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Automobilindustrie : Honda-Aktie dürfte trotz schwacher Zahlen weiter vom Yen profitieren

  • Aktualisiert am

Fehlstart: Hondas erster Rennwagen seit 1968 blieb bei der Präsentation liegen Bild: REUTERS

Schwächer als erwartet waren die Zahlen, die Honda für das dritte Quartal vorlegte. Auch wenn dies den Kurs momentan drückt - solange der Yen weiter schwach bleibt, dürfte der Autobauer davon weiter profitieren können.

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          Am amerikanischen Automarkt ändert sich derzeit nicht viel. Die angeschlagenen einheimischen Autobauer verkaufen immer weniger, wohingegen die japanischen Konzerne ihre Verkaufszahlen stetig erhöhen können, allen voran Toyota und Honda.

          So wird erwartet, dass General Motors und Ford im Januar erneut weniger Autos verkauft haben, weil sie das margenschwache Geschäft mit Autovermietern reduziert haben. Dagegen soll der Absatz von Toyota um 14 und der von Honda um fünf Prozent gestiegen sein. Im vergangenen Jahr stieg Hondas Marktanteil um 0,5 Prozentpunkte auf 9,1 Prozent, während der von GM um 1,6 Prozentpunkte auf 24,6 Prozent und der von Ford um 1,1 Prozentpunkte auf 17,5 Prozent zurückging.

          Prognosen verfehlt

          Indes läuft nicht alles rund. So sanken im abgelaufenen dritten Quartal des am 31. März endenden Geschäftsjahres die Verkaufszahlen in den Vereinigten Staaten von Japans zweitgrößtem Autobauer, allerdings aufgrund des großen Erfolgs. Honda konnte nach Unternehmensangaben dort die Nachfrage vor allem nach seinen Civic-Modellen schlichtweg nicht befriedigen.

          Der Accord soll in diesem Jahr in Amerika einschlagen
          Der Accord soll in diesem Jahr in Amerika einschlagen : Bild: AP

          Nichtsdestoweniger fiel das dritte Quartal nicht unbedingt positiv aus. Dank eines starken Europageschäfts hat das Unternehmen zwar 8,8 Prozent mehr verdient, die Erwartungen der Analysten aber verfehlt.

          Der Nettogewinn in den drei Monaten bis Ende Dezember kletterte auf knapp 145 Milliarden Yen (etwa 921 Millionen Euro), wie Honda am Mittwoch mitteilte. Analysten hatten im Schnitt jedoch mit fast 154 Milliarden Yen gerechnet. Auch der um 5,2 Prozent gestiegene Betriebsgewinn von 205 Milliarden Yen (1,5 Milliarden Euro) fiel niedriger als die Schätzungen der Marktexperten aus. Der Umsatz legte im dritten Quartal um zwölf Prozent zu auf 2,77 Billionen Yen (17,6 Milliarden Euro).

          Prognosen erhöht

          Für das Gesamtjahr erhöhte Honda indes seine Nettogewinnprognose auf 560 Milliarden Yen (3,56 Milliarden Euro) von zuvor 555 Milliarden. Analysten rechneten bisher allerdings mit 567 Milliarden Yen. Im vergangenen Jahr betrug der Reingewinn noch 591 Milliarden Yen. Die Prognose für den Betriebsgewinn beließ Honda bei 820 Milliarden Yen.

          Honda profitierte von der starken Nachfrage nach seinen Autos in Europa, vor allem aber von einem schwachen Yen. Honda ist äußerst exportabhängig. 70 Prozent des Gewinnes werden in den Vereinigten Staaten gemacht. Gegenüber dem Dollar gab der Yen im Berichtsquartal um fünf Prozent und gegenüber dem Euro um 8,2 Prozent nach.

          Der Betriebsgewinn des Konzerns steigt mit jedem Yen, den die japanische Währung gegenüber dem Dollar nachgibt, um 11,5 Milliarden Yen (70 Millionen Euro), sagt Koji Endo, Analyst der Credit Suisse. Hondas Absatz soll in den Vereinigten Staaten in diesem Jahr um drei Prozent steigen, vor allem dank der Einführung einer neuen Accord-Limousine. Auch eine neue Version des Kompaktmodells Fit soll in diesem Jahr auf den Markt kommen.

          Deutliche Schwächen in Asien

          Jenseits der Wechselkurse sieht die Bilanz des Autobauers nicht ganz so positiv aus, so etwa beim Abschneiden der indischen Beteiligung Hero Honda und der pakistanischen Tochter Honda Atlas. Honda Atlas rutschte in die roten Zahlen, nachdem der Absatz der Modelle Civic und City fiel, da die Modelle bei den Kunden nicht ankamen, so Saqib Sajjad, Analyst bei Invisor Securities in Karatschi.

          Der Motorradbauer Hero Honda verzeichnete ein Gewinnminus von 20 Prozent aufgrund gestiegener Rohstoffkosten und erhöhter Rabatte und blieb damit unter den Analystenprognosen. Die Rentabilität in Japan leidet zudem, weil der Absatz größerer Modelle wie dem Airwave und dem Stepwagon zurückgeht, da in Japan derzeit vor allem Kleinwagen gefragt sind.

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