten deutlich. Der Reingewinn sank gegenüber der Vorjahresperiode um 6 Prozent auf 374 Millionen Dollar, Analysten hatten aber mit rund 10 Prozent weniger gerechnet.

          Auslandsgeschäft hilft Costco

          Das mit dem Cash&Carry-Geschäft der Metro vergleichbare Unternehmen verzeichnet einen Umsatzrückgang um 3,1 Prozent auf rund 22 Milliarden Dollar. Insgesamt profitierte Costco vor allem vom internationalen Geschäft, in dem auf vergleichbarer Basis die Umsätze um 6 Prozent stiegen, wohingegen sie in den Vereinigten Staaten um 1 Prozent fielen.

          Auf Basis der Gewinnschätzungen für das eben begonnene neue Geschäftsjahr ist Costco mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 21,8 und für das darauffolgende Geschäftsjahr von 19,5 bewertet. das ist ebenso hoch wie das Kurs-Buchwert-Verhältnis von mehr als 2. Nur das Kurs-Umsatz-Verhältnis gewährt mit wenig mehr als 0,3 noch etwas Spielraum.

          Herbizide vernichten Umsatz

          Der Kurs von Monsanto hingegen fiel zunächst. Das schleppende Geschäft mit Unkrautvernichtungsmitteln hat das Unternehmen im vierten Quartal tiefer in die roten Zahlen gedrückt. Im Vierteljahr habe sich ein Minus von 233 Millionen Dollar ergeben nach einem Verlust von 172 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

          Damit übertraf der Anbieter von Genmais zwar die Erwartungen von Analysten, doch fielen die Umsätze im Berichtszeitraum von 2,05 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum auf 1,88 Milliarden Dollar, während Analysten mit 1,99 Milliarden Dollar gerechnet hatten. Größere Konkurrenz und Preisdruck bei Unkrautvernichtungsmitteln belasten den Konzern.

          Im gesamten Geschäftsjahr 2008/09 verbuchte der Konzern einen Umsatzanstieg von 11,37 auf 11,72 Milliarden Dollar. Der Überschuss kletterte von 2,02 auf 2,11 Milliarden Dollar. Diese positive Entwicklung sei vor allem von höheren Erlösen im Saatgutgeschäft getragen worden, hieß es.

          Deshalb will Monsanto seine Abhängigkeit von der Sparte verringern und setzt vermehrt auf das einträgliche Geschäft mit gentechnisch verändertem Saatgut. Den Ausblick ließ das Unternehmen unverändert. Demnach will Monsanto zwischen 3,10 und 3,30 Dollar je Aktie verdienen. Doch die Analysten gingen zuletzt von 3,42 Dollar aus.

          Nur scheinbar teuer?

          Indes führten die Kursverluste erst einmal dazu, dass einige Anleger wieder zugriffen und so wurden sie rasch geringer. Rasch notierten auch Monsanto knapp 1 Prozent im Plus. Immerhin gilt das Geschäft mit genmanipulierten Saatgut zumindest in den Vereinigten Staaten als Zukunftsgeschäft. Allerdings ist die Aktie mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 22,3 für das gerade begonnene und von immer noch 16,1 für das kommende Geschäftsjahr ebenso wenig billig wie Costco. Zudem beträgt das Kurs-Umsatz-Verhältnis für beide Jahre mehr als 3, ebenso das Kurs-Buchwert-Verhältnis.

          Doch für beide Aktien gilt: es sind weiter Spekulationen auf die Erholung. Solange die Ansicht trägt, dass die Wirtschaft sich rascher und tiefgreifender erholt als prognostiziert, solange gelten die fundamentalen Bewertungen als verzerrt. Allerdings wird der Spielraum zwischen steigenden Prognosen und noch höheren Erwartungen immer kleiner, wie auch die eher mühsame Seit- bis Aufwärtsbewegung der Kurse in den vergangenen Wochen gezeigt hat. Speziell für Monsanto gilt zudem, dass die Aktie vor vier Wochen stark unter Druck geriet, als der Saatguthersteller die Prognosen deutlich gesenkt hatte.

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