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Banken : BSCH und BBVA von Argentinien belastet

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Die Krise in Argentinien hält an. Fondsmanager rechnen mit weiteren Belastungen für die Aktien der spanischen Banken.

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          Keine gute Woche könnte den Aktien von Banco Santander Central Hispano (BSCH) und Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) bevorstehen. Zumindest befürchten Fondsmanager, dass sich die beiden größten spanischen Banken schlechter als ihre europäischen Wettbewerber entwickeln könnten. „Wir bevorzugen andere europäischen Banken, denn die Kredite in Argentinien gefährden den Gewinn“, meint Ecuardo Salles, Fondsmanager bei Bankpyme SGIC.

          Die Aktien der beiden Banken büßten bereits in der vergangenen Woche mehr als ihre Konkurrenten ein. So gaben BBVA 8,5 Prozent und BSCH 6,2 Prozent ab, während der Dow Jones Europe Stoxx Bank-Index lediglich 3,7 Prozent verlor. Zum Konzern der spanischen Banken zählen zwei der drei größten argentinischen Banken. BBVA hat Banco Frances aufgekauft, während zu BSCH die argentinische Banco Rio de la Plata gehört, die rund ein Viertel ihrer Vermögenswerte in den argentinischen öffentlichen Sektor investiert hat. Die argentinischen Staatsanleihen sind am Freitag jedoch auf ein 20-Wochen-Tief gefallen, nachdem der neue Wirtschaftsminister Domingo Cavallo Finanztransaktionen besteuern will, um so den maroden Staatshaushalt zu sanieren.

          Angst vor Abwertung des Peso

          Vor allem Sorgen um eine daraus resultierende mögliche Abwertung des Peso lasten auf den Aktienkursen der spanischen Banken. Zweidrittel der von argentinischen Banken vergebenen Kredite sind in amerikanischen Dollar nominiert. Sollte der Peso an Außenwert verlieren, würde es schwieriger für die Schuldner ihre Kredite zu bedienen. BSCH hat rund sieben Milliarde Dollar in Argentinien verliehen. „Meine größten Bedenken sind, dass die derzeitige politische Situation zu einer Abwertung der Währung führt“, meint Antonio Garcia, Fondsmanager bei Renta4. „Dies würde auch Brasilien negativ beeinflussen und auf die spanischen Firmen, die dort engagiert sind, gewinnmindernd wirken“.

          Neben den Banken könnten demnächst auch andere spanische Unternehmen die angespannte Situation in Argentinien spüren. Telefonica erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 343 Millionen Dollar in Argentinien. Repsol YPS entstand, weil die spanische Ölgesellschaft Repsol den argentinischen Wettbewerber YPS schluckte. Damit könnte Argentinien zu einem Problem für den spanischen Aktienmarkt werden. Telefonica, Repsol und die beiden Banken machten 65 Prozent des Blue-Chip-Index Ibex 35 aus. Kurzfristig dürften die Märkte angesichts der Turbulenzen in Argentinien nervös bleiben, meint Santiago Batchilleria von GVC in Barcelona.

          Risiken bereits eingepreist?

          Paul Isbell, Analyst bei Santander Central Hispano Bolsa, erwartet einen neutralen bis negativen Einfluss aus Südamerika für die spanischen Aktien. Einige Fondsmanager meinen dagegen, dass die Aktienkurse die Risiken bereits mehr als eingepreist haben. „Der Markt bewertet derzeit die Vermögenswerte der Banken in Lateinamerika nahezu mit Null, das ist eindeutig übertrieben“, so Serio Miguez, Fondsmanager bei Sogeval. „Sobald sich die Lage wieder stabilisiert, dürften die Banken deutlich zulegen.“

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