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Automobilindustrie : IAA: Indische Autobauer in den Startlöchern

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Jeeps sind in Indien wichtig - in Städten Bild: Mahindra

Die Japaner sind am Automarkt eine feste Größe. An die Chinesen beginnt man sich zu gewöhnen - doch auch die Inder stehen schon in den Startlöchern. Tata, Maruti und Mahindra wachsen rasch.

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          Daß Brasilien, Rußland, China für die Autobranche längst schon Märkte von zentraler Bedeutung sind, hat sich mittlerweile fest ins Bewußtsein der Öffentlichkeit eingebrannt. Aber Indien? Und ob. Das Land mit der zweitgrößten Bevölkerung weltweit ist mittlerweile die fünftwichtigste Wirtschaftsmacht der Welt.

          Während die europäischen Hersteller mit zahlreichen Problemen kämpfen, sagen Experten indischen Autobauern eine rosige Zukunft voraus, nicht zuletzt dank der wachsenden Kaufkraft der 1,1 Milliarden Inder.

          Klein und billig muß es sein

          Seit 2002 steigen die Autoverkäufe in Indien jährlich im Schnitt um 20 Prozent. Das ist das Doppelte des Wirtschaftswachstums, errechnete die Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton. Im vergangenen Jahr wurden erstmals mehr als eine Million Autos verkauft. In den kommenden fünf Jahren könnte Indien bei dieser rasanten Entwicklung zu den fünf wichtigsten Automärkten der Welt aufrücken.

          Oder auf dem Land.

          2015 könnte Indien mit 3,5 Millionen verkauften Autos dann die Größenordnung des deutschen Marktes erreichen. Während in Deutschland heute fast jeder Zweite einen Wagen vor der Tür stehen hat, hat in Indien derzeit nur jeder Zweihundertste einen Wagen.

          Klein und billig ist am Ganges angesagt. „Ein Auto darf in Indien höchstens 4.000 Euro kosten, um erfolgreich zu sein“, sagt Ratan Tata, Chef der größten indischen Firmengruppe Tata und des Autobauers Tata Motor. Tata beherrscht gemeinsam mit den beiden anderen heimischen Hersteller Maruti und Mahindra & Mahindra rund 70 Prozent des Marktes auf dem Subkontinent.

          Meistverkauftes Auto ist der Kleinwagen Maruti 800, ein viersitziger Dreizylinder, der in der Hauptstadt Delhi bereits ab umgerechnet 3.695 Euro zu haben ist. Maruti gehört zu 54 Prozent dem japanischen Autobauer Suzuki - entsprechend sind auch die Modelle gestaltet. Während die Maruti-Aktie nur in Indien notiert ist, haben die beiden anderen Hersteller den Gang an ausländische Börsen gewagt.

          Platzhirsch Tata Motor

          Der bekanntere von beiden ist Tata Motor. Tata ist vor allem Indiens größer Lkw--Bauer, hat aber auch vier Pkw-Modelle im Angebot. Im vergangenen Monat verkaufte Tata 36.205 Fahrzeuge, 20,2 Prozent mehr als im gleichen Monat des vergangenen Jahres. 40 Prozent davon waren Autos, etwa die gleiche Anzahl wie im Jahr 2004. Exportiert hat das Unternehmen rund 5000 Fahrzeuge - immerhin mehr als doppelt soviel wie im vergangenen Jahr.

          Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres, das traditionell in Indien am 31. März endet, stieg der Umsatz um 8,6 Prozent auf 38,8 Milliarden Rupien (rund 720 Millionen Euro). der Vorsteuergewinn kletterte um 18,8 Prozent auf 3,6 Milliarden Rupien (66,7 Millionen Euro) und der Reingewinn um 22,1 Prozent auf 2,76 Milliarden Rupien (50,5 Millionen Euro). Die starken finanziellen Ergebnisse resultierten nicht zuletzt aus der Fusion des Autobauers mit den Finanzunternehmen der Tata-Gruppe.

          Die Verkäufe hätten unter der Unsicherheit über die Emissionsgesetzgebung und daraus resultierender Materialknappheit gelitten. Dies gilt besonders für den Nutzfahrzeugbereich, in dem der Absatz sieben Prozent nachgab. Dagegen wuchs der Export weiter um über 100 Prozent. Vor allem neue Märkte wie die Türkei und Südafrika trugen dazu bei.

          Auf dem heimischen Markt steht Tata mittlerweile unter Druck. Im Lkw-Bereich hat der Konkurrent Ashok Leyland eine neue Produktoffensive gestartet. Im Pkw-Bereich greift nicht nur Maruti erfolgreich an, aber auch Honda, Hyundai und neuerdings auch deutsche Autobauer versuchen Fuß zufassen.

          Im Angriff: Mahindra & Mahindra

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