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Beiersdorf : Ergebnisse rechtfertigen hohe Bewertung der Aktie nicht

Massive Werbung: Nivea bestimmte das Bild der Neujahrsparty am Times Square Bild: AFP

Besonders gefragt war am Montag im Dax auch die Aktie des Nivea-Herstellers Beiersdorf. Doch die am Dienstag vorgelegten Ergebnisse können die Vorschusslorbeeren der jüngsten Zeit nicht rechtfertigen.

          Nach der Aktie des Einzelhandelskonzerns Metro, der am Dienstag Umsatzzahlen für das vergangene Jahr vorlegte, war die Aktie des Kosmetikkonzerns Beiersdorf am Montag die gefragteste Aktie im Dax. Ihr Kurs stieg in Erwartung der vorläufigen Geschäftsergebnisse für das Gesamtjahr 2009 um 1,9 Prozent und machten damit fast die gesamten Rückschläge des Freitags wieder wett.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Vorschusslorbeeren konnte der Konzern indes nicht so ganz rechtfertigen. Zwar hielt dieser den Gewinnrückgang in Grenzen. Der Betriebsgewinn sank nach Unternehmensangaben vom Dienstag um gut ein Viertel auf rund 585 Millionen Euro, so dass damit die Renditeziele dank Einsparungen und verstärkter Werbung erreicht wurden.

          Eigene Ziele erreicht

          Das wichtigste Geschäftsfeld Kosmetik erwirtschaftete eine Umsatzrendite vor Zinsen und Steuern von 11,1 Prozent, die unter der Schwäche der Automobilindustrie leidende Klebstoffsparte Tesa schaffte mit 3,9 Prozent sogar fast doppelt soviel wie vom Vorstand vorgegeben.

          Im Industriegeschäft verzeichnet Beiersdorf inzwischen eine stärkere Nachfrage und lässt nach eigenen Angaben die Kurzarbeit auslaufen. Im vergangenen Jahr waren wegen eines Geschäftseinbruchs zeitweise 1000 Beschäftigte der Tochter Tesa in
          Kurzarbeit geschickt worden.

          Analystenziele leicht verfehlt

          Indes hatten Analysten im Durchschnitt einen Betriebsgewinn von 596,5 Millionen Euro erwartet und auch der um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gefallene Umsatz von 5,75 Milliarden Euro lag leicht unter den prognostizierten 5,8 Milliarden Euro. Nach Steuern betrug der Gewinn 379 Millionen Euro und lag damit ebenfalls unter den erwarteten 398 Millionen Euro. Und während die betriebliche Rendite die Erwartungen erfüllte, lag die Nach-Steuer-Rendite damit unter diesen.

          Analysten bezeichneten die Ergebnisse dennoch als im Rahmen der Erwartungen liegend, dennoch überwiegt zu Handelsbeginn Enttäuschung und der Kurs gibt knapp 3 Prozent nach. Auch der optimistische Ausblick, wonach Beiersdorf seine Marktanteile weiter steigern und schneller als der Markt wachsen will, hilft da nicht. Das sei häufig zu hören und daher nicht überzubewerten, lautet eine Einschätzung aus Analystenkreisen.

          Nachdem damit die Unterstützung bei 44,50 Euro nicht gehalten hat, rückt die Unterstützung bei 41,50 Euro in den Vordergrund. Immerhin ist die Aktie auf Basis der Analystenprognosen mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 22,7 für das gerade begonnene Geschäftsjahr bewertet und ist mit einem geschätzten KGV für 2011 von 19,7 nicht eben günstig.

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