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Baumaschinenhersteller : Caterpillar-Aktie räumt Widerstand aus dem Weg

  • Aktualisiert am

Stark gefragte Baumaschinen: Caterpillar Bild: Caterpillar/Website

Caterpillar hat im zweiten Quartal den Gewinn verdoppelt. Der schwache Dollar und eine höhere Produktion haben dies ermöglicht. Die Aktie hat darauf Widerstände aus dem Weg geräumt und strebt weiter aufwärts.

          Das Bau-Geschäft gilt seit geraumer Zeit nicht als Wachstumsbranche. Im Gegenteil: Nicht nur in Europa, sondern auch in den Vereinigten Staaten haben Bauunternehmen schon deutlich bessere Tage gesehen. Vor diesem Hintergrund müßte es Caterpillar, dem Weltmarktführer bei Baggern und anderen „Erdbewegungsmaschinen“ recht kratzig gehen. Doch das Gegenteil ist der Fall.

          Der Konzern mit Sitz im amerikanischen Bundesstaat Illinois hat gerade eine Gewinnexplosion erlebt. Börsianer lieben solche Nachrichten und verhelfen der Aktie zu kräftigen Kursgewinnen. An der Wall Street steit der Titel um 6,97 Prozent auf 62,73 Dollar. Und dabei muß es nicht bleiben.

          Gewinn fast verdoppelt - Prognosen deutlich übertroffen

          Die Zahlen für das zweite Quartal sind stattlich: Der Umsatz kletterte um zwölf Prozent auf 5,932 Milliarden Dollar nach 5,291 Milliarden Dollar im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Der Gewinn jedoch sprang von 200 auf 399 Millionen Dollar - ein Plus von 99,5 Prozent. Daraus leitet sich ein Gewinn je Aktie von 1,16 Dollar ab. Ein herausragender Wert: Denn Analysten hatten nur mit einem Gewinn je Anteilsschein von 66 Cents gerechnet. Caterpillar ist also rund 75 Prozent profitabler gewesen als prognostiziert. Vor einem Jahr lag der entsprechende Wert noch bei 58 Cents.

          Diesen Sprung hat zu einem Großteil der schwache Dollar dem Konzern beschert, der beim Verkauf von Lastwagenmotoren, Traktoren und Baumaschinen im Ausland bessere Preise erzielt hat. 138 Millionen Dollar Gewinn waren nach Angaben von Caterpillar geringeren Kosten zuzuschreiben, nachdem der Konzern in den vergangenen zwölf Monaten sechs Prozent seiner Mitarbeiter entlassen hat.

          Gewinnprognose abermals angehoben

          Der Vorstand rechnet - trotz der Gegenbewegung der vergangenen Tage im Vergleich zum Euro gegenüberJuni - weiter mit einem schwachen Dollar. Im Verein mit einem bescheidenen Wachstum, niedrigen Zinsen und steigender Nachfrage nach Ersatz für ausrangierte Baumaschinen dürften die Verkäufe um zehn Prozent in diesem Jahr zunehmen, meint die Konzernspitze. Deshalb hat sie ihre Gewinnprognose zum zweiten Mal in diesem Jahr angehoben. Nun soll das Ergebnis je Aktie zwischen 2,75 und 2,90 Dollar liegen statt zwischen 2,20 und 2,30 Dollar.

          Diese Zahlen und Angaben sind geeignet, das Vertrauen von Anlegern in diesen Titel zu befördern. Und den Kurs weiter treiben - mahnende Stimmen wie jene von Standard & Poor´s, die die Caterpillar-Aktie im April als überteuert und den Kursanstieg als maßlos übertrieben dargestellt hatten, haben dem Papier nicht geschadet. Nachdem es den Sprung über die Marke von 60 Dollar geschafft und einen Widerstand hinter sich gelassen hat, ist das ohnehin günstige charttechnische Bild weiter verbessert worden: Nun kann die - mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 25,7 allerdings recht hoch bewertete - Aktie durchlaufen bis zum Fünf-Jahreshoch von 66,44 Dollar aus dem April 1999, wenn sie den kleinen Widerstand bei 63 Euro knackt. Dies wäre technisch ein weiteres Kaufsignal, wobei aus fundamentaler Sicht eine Absicherung nach unten ratsam erscheint.

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