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Banken : Aktie der VEM Aktienbank mit stabilem Aufwärtstrend

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Der Chart zeigt den Kursverlauf der Aktie der VEM Aktienbank. Bild:

Die Aktie der VEM Aktienbank macht durch einen nun seit sechs Monaten anhaltenden stetigen Kursanstieg auf sich aufmerksam. Viel spricht dafür, daß dieser anhalten könnte.

          Viel Zutrauen haben die Anleger derzeit zur VEM Aktienbank. Der Kurs der Aktie des kleinen Emissionshauses läuft seit sechs Monaten stabil aufwärts und hat sich mittlerweile rund verdreifacht.

          Bekannt wurde die VEM Aktienbank einst als erstes Online-Emissionshaus zu den Hochzeiten des Neuen Marktes, als sie anbot, über die Plattform www.going-public.de Aktien online zu zeichnen. Nach dem Ende des Neuen Marktes und dem Zusammenbruch des IPO-Geschäfts machte auch die VEM schwere Zeiten durch.

          Erfolgreicher Kapitalbeschaffer für den Mittelstand

          Heute betreut die Bank vornehmlich Eigenkapitalfinanzierungen des börsennotierten Mittelstands. Dazu gehört nicht nur die Begleitung von Börsengängen inklusive des Designated Sponsoring, also der Pflege der späteren Notierung. Vor allem aber ist die VEM Aktienbank in der Beratung von Finanzierungsvorhaben und der Durchführung von Bezugsangeboten aktiv. Aktuelle Projekte sind etwa eine Kapitalerhöhung der Sportwetten.de AG und ein Bezugsangebot für eine Nullkupon-Wandelanleihe der Triplan AG. Beide Angebote sind nicht-öffentlich und richten sich an Altaktionäre. Auf diese Weise bleibt die Arbeit der Bank in der Öffentlichkeit gegenüber früheren Zeiten eher unbemerkt.

          Daß sich damit ebenfalls gutes Geld verdienen läßt, legen hervorragende Geschäftszahlen nahe. Nach Aussage von Vorstandssprecher Andreas Beyer hat die VEM im Jahr 2004 mit 31 Börsenzulassungen und 14 Bezugsrechtsemissionen mehr dieser Geschäfte durchgeführt als jede andere deutsche Bank. Das Volumen sämtlicher Kapitalmaßnahmen und Börsenzulassungsverfahren betrug in etwa 120 Millionen Euro. Auf diese Weise verzeichnete das kleine Spezialinstitut einen Anstieg der operativen Nettoerträge um 182 Prozent auf 5,2 Millionen Euro. Auch das Ergebnis machte einen Satz: Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stieg um 694 Prozent von 320.000 auf 2,54 Millionen Euro. Pro Aktie fielen 88 Cents Gewinn an.

          Positive Aussichten

          Der positive Trend setze sich nach vorläufigen Zahlen auch im ersten Quartal 2005 fort. Hatte das Unternehmen im März noch 1,5 Millionen Euro als Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit angepeilt, so waren es nach vorläufigen Zahlen bereits 2,1 Millionen Euro, was 82 Prozent des Jahresergebnisses 2004 entspricht. Für das laufende Jahr peilt Beyer die Begleitung von bis zu sechs Börsengängen an. Die Geschäftsaussichten, so der Vorstand gegenüber FAZ.net, seien blendend. Alle Geschäftsbereiche trügen dazu bei. Das Erfreuliche sei vor allem, daß die Fixkosten dabei gleich bleiben und die variablen Kosten unterproportional wüchsen.

          Sollte das Neuemissionsgeschäft in Deutschland wieder eine deutlichere Belebung erfahren, sollte sich das auch in den Ergebnissen der VEM Aktienbank deutlich niederschlagen. Dem Spezialinstitut für den Mittelstand kommt dabei auch entgegen kommen, daß aufgrund der durch Basel II restriktiver gewordenen Kreditpolitik der Banken die Kapitalaufnahme über die Börse für deutsche Mittelständler attraktiver geworden ist. „Wir erleben gerade erst den Anfang“, sagt Beyer. Die sind bei der VEM Aktienbank gut aufgehoben, da diese als Spezialinstitut bei der Kapitalbeschaffung viel flexibler sein kann und muß. Besonders kreativ zeigte sich die Bank, wenn es darum ging die Kosten von Emissionen zu drücken. Für Beyer ist ein Börsengang bereits ab einem handelbaren Volumen von zwei Millionen Euro lohnen. Das können Großbanken nicht bieten.

          Zukünftig will die VEM Aktienbank in Zukunft auch auf dem Gebiet der Finanzportfolio-Verwaltung aktiv werden. Ein entsprechender Beschluß soll am 15. Juni auf der Hauptversammlung gefaßt werden.

          Interessante Bewertungsperspektiven

          Nach den letzten vorliegenden Gewinnschätzungen vom Jahresbeginn wäre die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 24 recht optimistisch bewertet. Doch wurden bereits im ersten Quartal über 80 Prozent des Vorjahresgewinns erwirtschaftet. Zudem macht der Ausblick für das restliche Jahr Hoffnung auf ein neues Rekordergebnis. Die Analysten von First Berlin Equity Research äußern sich jedenfalls sehr positv. Es sehe alles danach aus, daß alles prima laufe, die Pipeline sei stark.

          Unter diesen Umständen läßt sich mit aller Vorsicht von einem deutlich höheren Ergebnis je Aktie und einer entsprechend niedrigeren Bewertung ausgehen. In einem Interview mit dem Dienst „Das Vorstandsinterview“ wollte Beyer zwar selbst keine Schätzung abgeben, bezeichnete aber einen Vorsteuergewinn von 4,25 Millionen Euro für das Gesamtjahr als „durchaus im Bereich des Möglichen“. Exaktere Zahlen über die Geschäftsentwicklung könnte es möglicherweise anläßlich der Hauptversammlung geben, ein Überblick über das dann fast verstrichene erste Halbjahr sei denkbar, so Beyer zu FAZ.net.

          Mit einem Kurs von 15,50 Euro notiert die Aktie leicht unter dem erst am 11. Mai aufgestellten Allzeithoch. Sie liegt charttechnisch aber in einem seit Anfang 2004 intakten Aufwärtstrend. Insofern hat sie Luft nach oben.

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