https://www.faz.net/-gv6-2lt2

Automobile : VW-Aktie fehlt momentan der Kick

  • Aktualisiert am

Analysten fragen sich: Glänzen die VW-Produkte auch in Zukunft noch so? Bild: dpa

Die Quartalszahlen von VW sind ganz gut - zumindest auf IAS-Basis. Der schwierige Automarkt dämpft aber die Aussichten für die Aktie.

          2 Min.

          Auf IAS-Rechnungslegungsbasis hat VW im ersten Quartal 2,20 Euro je Aktie verdient (siehe Link: VW mit ordentlichem Quartalsergebnis). Auf das Jahr hoch gerechnet würde dies einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von gut sechs entsprechen. Ziemlich günstig könnte man meinen - doch ganz so einfach ist die Rechnung nicht.

          Zum Ausdruck kommt dies auch im Aktienkurs. Der verliert am Vormittag fast zwei Prozent auf gut 54 Euro und pendelt seit einem Dreivierteljahr in einer Seitwärtsbox zwischen 48 und 63 Euro. Anzeichnen für einen ernsthaften baldigen Ausbruchsversuch gibt es keine. Denn wie Peter Worel, Autoanalyst bei der Bayerischen Landesbank, erklärt, halten sich bei VW derzeit Plus- und Minuspunkte in etwa die Waage. Das ist auch der Grund, warum Worel selbst die VW-Aktie nur mit neutral einstuft.

          Plus- und Minuspunkte halten sich die Waage

          Zu den Pluspunkten bei VW zählen zweifellos die weltweit sehr gute Aufstellung des Konzerns sowie die gut ankommende Produktpalette. Demgegenüber stehen als Minuspunkte aber die sich konjunkturell bedingt eintrübende Absatzlage bei den Massenmodellen sowohl in Europa als auch in den USA. Worel schlussfolgert deshalb: „Langfristig ist VW weltweit hervorragend positioniert, kurzfristiger betrachtet dürften die nächsten Monate aber nichtsdestotrotz etwas schwieriger werden.“

          In die gleiche Kerbe schlägt auch Heino Ruland von Ruland Research. „VW profitiert auch von den derzeit gefragten Dieselmodellen. Aber langfristig werden sich die Wolfsburger den am gesamten Automarkt schwieriger gewordenen Verhältnissen nicht entziehen können.“ Sein Rat lautet daher: „Phasen steigender Kurse zum Abbau von Positionen nutzen.“

          Die eingangs aufgestellte Rechnung geht also auch deshalb nicht auf, weil die Analysten die Zahlen aus dem ersten Quartal nicht einfach fortschreiben. So rechnet Worel für das Gesamtjahr mit einem Gewinn je Aktie von 5,35 Euro auf IAS-Basis. Verglichen mit anderen Autobauern wäre VW dann normal bewertet.

          Auch unternehmensinterne Fragezeichen

          Fragen wirft für Analysten im Übrigen nicht nur die schwierige Automobilkonjunktur auf. Auch unternehmensspezifische Punkte werden kritisch hinterfragt. So zweifelt Ruland daran, ob in der augenblicklichen Lage die angeblich angedachte Einführung europaweit einheitlicher Verkaufspreise durchführbar ist. Aus seiner Sicht würde dies zu Preissenkungen in Deutschland führen, während gleichzeitig Preisanhebungen im Ausland derzeit kaum machbar sein dürften. Mithin würde sich eine derartige Politik negativ auf die Gewinnspanne auswirken. Außerdem rätseln die Analysten darüber, ob es VW mit Kostensenkungen tatsächlich gelingt, die negativen Tendenzen in der Branche zu kompensieren. Bei der um 14.00 Uhr angesetzten Telefonkonferenz werden sich die VW-Verantwortlichen folglich einer Reihe von Fragen gegenübersehen.

          Weitere Themen

          E10-Benzin kostet wieder weniger

          Verwirrung an der Tankstelle : E10-Benzin kostet wieder weniger

          Zum Jahresanfang entfiel an vielen Zapfsäulen der übliche Preisunterschied von 2 Cent zwischen den Benzinsorten. Das sorgte für Rätselraten. Nun sollen Autofahrer doch wieder klimafreundlicher tanken.

          Topmeldungen

          Gefeiert wie ein Popstar: Heinz-Christian Strache am Donnerstagabend in Wien.

          Strache-Auftritt in Wien : „Hier steht das Original“

          Heinz-Christian Strache will in Österreich mit einer neuen „Bürgerbewegung“ in die Politik zurückkehren und seiner früheren Partei FPÖ das Leben schwer machen. Doch noch lässt er seine Anhänger zappeln – und vermeidet Festlegungen.

          Überfüllte Kliniken in China : Ein Patient alle drei Minuten

          Überfüllte Kliniken, gewalttätige Angehörige, Arztkosten als Existenzbedrohung, Menschen, die sich selbst ein Bein amputieren – und nun auch noch ein unbekannter Virus: In China sollte man besser nicht krank werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.