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Autozulieferer : Aktie von Brembo läuft ungebremst nach oben

  • Aktualisiert am

Ausgestattet mit Bremsen von Brembo Bild: AFP

Mit der Herstellung von Auto- und Motorradbremsen lässt sich gutes Geld verdienen. Darauf deutet zumindest die solide Entwicklung des italienischen Unternehmens Brembo hin. Dessen Aktie ist noch vernünftig bewertet.

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          Waren die Jahre 2000 bis 2002 aufgrund der deutlichen Kursverluste nicht sonderlich positiv für die Aktionäre des italienischen Unternehmens Brembo, so änderte sich das nach einem Tief bei vier Euro im Oktober des Jahres 2002.

          Denn danach konnte die Aktie einen bis heute anhaltenden Aufwärtstrend etablieren und inzwischen 145 Prozent auf zuletzt 9,69 Euro zulegen. Weitere Kursgewinne scheinen bei einer anhaltend robusten weltwirtschaftlichen Entwicklung möglich zu sein, ist die Aktie mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 14,4 und 12,5 auf Basis der Gewinnschätzungen für das vergangene und das laufende Geschäftsjahr doch zumindest optisch noch sehr vernünftig bewertet.

          Anhaltendes Umsatzwachstum - operativer Gewinn nimmt zu

          Das Unternehmen konnte in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres den Umsatz im Vergleich zur Vorjahresperiode um 11,2 Prozent auf 599 Millionen Euro steigern. Der operative Gewinn vor Steuern und Zinsen legte um 14,5 Prozent auf 61,5 Millionen Euro zu, während der Nettogewinn um 27,7 Prozent auf 6,7 Millionen Euro zurückging. Das könnte auf den ersten Blick Bedenken erregen, ist aber im Wesentlichen auf Sondererlöse und damit auf einen Basiseffekt im Vorjahr zurückzuführen.

          Brembo, international tätiger Hersteller von Bremsen und Bremssystemen für LKWs, Autos und Motorräder verzeichnete in der betrachteten Periode im Bereich kommerzieller Fahrzeuge ein Umsatzwachstum von 20,2 Prozent, im Bereich Rennfahrzeuge von 16,5 Prozent und im Bereich Personenwagen ein Wachstum von 13,4 Prozent. Geographisch betrachtet legten die Erlöse in Brasilien um 35,8 Prozent und in Europa um 19,2 Prozent zu. In der Nafta-Region gingen sie um etwas mehr als zehn Prozent zurück und in Asien um knapp 35 Prozent. Hier macht sich das Auslaufen älterer Automodelle bemerkbar. Allerdings werden die Umsätze in dieser Region nach Unternehmensangaben im Rahmen der Einführung neuer Modelle wieder zunehmen.

          Im dritten Quartal sind die Kosten im Vergleich zur Vorjahresperiodedeutlich um knapp 15 Prozent auf 122,9 Millionen Euro gestiegen. Dabei spielen jedoch ebenfalls Basiseffekte und hohe Investitionen in Produktionsanlagen in Polen eine Rolle. Aufgrund der gestiegenen Zinsen und dem Schließen derivativer Kontrakte nahm auch die Finanzbelastung im dritten Quartal zu. Ende September des vergangenen Jahres lagen die Nettoverbindlichkeiten bei 239 Millionen Euro, nach 193 Millionen Euro noch Ende des Jahres 2005.

          Aufwärtstrend der Aktie und der Cashflows

          Brembo erzielte im Jahr 2005 jeweils knapp 25 Prozent seiner Umsätze in Deutschland und Italien, 15 Prozent im restlichen Europa, knapp zwölf Prozent in Nordamerika, acht Prozent in Großbritannien, 6,75 Prozent in Frankreich und den Rest in Asien und Südamerika. Damit ist das Unternehmen einerseits etwas stark auf Europa fokussiert, dürfte allerdings zumindest im Moment von der bisher robusten Konjunktur profitieren.

          Insgesamt dürfte die Aktie in einem anhaltend freundlichen Umfeld aufgrund der anhaltenden operativen und charttechnischen Trends noch gewisse Reize bieten. Die weitere Entwicklung der Fremdmittel dürfte jedoch kritische Blicke auf sich ziehen, auch wenn das Unternehmen in den vergangenen Jahren einen stetige Dividendenpolitik verfolgte und der Cashflow im Trend zunimmt.

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