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Bauindustrie : Helma Eigenbau steht vor großen Herausforderungen

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Den Traum vom Eigenheim erfüllt auch Helma Eigenbau Bild: picture-alliance / dpa

Mit der Helma Eigenbau strebt mal wieder ein Bauwert an die Börse. Das Unternehmen wächst und benötigt dafür Kapital. Der Emissionspreis erscheint im Branchenvergleich durchaus angemessen. Doch das Konjunkturrisiko im Wohnungsbau ist groß.

          Etwas ruhiger ist es um Börsengänge in diesem Sommer geworden. Aber es gibt sie noch, nicht zuletzt weil der Entry Standard kleine und mittlere Unternehmen als vergleichsweise einfaches Mittel der Eigenkapitalbeschaffung lockt.

          Die Gesellschaft, das jüngste Handelssegment der Frankfurter Börse, ist eine illustre Mischung von Unternehmen aus dem Bereich der alternativen Energien, der Informationstechnologie, der Unterhaltungsindustrie - und der Bauindustrie.

          Hausbau nördlich des Mains

          Aus diesem Sektor kommt der neueste Aspirant für einen Platz im Einsteigersegment des Parketts. Dabei ist die Helma Eigenbau nicht unbedingt ein junges Unternehmen. Die Firma aus Isernhagen bei Hannover wurde bereits 1980 gegründet und ist mit mehr als 160 Mitarbeiter und Handelsvertretern, 25 Musterhäusern und vier Beratungsbüros schwerpunktmäßig in den Bundesländern nördlich der Mainlinie aktiv.

          Helma sieht sich selbst als einen der führenden deutschen Baudienstleister mit Schwerpunkttätigkeit in der Planung, dem Vertrieb und dem Bau von Eigenheimen in Massivbauweise und bietet zwischen dem heutigen Dienstag und dem kommenden Montag 780.000 Aktien in einer Spanne von jeweils 24 bis 27 Euro feil.

          Weitere 90.000 Aktien sind im Rahmen einer Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) vorgesehen. Die Erstnotiz ist für den Donnerstag der kommenden Woche vorgesehen. Die Aktien stammen zu etwas mehr als drei Vierteln aus einer Kapitalerhöhung. Die übrigen Aktien gibt der bisherigen mittelbare und unmittelbare Alleinaktionär, Firmengründer und Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Maerzke, ab.

          Auf nach Süden

          Rund 80 Prozent der Aktien sollen laut Unternehmensangaben institutionellen Investoren, nur 20 Prozent den Privatanlegern angedient werden. Die Gesellschaft habe sich zu einer Lock-up-Periode von sechs Monaten, Altaktionär Maerzke zu einer Haltefrist von 15 Monaten verpflichtet.

          Nach dem Börsengang soll der Streubesitz der Helma Eigenheimbau bei voller Ausübung des Greenshoes 33,5 Prozent betragen. Ohne Mehrzuteilung dürfte der Freefloat bei 30 Prozent liegen, sagte Helma-Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Maerzke am Montag vor Journalisten in Frankfurt.

          Insgesamt sollen dem Unternehmen aus der Kapitalerhöhung zwischen 14,4 und 16,2 Millionen Euro zufließen. Der Großteil des Emissionserlöses wird laut Finanzvorstand Torsten Rieger in weitere Musterhäuser in neuen und bestehenden Vertriebsregionen fließen. Dabei liege der Schwerpunkt auf den von Helma bislang noch nicht abgedeckten Regionen wie Bayern und Baden-Wüttemberg.

          „In diesen beiden Bundesländern werden 40 Prozent der Baugenehmigungen in Deutschland erteilt“, verdeutlichte Rieger das aus seiner Sicht dort schlummernde Potential für Helma. Der Rest des Emissionserlöses solle für die teilweise Tilgung von Darlehen und der Mezzaninefinanzierungen verwendet werden sowie in die Tochter Helma Wohnungsbau GmbH & Co KG fließen.

          Wachstumsstrategie benötigt Kapital

          Im vergangenen Jahr steigerte Helma den Umsatz dank einer mehr als doppelt so hohen Verkaufszahl wie im Vorjahr um 59 Prozent auf 33,13 Millionen Euro nach einem Plus von knapp 23 Prozent im Vorjahr. Das operative Ergebnis (Ebitda), das 2004 um knapp 20 Prozent auf 469.000 Euro geschrumpft war, verdoppelte sich nahezu auf 952.000 Euro. Beide Bewegungen sind ein Ergebnis der Wachstumsstrategie, die sich damit 2005 erstmalig bezahlt gemacht hat. Der Jahresüberschuß stieg 2005 um 32 Prozent auf 189.000 Euro.

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