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Beratungsunternehmen : Aktie von Cap Gemini hoch bewertet im Aufwärtstrend

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Bild: FAZ.NET

Nach harten Jahren verzeichnet das französische IT-Beratungsunternehmen Cap Gemini wieder steigende Umsätze und Gewinne. Die Aktie tendiert nach oben, ist aber bereits hoch bewertet.

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          In der Zeit der Technologieblase gab es viele Highflyer - unter anderem die Aktie der französischen Computer-Beratungsgesellschaft Cap Gemini, die in den letzten Atemzügen der damaligen Hausse von 150 auf 353 Euro stieg, nur um in der Baisse völlig unter die Räder zu geraten und bis auf 13 Euro abzustürzen.

          Grund war, dass das Unternehmen, dessen Hauptgeschäft die IT-Beratung ist, die volle Wucht der Konsolidierung in der Branche zu spüren bekam. Von 2001 bis 2003 fiel der Umsatz um 32 Prozent auf 5,75 Milliarden Euro. Wenngleich dieser schon 2004 wieder stieg, wurde dieses Jahr das verlustreichste seit 1999.

          Deutliche Aufwärtstendenz der Ergebnisse

          Erst 2005 schrieb das Unternehmen wieder schwarze Zahlen. Bei einem Jahresumsatz von 6,95 Milliarden Euro betrug der operative Gewinn 214 und der Reingewinn 141 Millionen Euro. Die Nettomarge von zwei Prozent lag aber noch immer weit entfernt von jenen 6,2 Prozent, die das Unternehmen einst erzielte.

          Im ersten Halbjahr hielt die vorsichtige Aufwärtstendenz an. Bei einem gegenüber der Vorjahresperiode um neun Prozent höheren Umsatz von 3,78 Milliarden Euro erzielte das Unternehmen einen um 13 Prozent höheren operativen Gewinn von 139 Millionen Euro und einen Reingewinn von 71 Millionen Euro. Damit verbesserte sich die Nettomarge gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 1,7 auf 1,9 Prozent.

          Immer noch wird das Ergebnis von der andauernden Restrukturierung belastet, wenngleich diese zurückgehen. So kosteten Stellenstreichungen das Unternehmen im ersten Halbjahr 2006 etwa 30 Millionen Euro.

          Stärke der europäischen Wirtschaft wirkt sich positiv aus

          Für das Gesamtjahr prognostizierte Cap Gemini seinerzeit einen Umsatzanstieg von zehn Prozent auf vergleichbarer Basis und eine deutliche höhere operative Marge. Insbesondere beim Umsatz scheint das Unternehmen auf Kurs. Mit 1,88 Milliarden Euro erlöste Cap Gemini 12,4 Prozent mehr als im Vorjahresquartal.

          Dabei hilft dem Unternehmen die weiter starke Tendenz zum Outsourcing. Dieser Bereich verzeichnete mit einem Plus von 20 Prozent das stärkste Wachstum. Ebenso profitiert man von der wiedergewonnenen Stärke der europäischen Wirtschaft. Das größte Wachstum verzeichnete man auf dem Heimatkontinent, allen voran in Großbritannien und Mitteleuropa. Und die Tendenz hält an, geht man vom Auftragsbestand aus, der gegenüber dem Vorjahresquartal um 20 Prozent auf 1,52 Milliarden Euro stieg.

          Das etwas schwächere Nordamerikageschäft soll die Übernahme des amerikanischen IT-Dienstleisters Kanbay stärken. Cap Gemini zahlt dafür 29 Dollar je Aktie oder insgesamt 1,25 Milliarden Dollar. Zugleich expandiert das Unternehmen damit stärker in den indischen Markt. Auf Basis des dritten Quartals steigen die Umsätze um 89 Prozent. Da Kanbay profitabler ist als Cap Gemini, soll die Akquisition auch den Gewinn je Aktie 2007 um über fünf und 2008 um über zehn Prozent erhöhen.

          Hoch bewertet im Aufwärtstrend

          Angesichts der guten Lage hat sich die Notierung der Aktie mittlerweile gut erholt. Am Montag schloss sie bei 50,80 Euro und damit so hoch wie seit über vier Jahren nicht mehr. Dadurch sind indes viele Erwartungen bereits eingepreist. So schätzen Analysten das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2007 auf 19,8 und für 2008 auf 16,7.

          Charttechnisch dagegen befindet sich die Aktie in einem über zwei Jahre anhaltenden Aufwärtstrend, dem die Konsolidierung zur Mitte des vergangenen Jahres nicht geschadet hat. Sie hat im Gegenteil dazu geführt, dass die Notierung im Bereich zwischen 40 und 45 Euro gut unterstützt erscheint.

          Angesichts der guten Konjunkturlage und der Restrukturierungserfolge könnte der Anstieg des Kurses noch eine Weile weitergehen, besonders dann, wenn sich die Übernahme von Kanbay als so erfolgreich erweist wie geplant. Nichtsdestotrotz sind Absicherungsstrategien angesichts der hohen Bewertung ein Muss.

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