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Automobile : Punktlandung bestätigt Seitwärtstrend der BMW-Aktie

  • Aktualisiert am

BMW hält im dritten Quartal genau die Spur Bild: dpa

Mit seinen Quartalsergebnissen hat BMW die Analystenerwartungen genau getroffen. Folglich kann auch die Aktie aus den Zahlen keinen Honig saugen.

          Keine Überraschungen bei BMW: Der Münchener Autobauer hat im dritten Quartal Umsatz und Gewinn im Vergleich zum Vorjahr gesteigert und damit die Erwartungen der Analysten
          erfüllt. Vor Steuern fiel ein Gewinn von 689 Millionen Euro nach 679 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Quartalsüberschuss ist auf 433 (Vorjahreszeitraum: 388) Millionen Euro geklettert. Der Umsatz hat sich auf 9,971 (8,376) Milliarden Euro erhöht.

          Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Umsatz von 9,589 Milliarden Euro sowie einem Vorsteuerergebnis von 692 Millionen Euro gerechnet. Beim Quartalsüberschuss hatte der Konsens bei 424 Millionen Euro gelegen. Angesichts der Punktlandung beim Quartalsausweis zeigt sich der Aktienkurs wenig beflügelt. Gegen 9.15 Uhr fällt er in einem deutlich fester notierenden Gesamtmarkt sogar um 0,46 Prozent auf 36,49 Euro.

          Händler zeigen sich zuversichtlich

          Wegen der hohen Nachfrage nach Autos der Marken BMW und Mini werde man 2002 auch bei Umsatz und Gewinn die Rekordwerte des Vorjahres übertreffen, bekräftigte das Unternehmen. Der Absatz werde erstmals die Millionen-Grenze überschreiten. Die Aktionäre haben somit trotz der lethargischen Kursreaktion zur Wochenmitte sicherlich allen Grund, um mit den Leistungen des Vorstands zufrieden zu sein. „Das Ergebnis ist in Ordnung und wird dem Autosektor helfen", glaubt daher vor Börsenbeginn auch Aktienhändler Norbert Empting vom Handelshaus Schnigge.

          Andere Händler trauten der Aktie sogar einen Angriff auf die Marke von 40 Euro zu. Bei dieser Prognose spielte als Begründung auch eine Rolle, dass der Automobilsektor in den vergangenen Tagen den deutlichen Kursgewinnen in anderen Branchen noch etwas hinterher hinkte und somit noch Nachholpotenzial aufweist.

          Konjunkturelle Bedenken dämpfen die Euphorie

          Dass sich der Titel trotzdem zunächst nicht zum Überflieger entwickelt, hat mehrere Gründe. Die Bewertung liegt zwar mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von rund zwölf für das Jahr 2002 und von elf für das Jahr 2003 am unteren Rand des historisch dem Wert zugebilligten Niveaus. Doch davon abgesehen gibt es auch einige kursbremsende Faktoren.

          So leidet BMW wie alle Autobauer unter der Unsicherheit, wie lange der Konsumrausch der US-Verbraucher noch anhalten wird. Nachdem das Verbrauchervertrauen im Oktober eingebrochen ist, nimmt die Sorge vor einer nachlassenden Nachfrage zu. Ähnliche Bedenken sind natürlich auch mit dem schleppenden Konjunkturverlauf in Europa verknüpft.

          Diese Vorbehalte werden durch die jüngten Steuererhöhungsbeschlüsse in Deutschland und einer hierzulande vermutlich verschärften Dienstwagenbesteuerung kurzfristig auch nicht geringer werden. Ablesen lassen sich die konjunkturellen Probleme beispielsweise an den am Mittwoch veröffentlichten Pkw-Neuzulassungen in Italien, die im Oktober um 3,9 Prozent gefallen sind.

          Langjähriger Seitwärtstrend intakt

          Solange sich aber nicht mit einer größeren Sicherheit als bisher erkennen lässt, welche Auswirkungen die zuvor genannten Probleme auf den weiteren Geschäftsverlauf von BMW haben werden, dürfte es dem Aktienkurs schwer fallen, einen Gang nach oben zu schalten.

          Dabei darf nicht vergessen werden, dass es dem Aktienkurs trotz der in drei Jahren in Folge eingefahrenen Rekordgewinne nicht gelungen ist, diese hervorragende Ergebnisentwicklung auch in einen nachhaltigen Ausbruch aus der seit dem Jahr 2000 gültigen Seitwärtsrange umzumünzen. Und die Chancen, dass dieses offenbar schwierige Unterfangen ausgerechnet jetzt gelingt, bleiben vermutlich solange ungünstig, bis sich der konjunkturelle Nebel lichtet.

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