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Banken : Keine frische Phantasie für Aareal - die Anleger verkaufen

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Kurs-Einbruch bei Aareal Bild: Aareal

Unser Wachstumskurs trägt Früchte, findet Aareal-Bank-Chef Schumacher. An der Börse sieht man das anders. Der Hypothekenfinanzierer wird abgestraft. Und das, obwohl er kaum von der Finanzkrise betroffen ist.

          Mit Bankenaktien war in den vergangenen Monaten für Anleger kein Staat zu machen. Auf Jahressicht hat kaum ein Institut seine Aktionäre wirklich glücklich gemacht. Während der Dax mehr als 20 Prozent zulegte, verloren die Kredittitel im Zuge der Finanzkrise häufig zweistellig: die Postbank 20 Prozent, Deutsche Bank 15 Prozent, Commerzbank zehn Prozent.

          Wer die Aareal Bank im Depot hat, kam noch relativ glimpflich davon. Die Aktien des Immobilienfinanzierers gaben sieben Prozent nach. Das erstaunt zunächst - sind doch gerade Immobilienpapiere derzeit alles andere als eine sichere Bank. Noch im September hieß es bei Analysten: „Der Markt differenziert nicht mehr zwischen Immobilienunternehmen, privaten Hypothekenanbietern und gewerblichen Immobilienfinanzierern.“ Die Aktien aller Immobilienfinanzierer standen auf den Verkaufslisten.

          Tatsächlich sind die klassischen deutschen Hypothekenbanken wie Eurohypo, Hypo Real Estate und eben Aareal von der Hypotheken- und Finanzkrise wenig betroffen, weil sie die problematischen Verbriefungen notleidender Kredite kaum besitzen und für die Refinanzierung auch nicht benötigen. Sie haben sich zumeist schon vor der Krise mit ausreichend Liquidität eingedeckt, überwiegend über die Ausgabe von Pfandbriefen. Die Aareal Bank hat sich im März über diesen Weg eine Milliarde Euro besorgt.

          Der Verkauf von Immobilien-Scout brachte gutes Geld...

          So waren es am Montag morgen nicht die üblichen Krisen- und Subprime-Sorgen, die die im Mittelwertesegment MDax notierte Aktie zeitweise um mehr als vier Prozent auf Talfahrt schickten. Es waren ausnahmsweise die blanken Geschäftszahlen, die die Investoren nicht richtig zufrieden stellten und das Aareal-Papier zum Topverlierer im MDax machten.

          Auf den ersten Blick sahen die Zahlen blendend aus: Aareal Bank hat in ersten neuen Monaten einen massiven Gewinnsprung verzeichnet. Allerdings nur dank des Verkaufs des Internetsuchportals Immobilien-Scout24 an die Deutsche Telekom. „Allein der Verkauf von Immobilien-Scout24 hat den Überschuss um 140 Millionen Euro nach oben getrieben“, sagte ein Experte. Auch der im Dezember eingeleitete Verkauf der Interhotel-Beteiligung an die Private-Equity-Gesellschaft Blackstone brachte im dritten Quartal erneut 63 Millionen Euro ein und damit etwas mehr als von den Analysten geschätzt.

          ...aber die operativen Zahlen enttäuschten

          Im operativen Geschäft dagegen verfehlte das Wiesbadener Unternehmen die Erwartungen. Den Einschätzungen von Analysten zufolge lagen die Zahlen durch die Bank am unteren Ende der Erwartungen oder sogar noch darunter. In den Monaten Juli bis September bewegte sich der Vorsteuergewinn bei 221 Millionen Euro, nach 43 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Analysten hatte im Schnitt mit einem noch stärkeren Anstieg auf 226 Millionen Euro gerechnet. Der Überschuss nach Anteilen Dritter legte von 22 auf 183 Millionen Euro zu und lag damit ebenfalls unter der Analystenschätzung von 189 Millionen Euro.

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