https://www.faz.net/-gv6-p927

Bauunternehmen : Aktie von Orascom Construction profitiert vom Wachstum

  • Aktualisiert am

Projekt von OCI Bild: OCI

Hatte die Aktie des ägyptischen Bauunternehmens Orascom Construction nach einem Höhenflug deutlich korrigiert, so verbuchte sie in den vergangenen Wochen wieder deutliche Kursgewinne. Umsätze und Gewinne steigen im Trend.

          2 Min.

          Die arabischen Börsen sorgten in den vergangenen Jahren für Furore. Erst stiegen die Kurse im Rahmen einer durch eine extrem hohe Liquidität ausgelösten Hausse förmlich in den Himmel, danach korrigierten sie deutlich.

          Das zeigte sich unter anderem am Beispiel des ägyptischen Case-Index. Er legte in den Jahren 2003 bis Januar des laufenden Jahres etwas mehr als 1.500 Prozent zu, um danach bis in den Juli hinein rund 43 Prozent seines Wertes zu verlieren. Inzwischen ging es zwar wieder um 40 Prozent nach oben, allerdings ausgehend von einer tieferen Basis.

          Deutlich und im Trend steigende Umsätze und Gewinne

          Diese Entwicklung dürfte einerseits auf die überzogene Kursdynamik vor der Korrektur als auch auf die Bewertung zurückzuführen sein. Denn günstig waren die ägyptischen Aktien in ihrem vergangenen Hoch sicherlich nicht mehr. Das gilt und galt auch für einzelne Werte.

          Zum Beispiel für die Aktie des Bau- und Baustoffunternehmens Orascom Construction Industries (OCI). In der Spitze hatte das Papier Kurs-Gewinn-Verhältnisse von bis zu 24 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende Geschäftsjahr erreicht. Das war etwas viel, selbst wenn das Unternehmen in den vergangenen Jahren Umsatz und auch Gewinn im Trend deutlich steigern konnte.

          Im vergangenen Geschäftsjahr beispielsweise legte der Umsatz im Vergleich zur Vorjahresperiode um 32,85 Prozent auf 11,37 Milliarden ägyptische Pfund zu, der Gewinn je Aktie dagegen konnte um 54,4 Prozent auf 8,97 Pfund erhöht werden. Auch im laufenden Jahr setzt sich bisher diese Entwicklung fort. So konnte der Umsatz in den ersten sechs Monaten des Jahres im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 30,3 Prozent auf 6,989 Milliarden Pfund in Landeswährung gesteigert werden, der Gewinn vor Steuern, Abschreibungen und Zinsen um 55,2 Prozent auf 2,026 Milliarden Pfund und der Nettogewinn um 53 Prozent auf 1,208 Milliarden Pfund.

          Bewertung: Kein Schnäppchen, aufgrund des Wachstums akzeptabel

          Orascom Construction Industries hat seine Basis zwar in Ägypten, erzielte aber in den ersten sechs Monaten des Jahres rund 70 Prozent seiner Umsätze außerhalb des Landes und ist damit relativ breit diversifiziert. In der zweiten Jahreshälfte rechnet Unternehmenschef Nassef Sawiris sogar noch mit einer besseren Performance als in der ersten. Dazu würden unter anderem neue Zementproduktionskapazitäten in Pakistan, im Nordirak und nicht zuletzt auch in Ägypten selbst beitragen. Die Produktionskapazität betrage inzwischen 21 Millionen Tonnen, die in den kommenden 15 Monaten um weitere zehn Millionen Tonnen erweitert werden. Für 2,5 Millionen Tonnen liefen die Arbeiten in Nordwest-Algerien schon, teilte das Unternehmen mit.

          Die Konzentration auf bestimmte regionale Märkte und der strategische Aufbau von Ressourcen zahle sich in Form der Gewinnung neuer Kunden und Projekte aus, während der gesamte Sektor an sich unterversorgt sei. Auf dieser Basis scheinen die Perspektiven für das Unternehmen und damit auch die Aktie nicht schlecht zu sein. Mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von knapp 19 und 13,5 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr ist die Aktie optisch zwar kein Schnäppchen. Allerdings zeigt schon die Differenz zwischen den beiden Zahlen, welches Wachstum möglich zu sein scheint. In diesem Sinne hat das Papier sicherlich noch gewisse Reize, eine Beschränkung der Position unter Risikoaspekten dürfte jedoch sicherlich nicht schaden.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Eines der großen Anliegen unserer Zeit: Nach der Demo bleibt das durchweichte Schild.

          Kampf um Meinungsfreiheit : Das große Unbehagen

          Mehr als 150 Intellektuelle protestieren gegen ein erstickendes Meinungsklima und Repressalien gegen Andersdenkende. Dabei werfen sie vor allem dem Journalismus, den Wissenschaften und Künsten Intoleranz und Moralisieren vor.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.