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Bauunternehmen : Aktie von Boskalis im Höhenflug

  • Aktualisiert am

„Dreckschleuder” von Boskalis Bild: Boskalis

Die Aktie des niederländischen Wasserbauspezialisten Boskalis verbuchte in den vergangenen Monaten satte Kursgewinne. Kein Wunder, denn das Unternehmen kann die Gewinne deutlich steigern. Der Trend zeigt weiterhin nach oben.

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          Kursgewinne satt konnten in den vergangenen Monaten die Aktionäre des niederländischen Infrastrukturunternehmens Koninklijke Boskalis Westminster verbuchen. Das Papier befindet sich in einem eindrucksvollen Aufwärtstrend und hat seit dem Jahr 2004 knapp 430 Prozent auf zuletzt 33,46 Euro zugelegt. Nach Kursgewinnen von mehr als 20 Prozent in der vergangenen Wochen ging es am Montag um weitere 7,8 Prozent nach oben.

          Diese Kursentwicklung dürfte kaum verwundern, denn das Unternehmen wuchs zumindest in den vergangenen beiden Jahren deutlich und profitabel. Auch das laufende Geschäftsjahr scheint hervorragend zu laufen.

          Deutliches umsatz- und Gewinnwachstum ...

          Denn Boskalis konnte in den ersten sechs Monaten einen Gewinn von 78,8 Millionen Euro verbuchen. Auch wenn ein Einmalgewinn von 20 Millionen Euro eine Rolle spielte, so übertraf das Unternehmen damit alle Erwartungen. Der Umsatz legte im Vergleich mit der Vorjahresperiode um satte 26 Prozent auf 756 Millionen Euro zu.

          Gründungsarbeiten bei Boskalis

          Boskalis geht davon aus, denn Nettogewinn im laufenden Jahr um mindestens 40 Prozent auf 163 Millionen Euro steigern zu können. Das dürfte kaum verwundern. Denn das Unternehmen profitiert von glänzend laufenden Geschäften, die vor allem von den ölreichen Staaten ausgehen. Diese investieren aufgrund ihrer hohen Einnahmen in Transport- und Infrastrukturprojekte.

          Boskalis Westminster zählt sich zu den führenden Unternehmen weltweit, die sich auf die Trockenlegung von Flächen und den Bau und die Unterhaltung von Häfen und Wasserstraßen spezialisiert haben. Das Unternehmen verfügt über eine Flotte von mehr als 300 Fahrzeugen, ist in mehr als 50 Ländern in allen fünf Kontinenten aktiv und beschäftigt einschließlich der Partnerunternehmen mehr als 7.000 Leute.

          Zu den Aufträgen gehören die Arbeiten für Pipeline von Lukoil ebenso, wie Arbeiten im Wert von 120 Millionen Euro für die Entwicklung eines Gasfeldes für Woodside in Australien oder den Ausbau von Häfen in Indien, China, Russland, Angola, Katar und Panama. Peter Berdowski, Vorstandssprecher des Unternehmens, berichtete bei der Vorlage der Halbjahreszahlen davon, dass die Kapazitäten voll ausgelastet seien und die Marge entsprechend hoch.

          ... optimistische Wachstumserwartungen

          Auch mittelfristig sehe es gut aus. Denn aus strukturellen Gründen bleibe die Nachfrage nach Backerarbeiten weltweit und über alle Marktsegmente hinweg in den kommenden Jahren hoch. Die Unternehmen investierten zwar kräftig in neue Kapazitäten, allerdings würden diese alleine schon auf Basis der absehbaren Projekte vollständig absorbiert werden können, heißt es.

          Auf dieser Basis dürften auch die Aussichten für die Aktie nicht allzu schlecht sein. Der Chart zeigt weiterhin nach oben. Er wird einerseits durch die operative Entwicklung unterstützt. Auf der anderen Seite ist die Aktie mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 22 und 19 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr kein optisches Schnäppchen. In diesem Sinne dürfte es ratsam sein, die Aktie zu halten, bis die operative Entwicklung doch einmal abkühlen sollte. Absicherungsstrategien können sicherlich nie schaden.

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