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Banken : Commerzbank-Aktie wird zum Analysten-Liebling

  • Aktualisiert am

Hell scheint die Commerzbank derzeit auch in den Kommentaren der Analysten Bild: dpa

Ein „Top Pick“ für die UBS, auf der „Focus List“ von J.P. Morgan: Positive Analystenempfehlungen treiben die Commerzbank-Aktie nach oben. Die Chancen auf weiter steigende Kurse stehen nicht schlecht - aber nur in einem freundlichen Marktumfeld.

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          Die Commerzbank-Aktie ist gut in das neue Jahr gestartet. Die Titel der Bank haben seit Jahresbeginn etwa fünf Prozent an Wert gewonnen, am Mittwochmorgen sind sie mit einem Plus von 2,1 Prozent auf 30,86 Euro der stärkste Wert im Dax (Isin DE0008032004).

          Das jüngste Kursplus in einem ansonsten schwachen Marktumfeld wird durch zwei Analystenempfehlungen zu erklären sein. UBS und J.P. Morgan haben sich jüngst sehr positiv zu der Aktie geäußert.

          „Top Pick“ im deutschen Bankensektor

          Die UBS empfiehlt die Commerzbank neben der Hypo Real Estate als einen „Top Pick“ im deutschen Bankensektor. Beide Banken seien nach einer „Underperformance“ attraktiv bewertet. 2006 hatten die Commerzbank-Titel nur etwa halb so viel wie der Dax gewonnen.

          Bild: FAZ.NET

          Die Commerzbank sehen die Analysten für den Fall des Verfehlens einer Eigenkapitalrendite von 15 Prozent als möglichen Übernahmekandidaten. Mit der Aufnahme der Commerzbank in die „European Top 20 List“ bringe man das Vertrauen in eine fortgesetzte wirtschaftliche Erholung in Deutschland zum Ausdruck, heißt es.

          „Europas billigste Bankenaktie“

          Nachdem die Analysten von J.P. Morgan (JPM) am Dienstag die Commerzbank-Aktie als „Aktie der Woche“ in den Fokus gerückt haben, haben sie das Papier nun ihrer „Focus List“ hinzugefügt. Die Commerzbank-Aktie sei die billigste Bankenaktie in Europa und im Beobachtungsuniversum von JPM insgesamt, heißt es.

          Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf Basis 2007 liege bei zehn verglichen mit zwölf für den Sektor. Die Commerzbank profitiere vom robusten Industriesektor in Deutschland, was jüngste Konjunkturdaten belegt hätten. Zudem verfüge das Institut über den größten Marktanteil im deutschen Mittelstand. Auf der Kostenseite könne sich das Management allerdings ambitioniertere Ziele setzen, so die Experten.

          Schon Ende vergangenen Jahres hatte ABN Amro die Commerzbank-Aktie zu ihren Favoriten für das Jahr 2007 gezählt (siehe auch: ABN Amro nennt zehn Gewinner-Aktien).

          Elf Prozent Nachsteuerrendite angestrebt

          Am Montagabend hatte die Commerzbank ihre mittelfristigen Ziele bekräftigt. So werde weiterhin mit einer Eigenkapitalrendite nach Steuern von 15 Prozent bis 2010 gerechnet, sagte Finanzvorstand Eric Strutz auf einer Investorenkonferenz in New York. Für das laufende Jahr plane die Bank mit einer Nachsteuerrendite von mindestens elf Prozent, für 2006 solle diese bei mindestens zehn Prozent liegen.

          Der Finanzvorstand bekräftigte zudem, dass die Commerzbank diese Ziele auch durch selektive Zukäufe erreichen will. Der Commerzbank wird in diesem Zusammenhang auch ein Interesse an der zum Verkauf stehenden Landesbank Berlin nachgesagt.

          Solide Entwicklung der Geschäftszahlen

          Die Commerzbank hat sich in jüngster Zeit solide entwickelt. In den ersten neun Monaten des vergangenen Geschäftsjahres stieg das operative Ergebnis von 1,25 auf 1,99 Milliarden Euro, der Gewinn je Aktie kletterte von 1,40 auf 1,89 Euro. Die Eigenkapitalrendite auf den Konzernüberschuss hat sich von 12,1 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 14,5 Prozent erhöht.

          Im Geschäftsbericht für das Jahr 2005 hat die Commerzbank sogar Kennzahlen seit 1968 veröffentlicht. Das Geschäftsvolumen stieg in diesen Jahren von 8,5 auf 444,9 Milliarden Euro, die Kundeneinlagen von 6,6 auf 102,8 Milliarden Euro und das Eigenkapital von 346 auf Millionen auf 13,7 Milliarden Euro. Die Dividendensumme stieg im gleichen Zeitraum von 32,9 auf 328,4 Euro.

          Aus der Aufstellung geht allerdings auch hervor, dass die Dividendenzahlung für 2003 ausfallen musste und ihren Rekordwert im Jahr 2000 bei 541,8 Millionen Euro erreicht hatte. Auch das Geschäftsvolumen war Anfang des Jahrtausends schon höher gewesen als im vergangenen Jahr.

          Trend weist wieder nach oben

          Passend zur Entwicklung der Geschäftszahlen hatte der Aktienkurs im Jahr 2000 bei 44,30 Euro ein Rekordhoch erreicht, bis 2002 stürzte der Kurs dann ab bis auf 5,30 Euro. Seither hat sich die Notiz aber wieder erholt.

          Im April vergangenen Jahres erreichte der Kurs bei 33,96 Euro ein neues Fünfjahreshoch. Die Korrektur an den Märkten brachte die Titel bis Juni auf 24,82 Euro zurück. Seither weist der Trend wieder nach oben.

          Auf ein freundliches Marktumfeld angewiesen

          Auf Basis der durchschnittlichen Analystenschätzung ist die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 11,8 für dieses und 10,5 für das kommende Jahr bewertet. Im Schnitt trauen die Analysten der Commerzbank also etwas weniger zu als JPM, zu teuer ist die Aktie aber auch mit dieser geringeren Gewinnschätzung nicht. Auch die Ausschüttung kann sich sehen lassen: Die erwartete Dividendenrendite beträgt 2,9 bzw. 3,4 Prozent.

          Alles in allem sollten die Chancen auf weiter steigende Kurse der Commerzbank-Aktie nicht schlecht stehen. Anleger müssen aber wissen, dass die Aktie - wie die anderer Banken auch - auf Dauer nur in einem freundlichen Kapitalmarktumfeld gewinnen kann. Die positive Kursentwicklung am Mittwoch dürfte eine Ausnahme bleiben.

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