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Automobilzulieferer : Aktie von Plastic Omnium ist günstig

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Bild: FAZ.NET

Automobilzulieferer haben es nicht leicht. Dennoch verzeichnet das französische Familienunternehmen Plastic Omnium solides Wachstum. Und die Kurse der moderat bewerteten Aktie steigen.

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          Automobilzulieferer haben es nicht leicht. Die Autoindustrie steht unter Kostendruck und versucht diesen an die Lieferanten weiterzugeben. Kein Wunder, wenn dies Zulieferer dann unter Druck geraten. Doch nicht alle geraten dabei in die Bredouille, zum Beispiel Plastic Omnium.

          Fast 90 Prozent der von dem französische Unternehmen gefertigten Plastikteilen sind für die Automobilindustrie, größtenteils für Karosserien: Stoßstangen, Kotflügel, Front- und Heckmodule sowie Stoßfang-Systeme. Dieser Bereich gehört Plastic Omnium auch zu 100 Prozent. Daneben produziert der Konzern noch Ventile, Pumpen und Kompressoren.

          Solides Wachstum trotz Refokussierung

          Zu 50 Prozent ist er an dem mit dem Chemie-Unternehmen Solvay gegründeten Gemeinschaftsunternehmen Inergy Automotive Systems beteiligt, daß Tanksystem für Kraftfahrzeuge herstellt. Hier versteht man sich mit einem Marktanteil von 21 Prozent im vergangenen Jahr als Weltmarktführer. Kleiner ist der Bereich der Produkte für die Umweltindustrie mit knapp zwölf Prozent des Umsatzes. Hier fertigt man vorwiegend mobile Recycling-Container.

          Plastic Omnium hat im vergangenen Jahr den Umsatz um sechs Prozent auf 1,83 Milliarden Euro gesteigert, wie schon im Jahr zuvor. Besser entwickelte sich der Ertrag, der Reingewinn stieg in den beiden vergangenen Jahren um jeweils 15 Millionen Euro nach 10 Millionen Euro im Jahr 2002 auf zuletzt 49,8 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis legte im vergangenen Jahr um neun Prozent auf 73,1 Millionen Euro zu, nach einem Anstieg von acht Prozent im Vorjahr.

          Die vergangenen Jahre waren von Restrukturierung und Refokussierung geprägt. So konzentrierte sich das Unternehmen im Umweltbereich erfolgreich wieder verstärkt auf Europa und trennte sich im vergangenen Jahr vom wachstumsschwachen Medizintechnik-Bereich.

          Ein Unternehmen der Familie Burelle

          Zu tun hat man noch in dem kleinen Bereich der „Perfomance Plastics Parts“ (3P). Im vergangenen Jahr litt 3P, die Spezial-Plastikteile für die Chemie-, Automobil- und Luftfahrtindustrie in den Vereinigten Staaten und Europa herstellt, unter Umsatzrückgängen, vor allem in den Vereinigten Staaten, zum Teil durch Währungseffekte bedingt. Die Erlöse fielen um 9,6 Prozent auf 78,3 Millionen Euro. Auch schreibt der Bereich noch Verluste, soll 2006 aber in die schwarzen Zahlen gelangen. Indes handelt es sich mit einem Umsatzanteil von vier Prozent nur um einen kleinen Konzernbereich.

          Die Firma wird seit 1981 von Laurent Burelle geleitet. Die Familie Burelle ist über das gleichnamige Familienunternehmen auch direkt und indirekt im Besitz von 58 Prozent der Aktien. Mit Jean und Pierre Burelle sitzen auch noch zwei weitere Familienmitglieder im Aufsichtsrat, so daß Plastic Omnium mit Fug und Recht als Familienunternehmen gelten kann.

          Günstig bewertet im Aufwärtstrend

          Den Anlegern gefällt der Wert trotzdem - oder gerade deswegen. Nach einem über zweijährigen Kursanstieg notiert die Aktie derzeit bei 24,70 Euro nur knapp unter dem Allzeithoch von 25,20, das sie Anfang August aufstellte. Leider haben die meisten Kursdatenanbieter bislang versäumt, den Effekte eines Aktien-Splits vom Mai im Verhältnis 1:2 zu bereinigen.

          Dabei ist die Aktie mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 8,2 für das laufende und 7,5 für das kommende Jahr durchaus moderat bewertet. Die Dividendenrendite von 2,43 Prozent ist zwar nicht übermäßig prickelnd, aber durchaus in Ordnung. Was allerdings etwas stört, ist, daß die Nettoverschuldung zum 31. Dezember 2004 mit 232,6 Millionen Euro trotz leichten Rückgangs gegenüber dem Vorjahr immer noch etwas überhöht erscheint.

          Ähnlich sympathisch ist den Anlegern übrigens der Mutterkonzern Burelle. Zu knapp 80 Prozent im Familienbesitz, fungiert Burelle als Holding von Plastic Omnium, Compagnie Signature, die Straßenschilder herstellen und für Immobilien-Investments. Die Aktie liegt seit 1999 in einem langfristigen Aufwärtstrend. und markierte Ende Juli ein Allzeithoch von 110,10 Euro. Indes gibt es - wie von den meisten Familienunternehmen - keine Zwischenberichte und keine Gewinnschätzungen. Außerdem kann Burelle nur in Paris gehandelt werden und bietet mit 0,7 Prozent eine schäbige Dividendenrendite.

          Gute Entwicklung im ersten Halbjahr

          Insofern ist Plastic Omnium von den zwei Aktien sicherlich die bessere Wahl. Zumal das Unternehmen sich im ersten Halbjahr auf Kurs gezeigt hat. Die Umsätze stiegen um knapp 20 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro. Damit ist das Unternehmen auf gutem Weg, die angestrebten 1,92 Milliarden Euro Jahresumsatz zu übertreffen.

          Die Sparte Karosserieteile verzeichnete ein Wachstum von 36,4 Prozent. Allerdings wurde im Vorjahr das Gemeinschaftsunternehmen HBPO, das Plastic Omnium mit dem deutschen Autozulieferer Hella & Behr im Vorjahr gründete, noch nicht konsolidiert. Ohne HBPO hätte das Wachstum aber doch gute acht Prozent betragen. Stark zeigte sich das Unternehmen vor allem im asiatischen Raum, wo die Umsätze um rund 60 Prozent zulegten.

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