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Banken : Nicht nur die Kreditkrise drückt japanische Bank-Aktien

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Auch den Nikkei ziehen die Banken ins Minus Bild: REUTERS

Am Donnerstagmorgen verzeichnen die japanischen Börsen starke Kurseinbrüche, nachdem die Banken ihre Verluste aus Hypothekengeschäften offen gelegt haben. Dise sind zwar nicht so gravierend, doch brachten sie wohl das Fass zum Überlaufen.

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          Wer sich der optimistischen Hoffnung hingab, die Kreditkrise sei mit dieser Woche ausgestanden, sieht sich spätestens am Donnerstagmorgen getäuscht. Täglich neue Hiobsbotschaften drückten am Mittwochabend nicht nur den Dow Jones unter die Marke von 13.000 Punkten.

          Viel mehr brach mit der Offenlegung der Verluste japanischer Banken aus Immobilienkreditgeschäften in den Vereinigten Staaten an den asiatischen Märkten fast schon eine Panik aus, die den Nikkei um drei Prozent ins Minus drückte, der koreanische Kospi fiel sogar um über sieben Prozent.

          Beruhigungsversuche gehen nach hinten los

          Der Schritte der japanischen Geldinstitute war eigentlich von dem Bemühen geprägt, den Aktienmarkt mit der Offenlegung ihres Subprime-Engagement zu beruhigen. Offenbar wurde die Nervosität des Marktes unterschätzt. Zum einen scheine sie dem Braten nicht so recht zu trauen und gehen eher vom Schlimmsten aus, zum anderen könnte die Krise kleinere Banken gefährden und damit auch die großen belasten. Seit Monatsanfang ist der Subindex des Topix für den Bankensektor um 20 Prozent abgerutscht.

          „Investoren können sich immer noch kein klares Bild der Subprime-Verluste bei japanischen Banken machen“, erläutert Yasunori Kuroda, Fondsmanager bei Sompo Japan Insurance. „Angesichts dieser Unsicherheiten erwerben sie nun Schutz.“ Entsprechend stiegen schon am Mittwoch die Preise für Kreditausfallswaps auf die Anleihen der Banken Mitsubishi UFJ und Sumitomo Mitsui um sieben Basispunkte.

          Japanische Banken vergleichsweise wenig in Subprimes engagiert...

          Dabei sind die bezifferten Verluste vergleichsweise gering. Mitsubishi UFJ rechnet mit Verlusten von fünf Milliarden Yen aus ihrem Engagement in besicherten Finanzprodukten wie Collateralized Debt Obligations. Die Bank habe in Finanzprodukte, die im Zusammenhang mit schwach besicherten amerikanischen Hypothekenkrediten stehen, etwa 280 Milliarden Yen investiert, teilte MUFG mit. Von diesen Subprimes seien etwa 97 Prozent mit der Bonität “AAA“ ausgestattet. Ein Sprecher der Bank sagte, die Auswirkungen auf das Ergebnis seien begrenzt.

          „Der Verlust bei Mitsubishi UFJ bereitet mir keine größeren Kopfzerbrechen“, sagt Keisuke Moriyama, Analyst bei Nomura. „Er macht nur einen Bruchteil der Handelserlöse aus.“ Angesichts des konsolidierten Nettogewinns von Mitsubishi UFJ Financial im ersten Quartal 2007/08 von 151,26 Milliarden Yen sind fünf Milliarden Yen (32 Millionen Euro) nicht viel.

          Nach Einschätzung von Analysten sind die japanischen Banken generell nicht so groß im Subprime-Geschäft oder in Wertpapieren, die mit den schlecht besicherten Papieren in Verbindung stehen, engagiert wie ihre europäischen Wettbewerber. Auch die Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's hatten schon zu Monatsbeginn erklärt, die Auswirkungen der amerikanischen Subprime-Krise auf asiatische Banken seien „begrenzt“ und „zu verkraften“.

          .. dennoch allenthalben Verluste

          Auch die drittgrößte Bank Japans, Sumitomo Mitsui, räumte ein, dass ihre Bankensparte Sumitomo Mitsui Banking einen Verlust im Zusammenhang mit amerikanischen Hypothekenanleihen im ersten Quartal von „einigen Milliarden Yen“ verbuchen muss. Sumitomo Mitsui wies in dem Quartal von April bis Juni einen konsolidierten Nettogewinn von 119,69 Milliarden Yen aus.

          Aus dem Verkauf von Papieren, die mit Subprime-Produkten in Verbindung stehen, sei es zu einem Liquiditätsverlust von rund 600 Millionen Yen gekommen, teilte die Mizuho Financial mit. Sumitomo Trust & Banking sprechen von einem Wertverlust von 200 Millionen Yen zum 31. Juli. Bei der Mitsui Trust Holdings heißt es, durch das Engagement in Investmentfonds, welche auch Subprime-Produkte enthalten, sei ein Verlust von 3,6 Milliarden Yen entstanden.

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