https://www.faz.net/-gv6-pzl9

Banken : CSFB hält viele osteuropäische Bankaktien für ausgereizt

  • Aktualisiert am

Fast alle Titel, die mit Bankgeschäften zu tun haben, sind in den vergangenen Jahren an den Ostbörsen gut gelaufen. Doch manche Experten, wie die von CSFB, fragen sich langsam, ob diese Werte inzwischen nicht zu teuer sind.

          2 Min.

          Die meisten osteuropäischen Aktienmärkte sind in den vergangenen Jahren exzellent gelaufen. Sogar noch besser war die Entwicklung in der Regel bei den dortigen Bankaktien. Deren hervorragende Performance ist auch nachvollziehbar. Schließlich konnte der Sektor mit stolzen Wachstumsraten aufwarten.

          Da das Wachstumspotential noch immer nicht ausgeschöpft ist, dürfte es geschäftlich weiter nach oben gehen. Für die Bankaktien ist dies aber kein Freibrief. Schließlich ist an der Börse letztlich alles eine Frage des Preises. Auch gute Unternehmen können irgendwann zu teuer sein.

          Ob das auch jetzt schon bei den osteuropäischen Bankaktien der Fall ist, fragen sich vermutlich jeden Tag alle Marktteilnehmer, wenn sie auf deren steil nach oben gerichteten Kursverläufe blicken. Und manche Value-Analysten wie die von der Fondsgesellschaft Trigon Capital vertreten seit geraumer Zeit die Ansicht, daß der Sektor zu weit nach vorne geprescht ist.

          Österreichische Bankaktien als hoch bewertet eingeschätzt

          In diesem Tenor ist jetzt auch eine neue Studie von Credit Suisse First Boston (CSFB) gehalten. Dort werden der Branche zwar ebenfalls weiterhin gute Wachstumschancen zugebilligt, aber die erreichten Bewertungsniveaus werden inzwischen als zu optimistisch bezeichnet. Ganz besonders gelte diese Bestandsaufnahme für die in Osteuropa tätigen österreichischen Banken. Diese würden nach einer in den vergangenen 18 Monaten zu beobachtenden Oupterformance höher bewertet als die osteuropäischen Konkurrenten vor Ort, und daß, obwohl sie in ihrem Heimatmarkt in Österreich, woher noch immer rund die Hälfte der Gewinne kommen, mit einem weitgehend gesättigten Markt zu kämpfen haben.

          Als Konsequenz darauf wurden unlängst die österreichischen Banken von CSFB nach unten gestuft. Zur Begründung heißt es, die Bewertungen bei den Aktien von BA-CA und Erste Bank lägen mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 14,4 und 13,5 um über zehn Prozent über denen der Institute mit osteuropäischer Herkunft. Eine Bewertungsprämie weisen der Studie zufolge aber auch die meisten anderen auf dem osteuropäischen Bankenmarkt tätigen ausländischen Institute auf. Und auch ganz allgemein wird mit einer gemächlicheren Gangart bei den Kursen gerechnet als noch im Jahr 2004, weil das günstige Umfeld zwar fortbestehe, die Dynamik der Einflußfaktoren aber nachlasse.

          Zuversicht bei National Bank of Greece, Swedbank und OTP

          Zu den wenigen Bankaktien, denen aus dieser Gruppe noch weiteres Kurspotential zugetraut wird, zählen die griechische National Bank of Greece und die schwedische Swedbank. Für die National Bank of Greece spricht demnach die gute Aufstellung, speziell in der schnell wachsenden Balkan-Region, und das Restrukturierungspotential.

          Zugunsten der Swedbank, deren Geschäfte auf dem Heimatmarkt als besonders risikoarm und hochprofitabel bezeichnet werden, wird deren vergleichsweise niedrige Bewertung angeführt und die gute Positionierung in den stark wachsenden Baltikum-Staaten. So hält die Gruppe einen Anteil von 60 Prozent an der im Baltikum den Bankenmarkt dominierenden Hansabank. Außerdem weise die Bilanz überschüssiges Kapital zwischen fünf und sieben Milliarden schwedische Kronen auf, das unter anderem für Aktienrückkäufe genutzt werden könnte.

          Unter den reinen osteuropäischen Bankaktien wird zudem die ungarische OTP-Bank als das attraktivste Investment eingeschätzt. Aufkommender Margendruck sei zwar auch hier unverkennbar, doch der Titel sei mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von gut zehn auf Basis der für 2005 geschätzten Gewinne vergleichsweise günstig und beinhalte zudem noch Restrukturierungspotential.

          Weitere Themen

          Eon hat noch viel Arbeit vor sich

          Scherbaums Börse : Eon hat noch viel Arbeit vor sich

          Versorger-Aktien hatten über Jahrzehnte einen Ruf als Witwen- und Waisenpapiere. Doch von langweiliger Solidität vergangener Tage ist bei Eon wenig zu sehen. Angesichts der Energiewende muss einmal mehr Überzeugungsarbeit bei Aktionären geleistet werden.

          Topmeldungen

          Kunststoffröhrchen mit Corona-Abstrichen stehen nach dem PCR-Test in einem Labor.

          Corona-Pandemie : Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 444,3

          Ein Brechen der vierten Welle scheint nicht in Sicht. Neuinfektionen, Krankenhauseinlieferungen und Todesfälle steigen weiter. Der Weltärztebund-Chef Frank Ulrich Montgomery rechnet mit doppelter Corona-Inzidenz binnen zehn Tagen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.