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Banken : Trübe Aussichten für Aktie von Goldman Sachs

  • Aktualisiert am

Die Aussichten sind auch für Goldman Sachs etwas getrübt Bild: AP

Mit Spannung waren am Dienstag die Ergebnisse der amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs erwartet worden. Sie fielen zwar wie erhofft gut aus - doch der Ausblick stimmt nicht eben hoffnungsfroh.

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          Mit Spannung waren am Dienstag die Ergebnisse der amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs erwartet worden. Nicht nur, weil es ansonsten wenig Berichtenswertes am Tage gab, sondern vor allem, weil man sich ein wenig Beruhigung und Hoffnung in der Finanzkrise erwartete, hatte die Bank doch seinerzeit für das dritte Geschäftsquartal Zahlen präsentiert, die vergleichsweise wenig von einer Krise zeigten.

          Diese Hoffnungen wurden erfüllt - indes nur teilweise. So hat Goldman Sachs seinen Nettogewinn im vierten Quartal, das im November zu Ende ging, um zwei Prozent auf 3,22 Milliarden Dollar gesteigert. Dies sei gelungen, weil man die Krise am amerikanischen Markt für Hypothekenkredite früh vorhergesehen und sich entsprechend positioniert habe. Dank dessen wies die Bank am Dienstag ein Ergebnis von 7,01 Dollar je Aktie nach 6,59 Dollar im Vorjahresquartal aus. Das war deutlich mehr als von Analysten mit 6,61 Dollar erwartet.

          „Minenfelder vermieden“

          Die Einnahmen steigerte Goldman Sachs im Quartal per Ende November um 19 Prozent auf 21,53 Milliarden Dollar. Der Nettoumsatz kletterte um 14 Prozent auf 10,741 Milliarden Dollar und damit stärker als von Beobachtern mit 10,16 Milliarden Dollar erwartet.

          Im klassischen Investmentbanking profitierte das Institut von einer Verdopplung der Gebühren für Fusionen und Übernahmen. Daher stiegen die Einnahmen hier trotz stagnierender Erträge im Emissionsgeschäft um 47 Prozent auf knapp zwei Milliarden Dollar.

          Auch im Handelsgeschäft legte Goldman zu, da die Bank Wertverluste zahlreicher strukturierter Papiere mehr als ausgleichen, die in den Strudel der vom Subprime-Markt ausgegangenen Turbulenzen geraten waren. „Goldman hat zudem die Minenfelder gemieden, in die viele Konkurrenten hereingelaufen sind“, sagte Michael Holland vom Vermögensverwalter Holland& Co.

          Besser als der Wettbewerb

          Indes bemerkte Nike Mayo, Analyst der Deutschen Bank, seien gegenüber dem dritten Quartal der Rentenhandel schwächer, der Aktienhandel niedriger und das Kreditemissionsgeschäft geringer ausgefallen.

          Mit der Quartalsentwicklung schlug sich Goldman Sachs besser als viele Wettbewerber. Vergangene Woche hatte Lehman Brothers aufgrund der andauernden Kreditkrise und des Wertverlusts von besicherten Krediten einen Rückgang des Nettogewinns von 12 Prozent vermeldet. Bei den weiteren Wettbewerbern Bear Stearns und Morgan Stanley, die im Laufe der Woche ihre Zahlen vorlegen, erwarten Analysten gar rote Zahlen.

          Nach Aussagen des Finanzvorstands David Viniar geriet der Aktienkurs indes deutlich unter Druck und fiel im Verlauf um bis zu 5,6 Prozent auf 196,90 Dollar. Auch am Tagesende betrug dass Minus immer noch 3,4 Prozent.

          Nicht nur im Kreditgeschäft sind die Aussichten verhalten

          Da die Kreditmärkte schwierig blieben, sei die Investmentbank mit Blick auf ihre Geschäftsentwicklung kurzfristig vorsichtig, hatte Viniar auf einer Telefonkonferenz gesagt. Mittel- und langfristig seien die Aussichten zwar besser. Der Boden beim Wertverlust der Immobilienkredite komme näher. Dennoch seien die Hypotheken- und Kreditmärkte in der schwierigsten Situation seit einem Jahrzehnt.

          Das ist nicht unbedingt das, was die Anleger hören wollten, macht es doch den ernst der Lage deutlich, vor allem mit dem Blick auf Wettbewerber, die zu lange prozyklisch agiert haben. Jedenfalls griffen sie mit Begeisterung zu Verkaufsoptionen auf Goldman-Sachs-Aktien und trieben deren Preise um bis zu 80 Prozent nach oben.

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